Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Markenresidenzen Wohnen im „Porsche“ – Das wird in Frankfurt möglich

Wohnen in einer Marke ist in den USA oder Asien bei Vermögenden längst zum Statussymbol geworden – bald kommt der Trend auch nach Deutschland.
Kommentieren
Bei Markenresidenzen handelt es sich um die Nische einer Nische am Wohnungsmarkt. Quelle: Getty Images
Porsche Design Tower in Miami

Bei Markenresidenzen handelt es sich um die Nische einer Nische am Wohnungsmarkt.

(Foto: Getty Images)

Erfurt Die Geschichte des Porsche Design Towers in Frankfurt war schon bewegt als noch gar keine Baukräne in Bewegung gesetzt waren. Der Autobauer aus Stuttgart wollte mit einem Hochhaus in Frankfurt sein erstes exklusives Wohnprojekt nach Deutschland bringen. Doch die Stadt machte den ursprünglichen Plänen einen Strich durch die Rechnung: Statt 100 Metern Höhe durften es nun nur noch 80 Meter werden.

Zeitweise wurde auch diskutiert ob die Bauherren – wie bei Neubauprojekten in Frankfurt aktuell üblich gefordert – auch sozialen Wohnraum schaffen sollen. Verzögerung knüpfte sich an Verzögerung. Ursprünglich sollte der Bau 2018 fertiggestellt sein. Aktuell ist von 2021 die Rede.

Nun scheinen die Differenzen mit der Stadt ausgeräumt. Seit Juni gibt es eine Baugenehmigung für das Projekt. 256 exklusive Wohneinheiten sollen auf 24 Geschossen entstehen. Der zweite Porsche Design Tower – nach einem Projekt in Miami – kann nun also gebaut werden. Läuft alles glatt, bringt Porsche damit einen internationalen Trend nach Deutschland: Branded Residences, Wohnen mit Marke.

Wohnen in einer Marke ist in den USA oder Asien bei Vermögenden längst zum Statussymbol geworden. Armani, Versace oder Gucci trägt man nicht mehr nur, man wohnt auch darin. Sogar der Medienkonzern Condé Nast, zu dem Titel wie Vogue oder GQ gehören, plant, in das Geschäft einzusteigen.

Die Immobilien versprechen ihren Investoren und Bewohnern einen weltweit vergleichbaren, hohen Wohnstandard und zugleich Service-Leistungen wie im Hotel. Das kann vom klassischen Wäscheservice bis zur Bestellung eines Kochkurses mit einem Sternekoch reichen.

Bei Markenresidenzen handelt es sich um die Nische einer Nische am Wohnungsmarkt. Übergeordnet stehen das sogenannte Micro-Living sowie Serviced Apartments. Die möblierten Wohnungen warten unter anderem auch mit Concierge-Service auf. Zielgruppe der Marken-Wohnungen ist vor allem das reiche Klientel. Und davon gibt es immer mehr.

Allein zwischen 2012 und 2017 sei die Zahl der „Ultra-Wohlhabenden“, wie die Immobilienberatung Knight Frank die Vermögendsten der Vermögenden nennt, um knapp ein Fünftel gewachsen. In diese Kategorie fallen Menschen mit einem Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar.

Neu in Deutschland

Bislang gebe es diese Konzepte auf dem deutschen Markt noch nicht, sagt Thomas Zabel, Leiter des Wohnungs-Geschäfts von JLL in Deutschland. Zwar könne man Wohnungen von Marken wie etwa YOO kaufen. Diese hätten jedoch nicht die für Branded Residences typischen angeschlossenen Dienstleistungen. Der Markteintritt neuer Akteure sei sehr nahe. „Wir führen konkrete Gespräche mit potenziellen Anbietern in Berlin und Frankfurt“, sagt Zabel.

Generell seien Hotelketten für das Segment prädestiniert. Anders als klassische Luxusmarken besitzen sie bereits Know-How im Servicebereich. In München plant der Hotelbetreiber Mandarin Oriental ein Residenz-Konzept in der Altstadt.

Weltweit zählt der Immobiliendienstleister Savills mehr als 420 Markenresidenzen mit mehr als 65.000 Apartments, Tendenz stark steigend. Wurden in diesem Jahr 60 neue Projekte fertiggestellt, sollen im nächsten Jahr 70 weitere auf den Markt kommen.

Die Projekte sind auch für vermögende Anleger interessant. Zwar werden manche Objekte an Einzelinvestoren vergeben, häufig werden aber auch Einzelapartments verkauft. Im Schnitt seien sie die Apartments um ein Fünftel teurer als andere Luxuswohnungen, schätzt Zabel. Vergleichbare Wohnungen im Ausland schlagen meist im Millionenbereich zu Buche. Außerdem seien die Immobilien laut Zabel wertstabil. Einerseits befinden sie sich in der Regel in zentralen Lagen von Großstädten. Andererseits hegen die Namens- und Lizenzgeber der Residenzen hohe Ansprüche an Qualität. Das zahle sich auch langfristig aus. Empirische Untersuchungen zur Preisentwicklung gibt es jedoch nicht. Dafür scheint das Marktsegment noch zu klein.

Temporäres Wohnen

Da die Wohnungen meist für temporäres Wohnen genutzt werden, eigenen sich die Angebote sowohl zur Eigennutzung als auch zur Vermietung. Die Beratungsfirma Graham Associates gibt eine Zielrendite zwischen drei und fünf Prozent an. Hinzu kämen mögliche Preissteigerungen der Immobilie.

Die Marken sind üblicherweise Lizenzgeber für die Immobilien. Sie legen zugleich Qualitätskriterien fest, erklärt Zabel. Stehen etwa Modernisierungen an, müssen sie auf dem geforderten Niveau der Marke erfolgen, sonst kann diese dem Projekt den Namen entziehen.

Warum es diese Angebote in Deutschland noch nicht gibt, kann sich JLL-Mann Zabel nur mit dem Immobilienboom und der großen Konkurrenz um Projektentwicklungen erklären. Die Hotelketten würden ihre Markenresidenzen in den Großstädten schon heute gern an den Markt bringen. Auch Porsche tüftelt schon an einem weiteren Projekt: In Stuttgart plant der Autobauer bereits den zweiten Porsche Design Tower Deutschlands.

Mehr: Die Preise für Immobilien steigen noch, doch die Mieten stagnieren schon. Ein vernünftiges Risiko-Rendite-Verhältnis besteht häufig nicht mehr.

Startseite

Mehr zu: Markenresidenzen - Wohnen im „Porsche“ – Das wird in Frankfurt möglich

0 Kommentare zu "Markenresidenzen: Wohnen im „Porsche“ – Das wird in Frankfurt möglich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.