Leben in Schrottimmobilien „Wer hat Angst vor Ratten?“

Kein Strom, keine Toilette – wer in einer solchen Wohnung lebt, ist ganz unten angekommen. Schrottimmobilien sind in vielen deutschen Städten ein drängendes Problem. Als Mieter werden oft Zuwanderer ausgebeutet.
In der Friedrich-Ebert-Straße in Duisburg-Laar stehen mehrere baufällige Häuser, die als Schrottimmobilien gelten. Quelle: dpa
Schrottimmobilien in Duisburg

In der Friedrich-Ebert-Straße in Duisburg-Laar stehen mehrere baufällige Häuser, die als Schrottimmobilien gelten.

(Foto: dpa)

DuisburgDie Männer sitzen in dicken Jacken dicht an dicht auf dem Sofa, ihre Hände stecken in den Seitentaschen. Es zieht durch die Balkontür. Nicht ein isoliertes Glasfenster, nur ein heruntergelassener Rollladen ist da, um die Winterkälte notdürftig vor dem Eindringen ins Wohnzimmer abzuhalten. Die Zentralheizung streikt seit Monaten. Lediglich ein Gasheizer hält die Wohnung für zwölf Leute warm. Jetzt, nach Einbruch der Kälte, müssen sich die Bewohner sprichwörtlich warm anziehen.

So sieht es aus bei einem Ortstermin in einem Gebäude in Duisburg-Laar, das die Stadtverwaltung als Problem-Immobilie bezeichnet. Andere würden es abrissreif nennen. Die Liste an Mängeln in vielen Schrottimmobilien Duisburgs ist lang: Kaputte Briefkästen, fehlende Fenster, Schimmel an den Wänden, defekte Elektrik. „Hinzu kommt ein häufig sehr hoher Grad an Vermüllung und in der Folge Schädlingsbefall“, heißt es in einem Schreiben der Stadt.

Doch nicht nur das: Der Duisburger Norden ist in den vergangenen Monaten wegen Kriminalität, Gewalt und angeblich entstehenden rechtsfreien Räumen in Verruf gekommen. Auch über die vermeintlichen Verursacher dieser Probleme wird seitdem wild diskutiert: die kriminellen Clans, die kurdisch-libanesischen Großfamilien.

Hier werden Eigentumswohnungen immer teurer
Platz 10: Ingolstadt
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Die Preise für Eigentumswohnungen (Alt- und Neubau) haben im Jahr 2015 um insgesamt 14,5 Prozent zugelegt, berichtet der Marktbeobachter Empirica – so viel wie noch nie innerhalb eines einzigen Jahres seit der Jahrhundertwende.
Auf Platz 10 der Städte und Landkreise mit den teuersten Eigentumswohnungen findet sich Ingolstadt. Berücksichtigt man alle Baujahre zahlt ein potentieller Käufer in der Heimat des Autobauers Audi 3.396 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnung.

Platz 9: Freiburg
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Landflucht und Zuwanderung sorgen für vermehrte Nachfrage und treiben im Zusammenspiel mit „Renditenotstand und Billigzinsen auf der Angebotsseite“, so empirica, die Preise nach oben. Auf Platz neun der teuersten Städte liegt Freiburg. Wer hier eine Eigentumswohnung kaufen will, der zahlt im Schnitt 3.514 Euro pro Quadratmeter (Alt- oder Neubau).

Platz 8: Landkreis Ebersberg
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Die Analyse basiert auf der Auswertung von zwei Millionen Immobilieninseraten. Am achtteuersten wird der Wohnungskauf in Deutschland für Menschen, die es in den Landkreis Ebersberg östlich von München verschlägt. Wie überall in der Metropolregion treibt die Näher zur bayrische Landeshauptstadt auch hier die Preise nach oben. Pro Quadratmeter kostet die Eigentumswohnung hier durchschnittlich 3.534 Euro.

Platz 7: Fürstenfeldbruck
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Auch im oberbayrischen Landkreis Fürstenfeldbruck kommt Käufer von Eigentumswohnung die Nähe zu München gewissermaßen teuer zu stehen. Der Quadratmeter Eigentumswohnung kostet im Schnitt 3.663 Euro, Neubauten durchschnittlich 4.569 Euro.

Platz 6: Dachau
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Nordwestlich von München wird es in Dachau dann noch etwas teurer. Die Eigentumswohnung kostet noch einmal 35 Euro mehr pro Quadratmeter – 3.698 Euro nämlich. Neubauten schlagen durchschnittlich mit 4.362 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Platz 5: Landkreis Miesbach
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Alpines Gelände, der Tegernsee, eine gemeinsame Grenze mit – wer hätte es gedacht – dem Landkreis München: Im Süden Bayerns und des Regierungsbezirks Oberbayern liegt der Landkreis Miesbach. Und wer hier günstig eine Eigentumswohnung erstehen will, der findet in der Tat miese Bedingungen vor – und Preise von 3.789 Euro pro Quadratmeter. Betrachtet man nur Neubauten liegt der Preis bei 5.468 Euro.

Platz 4: Landkreis Nordfriesland
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Ein Ausreißer im Ranking, da nicht in Süddeutschland gelegen, ist der Landkreis Nordfriesland. Er ist sogar der nördlichste Landkreis Deutschlands mit Grenze zu Dänemark. Egal in welcher Sprache aber: 3.988 Euro pro Quadratmeter bleiben ein hoher Preis für eine Eigentumswohnung. Neubauten kosten 4.654 Euro durchschnittlich.

Auch in der Friedrich-Ebert-Straße, im Stadtteil Duisburg-Rheinhausen, gibt es solche Schrottimmobilien. Der Straßenzug ist für seine Problemhäuser bekannt. Doch sind hier wirklich „Clans“ zu Hause?

Kronleuchter erfüllen das Wohnzimmer mit hellem Licht. Die fünfjährige Zainab im rosa Schlafanzug schiebt den rollbaren Gasheizer über das Laminat. Sie stützt sich auf die Gasflasche und schaut, was sich im Fernsehen tut. Währenddessen wird für die Erwachsenen auf dem Sofa ein Tablett mit einem Kännchen Schwarztee und kleinen Gläsern gereicht. In dieser Wohnung eröffnet sich auch ein Blick auf diejenigen, deren Schicksale hinter Schlagzeilen über kriminelle libanesische Clans und „No-Go-Areas“ zurückgeblieben sind.

„Das ist die Hölle“
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