Interhyp-Chef zur Immobilienfinanzierung „Das Marktumfeld ist fantastisch”

Der Immobilienfinanzierer Interhyp profitiert von niedrigen Zinsen und steigenden Häuserpreisen. Interhyp-Chef, Michiel Goris, erklärt im Interview, wo man günstig kaufen kann. Und warum eine Blase nicht in Sicht ist.
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Michiel Goris führt die Interhyp AG seit dem 1. Januar 2011. Quelle: Pressefoto
Michiel Goris

Michiel Goris führt die Interhyp AG seit dem 1. Januar 2011.

(Foto: Pressefoto)

Die Preise am Immobilienmarkt ziehen von einem Hoch zum nächsten, vor allem in Ballungsgebieten. Während sich Häuslebauer über die Kosten ärgern, können Immobilienfinanzierer nicht zuletzt wegen der anhaltend niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt profitieren. Wir haben mit dem Chef des größten Kreditvermittlers für Immobilienfinanzierung gesprochen.

Herr Goris, München kann sich kaum jemand noch leisten, die Immobilienpreise dort steigen und steigen – wie lange geht das noch so?

Wir denken schon, dass sich diese letzten Preisanstiege etwas verlangsamen werden. Aber Nachfrage und Zinsen befeuern den Markt weiterhin. Und ja, es stimmt: Es gibt Lagen in Deutschland, da muss man eigentlich geerbt haben, um etwas kaufen zu können. Für viele Stadtteile Münchens ist das der Fall. Aber es finden sich in Deutschland auch Lagen, in denen der Erwerb deutlich preiswerter ist – und zwar nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Großstädten.

Jetzt sagen Sie aber nicht Berlin. Dort wird doch über Immobilienpreise derzeit laut gejammert . . .

Dabei ist Berlin im deutschlandweiten Vergleich relativ preiswert. Dort gibt es einfach ein größeres Angebot an Immobilien als in anderen Ballungsräumen – und gleichzeitig eine andere Einkommensstruktur. Deswegen liegt das Niveau der Preise in der Hauptstadt deutlich unter dem von etwa München oder Hamburg.

Die Romantik des Häuslebauens
Niedrigzinsen und Sicherheit
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Der Wunsch sich im Alter mit einer Immobilie absichern zu wollen, ist ungebrochen hoch. Für etwa jeden zweiten Interessenten (54 Prozent) ist dieses das wichtigste Kaufmotiv. Die Ausnutzung der günstigen Zinsen liegt auf Platz zwei (46 Prozent), gefolgt von der Vermeidung von Mietzahlungen mit 38 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Immobilienbarometer von Interhyp und ImmobilienScout24 hervor.

Platz für eigene Ideen
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Ein Immobilienerwerb wird aber nicht nur aus rationalen, sondern auch aus emotionalen Gründen getätigt. 50 Prozent der Befragten möchten sich frei entfalten können und die erworbene Immobilie beispielsweise durch Umbaumaßnahmen nach den eigenen Wünschen gestalten.

Heimat für die Familie
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Für 40 Prozent ist der Wunsch, der Familie ein dauerhaftes Zuhause zu geben, ein wesentlicher Entscheidungsgrund. Fast ebenso viele Kaufinteressenten (38 Prozent) geben an, unabhängig vom Vermieter sein zu wollen.

Eigenes Dach über dem Kopf
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Auch das gute Gefühl ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben (37 Prozent) und einen Wert zum Vererben zu schaffen (32 Prozent) spielen für die Deutschen beim Hauskauf eine Rolle. Michiel Goris, CEO des baugeld-Vermittlers Interhyp, sagt: „Das Umfrageergebnis zeigt, dass auch emotionale Motive wie freie Entfaltung, Sicherheit und Unabhängigkeit zusätzliche entscheidende Treiber für den Kauf von Wohneigentum sind.“

Finanzielle Gründe
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Nur jeder Neunte meint, dass ausschließlich finanzielle Gründe eine Rolle beim Immobilienerwerb spielen. Diese rationale Haltung vertreten besonders Kapitalanleger: 39 Prozent geben an, dass Emotionen keinen Einfluss auf ihren Kaufentscheidungsprozess haben.

Verschärft der Zuzug von Flüchtlingen die Situation?

Auf dem Mietmarkt vielleicht, aber nicht auf dem Käufermarkt.

Die Zinsen kommen in Europa nicht vom Fleck. Inzwischen gibt es Banken, die Unternehmenskunden Geld abknöpfen, wenn die ein Guthaben dort parken. Könnten die Negativzinsen auch irgendwann auf dem Immobilienmarkt Einzug halten?

Gänzlich ausschließen kann ich das nicht, aber ich halte es für extrem unwahrscheinlich. Ich bezweifle, dass eine Bank so weit geht, dass sie Kunden noch etwas draufzahlt, wenn die sich Geld leihen wollen. Wenn kurzfristige Zinssätze unter minus ein Prozent fielen, könnten die Zinskosten für Baufinanzierungen gegen Null gehen. Aber dafür müsste wirtschaftlich so viel kaputt gehen, dass ich uns allen das nicht wünschen würde.

Wie verhält sich ein Immobilienfinanzierer wie die Interhyp in diesem Marktumfeld?

Fantastisch. Wir haben im Jahr 2015 unser vermitteltes Volumen um fünf Milliarden Euro auf 16,1 Milliarden gesteigert, den Gewinn auf knapp 60 Millionen Euro mehr als verdoppelt und halten jetzt mehr als sechs Prozent Marktanteil am Neugeschäft aller Baufinanzierungen in Deutschland.

Keine Immobilienblase in Sicht
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16 Kommentare zu "Interhyp-Chef zur Immobilienfinanzierung: „Das Marktumfeld ist fantastisch”"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Man(n) sollte natürlich nur den Betrag als Immo-Darlehen in Anspruch nehmen, den man auch stemmen kann. Ich tilge z.Zt. 2 Objekte die in der Vermietung sind mit mtl. knapp 30.000 € auf 5 Jahre voll. Und das bereitet mit absolut keine Probleme.

  • Immobilien koennen sich nicht verstecken oder auswandern und sind deswegen eine leichte Beute fuer den Fiskus wenn mal wieder Geld fuer diverse Rettungsorgien benoetigt wird (Griechenland-Rettung, Klima-Rettung, Banken-Rettung, Ukraine-Rettung, Migranten-Rettung, usw).

  • Mit einem gewissem Maß unverständinis muss man die immer wiederkehrenden Kommentare zur Kentniss nehmen, die seit 2 Jahren heissen: "günstiger werden Immobilien-Darlehn nicht mehr"...... und doch sind diese immmmmer wieder noch günstiger geworden.
    Im April 2015 hat so nen Pseudo-Guru der hieß, Bill Gross (Bondmanager bei der
    Alianztochter Pimco) , "den Otto" steigen lasen JETZT gehen die Zinsen nach oben .....!!
    ....und er habe schon Leerverkäufe auf diesen Umstand abgeschlossen!!!!

    Tatsächlich gingen darauf die Zinsen nach oben weil zahlreiche Marktteilnehmer auf das tolle geschwätz von dem Guru herein fielen.......... Fakt ist aber das HEUTE (um den 15.02.2016)
    die 10Jährige-Umlaufrendite tiefer war als im April 2015 und der Bund-Future und der RexX
    höher notiert sind als im April 2015.
    Also ich würde allen Guru`s like Bill Gross empfehlen sich schweigsam ins Kämmerchen zurück zu ziehen und keine falschen Empfehlungen auszusprechen.
    Die Wahrheit weis nur die Bank of Dragi.

  • @ Josef Schmidt
    Eine eigene Immo bedeutet in Wirklichkeit: einen Klotz am Bein haben (mit Vollfinanzierung und lebenslänglicher Abstotterung der Hypothek sowieso).
    Zusätzlich zur Hypothek kommen dann noch ständig Reparaturkosten dazu (denn eine Immo ist tatsächlich auch ein Gebrauchsgegenstand, der sich abnutzt) - und immer öfter darüber hinaus Zwangs-Investitionen aufgrund immer neuen und immer irrsinnigeren Gesetzesvorschriften.
    Eine Wohnung mieten bedeutet dagegen Freiheit und Mobilität: Wird der Staat etwa immer gieriger und versucht immer mehr Steuern und Zwangsabgaben abzupressen, so kann man ohne eigene Immo als Klotz am Bein auch wesentlich leichter den staatlichen Erpressern den Mittelfinger zeigen und auswandern.

  • Ganz genau. Der Dumme der derzeit 30 bis 40 Jahresmieten für eine Immobilie bezahlt wird es zu etwas bringen. Zu einer schönen Pleite.

  • hihi, nein, wir leben selbstverständlich in einer ECHTEN Demokratie.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte kommentieren Sie zum Artikel.

  • Jetzt sagen Sie nur, dass ist unter unserer US-Marionettenregierung auch so!?
    :-O

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