Wohnimmobilien: Trotz Bau-Turbo: Günstige Wohnungen bleiben knapp
Düsseldorf. Kommenden Donnerstag entscheidet der Bundestag über den „Bau-Turbo“. Doch trägt er tatsächlich dazu bei, dass schneller mehr bezahlbare Wohnungen entstehen? Experten sehen das kritisch.
Ziel des „Bau-Turbos“ ist es, dass schneller gebaut, nachverdichtet oder aufgestockt werden kann. Dafür sollen Kommunen Genehmigungsverfahren straffen dürfen, indem sie von Bebauungsplänen abweichen.
„Bau-Turbo“ sei erst einmal ein vielversprechendes Wort, sagte Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin des BFW-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, in einer Diskussionsrunde der Immobilienbank DZ Hyp. Doch die Baugenehmigungen hingen seit zehn Jahren dem Bedarf hinterher. „Wir gehen davon aus, dass sich das durch den ,Bau-Turbo‘ nicht ändert“, sagte die Interessenvertreterin der mittelständischen Wohnungsunternehmen.
Denn die Kommunen würden am Ende darüber entscheiden, ob und wie viel gebaut werde. Für Wohnungsunternehmen stelle sich dann häufig die Frage, ob sich ein Projekt mit den Anforderungen vor Ort wirtschaftlich umsetzen lasse.
Auch Florian Tack, Head of Residential beim Beratungshaus Colliers Deutschland, sieht andere Punkte, die den Wohnungsbau ausbremsen – allen voran die hohen Baukosten. Entsprechend rechnet er ebenfalls damit, dass das Wohnungsangebot besonders in beliebten Städten und Ballungsräumen knapp bleibt.