Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Vonovias Strategiewechsel kommt nicht ganz freiwillig

Dem Wohnungskonzern blieb kaum etwas anderes übrig, als Mieterhöhungen zu kappen – er hat sich dem politischen Druck und auch dem der Mieter gebeugt.
Kommentieren
Mit seinem Verzicht auf bestimmte Sanierungen mit hohen Mieterhöhungen will Vonovia seinen Mietern entgegenkommen. Quelle: Reuters
Vonovia

Mit seinem Verzicht auf bestimmte Sanierungen mit hohen Mieterhöhungen will Vonovia seinen Mietern entgegenkommen.

(Foto: Reuters)

Wenn Mieter etwas gar nicht mögen, dann sind es Mieterhöhungen. Da spielt es auch keine Rolle, ob die Kosten für mehr Dämmung eingesetzt wurden und Heizkosten sparen sollen. Wenn’s ums Geld geht, hört der Klimaschutz auf. Rolf Buch, der Chef der Vonovia, hat nun zumindest festgestellt, dass Mieterhöhungen nach energetischen Modernisierungen gesellschaftlich nicht akzeptiert werden.

Darum will er künftig deutlich weniger von diesen Projekten angehen. Alle Vorhaben, bei denen mehr als zwei Euro Mieterhöhung drohen, sind vorübergehen auf Eis gelegt. Alles ganz freiwillig. Oder nicht?

Zumindest drängt sich der Verdacht auf, dass die neuen Maßgaben einen Hintergrund haben: das neue Mieterschutzgesetz. Vor knapp einer Woche hat die Regierungskoalition beschlossen, dass ab 2019 die Mieterhöhungen nach Modernisierungen gekappt werden – auf drei Euro pro Quadratmeter in Wohnungen mit einer Miete ab sieben Euro je Quadratmeter, auf zwei Euro bei Wohnungen, deren Miete darunterliegt.

Also genau den Betrag, den Vonovia nun anpeilt. Zufall? Buch meint: Ja. Dennoch darf bezweifelt werden, dass es keinerlei Zusammenhang mit den politischen Beschlüssen gibt.

Vielmehr scheint sich Vonovia dem Druck gebeugt zu haben, sowohl dem politischen als auch dem der Mieter. Immer wieder beschweren sie sich über Mieterhöhungen. Gestritten wird häufig auch über Nebenkostenabrechnungen. Das Verhältnis ist angespannt. Mit dem jüngsten Vorstoß versucht Vonovia, seinen Mietern entgegenzukommen. Dass der Verzicht auf bestimmte Sanierungen mit hohen Mieterhöhungen die Wogen wirklich glättet, ist nicht zu erwarten.

Die Aktionäre können den Schritt übrigens gelassen sehen. An seinen Gewinnzielen rüttelt Vonovia nicht. Die Dividende soll sogar erhöht werden. Ein Investitionsstopp sei keineswegs geplant. Das Geld fließt nun eben in andere Projekte: in Neubauten und Modernisierungen in Schweden. Dort sieht der Konzern derzeit mehr Potenzial.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Vonovias Strategiewechsel kommt nicht ganz freiwillig

0 Kommentare zu "Kommentar: Vonovias Strategiewechsel kommt nicht ganz freiwillig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.