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IW-Immobilienindex Konjunktursorgen drücken die Stimmung in der Immobilienbranche

Das Geschäft mit Wohn- und Gewerbehäusern boomt dank hoher Nachfrage seit zehn Jahren. Doch die gute Stimmung bekommt nun einen Dämpfer.
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Neben den Konjunktursorgen treiben die Branche die steigenden Baupreise um. Quelle: dpa
Wohnungsbau

Neben den Konjunktursorgen treiben die Branche die steigenden Baupreise um.

(Foto: dpa)

Erfurt Der Immobilienbranche geht es eigentlich blendend. Büro- und Wohnanbieter profitieren von hoher Nachfrage bei geringem Angebot. Doch die gute Stimmung hat nun einen Dämpfer erfahren. Der IW-Immobilienindex, ein wichtiges Barometer für die deutsche Branche, ist auf seinen schlechtesten Wert seit Beginn der Erhebung vor fünf Jahren gefallen. Die Ergebnisse liegen dem Handelsblatt exklusiv vor.

Das Immobilienklima, ein aggregierter Wert aus Lagebeschreibung und Erwartungen, sackte um 4,4 Prozentpunkte auf 39 ab. „Die Chefetagen der Immobilienunternehmen teilen zunehmend die Sorgen der Gesamtwirtschaft“, erklärt Ralph Henger, Immobilienökonom am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Für den IW-Immobilienindex werden vierteljährlich rund 600 Manager von institutionellen Investoren bis zu Wohnungskonzernen befragt.

In den vergangenen Monaten haben sich die Aussichten für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland deutlich eingetrübt. Rechnete die OECD im September für 2019 noch mit einem Wachstum von 1,8 Prozent, wurde diese Prognose zuletzt auf nur noch 0,7 Prozent revidiert. Gründe sind vor allem die Unsicherheit rund um den globalen Handelskonflikt und Sorgen über die europäische Konjunktur.

Vollvermietung bei Büros

Diese Bedenken kommen nun auch in der Immobilienbranche an. Am stärksten sinkt die Stimmung bei den Unternehmen im Wohnbereich, wo sie in der letzten Befragung im Dezember noch einen Rekordwert erreichte. „Wahrscheinlich trüben hier sowohl die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die regulatorischen Verschärfungen bei der Mietpreisbremse und der Modernisierungsumlage die Aussichten“, sagt Henger.

Verbessert hat sich die Stimmung nur im Bürosegment. In Großstädten werden freie Büroflächen knapp. Der Leerstand liegt in Berlin oder München unter zwei Prozent. Immobilienprofis sprechen von Vollvermietung. „Liegt der Leerstand zwischen sechs und acht Prozent, sprechen wir von einem Gleichgewicht. Fällt die Leerstandsquote darunter, steigen unweigerlich die Mieten“, erklärt Rob Wilkinson, Chef der Investmentgesellschaft AEW in Europa.

Grafik

Mit Preiseinbrüchen rechnet am Markt niemand. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage erwarten 54 Prozent der Befragten eine steigende Wertentwicklung für ihre Immobilienbestände, 46 Prozent gehen von konstanten Preisen aus. Am Wohnmarkt stellte der Europace-Hauspreisindex zuletzt drei Monate in Folge stagnierende Kaufpreise fest.

Neben den Konjunktursorgen treiben die Branche die steigenden Baupreise um. Allein im vergangenen Jahr sind diese um 4,8 Prozent gestiegen. Neun von zehn Befragten gaben an, dass sich die hohen Baupreise stark negativ oder eher negativ auf ihr Geschäft auswirken. Im kommenden Jahr erwartet das Gros der Branche weiter steigende Preise.

Trotz der zunehmenden Sorgen bleibe die Immobilienkonjunktur fundamental gestützt, sagt IW-Experte Henger. Bei Projektentwicklern sind hohe Vorvermietungsquoten die Regel. Vom Aufbau von Überkapazitäten sei der Markt noch weit entfernt.

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