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IW-Immobilienindex Politik belastet Stimmung in der Immobilienbranche

Der IW-Immobilienindex fällt auf den tiefsten Stand seit seiner Erhebung. Mit weniger Mieteinnahmen rechnen die Befragten aber nicht.
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Nicht nur im Wohnsegment, auch bei den Akteuren der übrigen Segmente Büro, Handel und Projektentwicklung verschlechtert sich die Stimmung. Quelle: Photothek/Getty Images
Immobilienbranche

Nicht nur im Wohnsegment, auch bei den Akteuren der übrigen Segmente Büro, Handel und Projektentwicklung verschlechtert sich die Stimmung.

(Foto: Photothek/Getty Images)

ErfurtBerlin setzt einen neuen Höhepunkt in der Wohnungsmarkt-Regulierung: Demnächst wird es in der Hauptstadt einen Mietendeckel geben. Geht es nach der zuletzt bei Wahlumfragen schwachen SPD könnte das Konzept deutschlandweit Schule machen.

Die Immobilienbranche ist geschockt: Im aktuellen Quartal fällt der IW Immobilienindex auf den tiefsten Stand seit seiner ersten Erhebung im Jahr 2014. Das Immobilienklima liegt bei nur noch 70 von 100 möglichen Punkten. Für den IW-Immobilienindex werden vierteljährlich rund 600 Manager von institutionellen Investoren bis zu Wohnungskonzernen befragt.

Besonders die Erwartungen in der Wohnungswirtschaft sind deutlich gefallen. Sie liegen mit minus 4,5 Prozent erstmals im negativen Bereich. Es rechnen also mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung statt einer Verbesserung ihrer Lage. „Das größte Risiko ist derzeit das politische Risiko“, sagt Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfeldes Finanzmärkte und Immobilienmärkte beim Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Überraschend erscheint in dem Kontext, dass keiner der Befragten mit sinkenden Mieteinnahmen rechnet. 80 Prozent der Unternehmen und Investoren aus dem Bereich Wohnen rechnen gar mit steigenden Mieten. Im Moment scheint das Gros die verschärfte Regulierung als Berliner Eigenart zu sehen, sagt Voigtländer.

Nicht nur im Wohnsegment, auch bei den Akteuren der übrigen Segmente Büro, Handel und Projektentwicklung verschlechtert sich die Stimmung. Hier macht das IW die schwächelnde Konjunktur als negativen Treiber aus.

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Das Wirtschaftsforschungsinstitut rechnet in diesem Jahr in Deutschland nur noch mit einer Wachstumsrate von 0,7 Prozent. Maßgeblich seien hierfür die Unsicherheiten im Welthandel, ausgelöst vom Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Zuletzt stellten auch die Immobilienmarktforscher von Bulwiengesa und Deutsche Hypo einen Stimmungsdämpfer fest. Dies sei ein „Warnsignal“, sagt Sabine Barthauer, Vorständin der Deutsche Hypo.

Zumindest von der Zinsseite muss die Branche wenig befürchten. Der Präsident der EZB, Mario Draghi, erwägt, die Geldpolitik wieder zu lockern, statt, wie noch vor ein paar Monaten angenommen, zu straffen. Die Niedrigzinspolitik war einer der Hauptgründe für den Immobilienboom. Investoren und Anleger sehen in Immobilien eine sichere, besser rentierliche Anlage als null- oder sogar negativverzinste Anleihen.

Ob die lockere Geldpolitik dem Preisboom am Wohnimmobilienmarkt weiteren Auftrieb verleiht, muss sich aber erst noch zeigen: Zuletzt hatte der Marktforscher F+B im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Schlussquartal 2018 erstmals seit 14 Jahren einen Rückgang bei den Mieten in Deutschland festgestellt, um 0,3 Prozent.

Der Befund traf auch in fünf der sieben Metropolen zu. Selbst in Berlin seien die Mieten um 1,7 Prozent gesunken – und zwar ganz ohne Mietendeckel.

Mehr: EZB-Präsident Draghi hat den Weg zurück zur ultralockeren Geldpolitik angedeutet. Für Union-Investment-Chef Reinke ist klar: Immobilien bleiben lohnenswert.

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