Mehr Baugenehmigungen Wohnungsbau in Deutschland zieht merklich an

Die Zahl der genehmigten Bauprojekte für Mehrfamilienhäuser ist 2018 bisher deutlich gestiegen. Bei Eigenheimen hingegen bremsen Preise und Platzmangel.
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Union und SPD haben im Koalitionsvertrag beschlossen, in der bis 2021 laufenden Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen. Quelle: dpa
Maler streicht Hausfassade

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag beschlossen, in der bis 2021 laufenden Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen.

(Foto: dpa)

Wiesbaden, BerlinDie Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen ist in den ersten acht Monaten dieses Jahres gestiegen. Von Januar bis August lag sie mit 234.400 um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. 2017 waren die erteilten Zusagen um mehr als sieben Prozent gefallen, nachdem sie von 2008 bis 2016 noch kontinuierlich zugelegt hatten. Die Genehmigungen gelten sowohl für neue als auch für Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.

„Dieser Anstieg ist ausschließlich auf die Zunahme der Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zurückzuführen“, erklärten die Statistiker. Hier gab es ein Plus von 7,7 Prozent. Die Zusagen für Einfamilienhäuser schrumpften um 1,2 Prozent, die für Zweifamilienhäuser um 3,8 Prozent. Steigende Baupreise und Handwerkermangel bremsen, gerade in Ballungsräumen ist Bauland knapp.

Bei Wohnheimen gab es einen Einbruch von mehr als einem Fünftel. Hauptgrund hierfür ist der Rückgang bei Flüchtlingsunterkünften. Ohne den Einfluss der Wohnheime wären die Baugenehmigungen um 3,2 Prozent gestiegen.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag beschlossen, in der bis 2021 laufenden Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen - das wären 375.000 pro Jahr. Für 2018 rechnet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) aber nur mit 300.000 fertiggestellten Einheiten, für 2019 mit 315.000.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen kritisiert, dass Bauland in Ballungsgebieten kaum noch erhältlich sei. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) beklagt langwierige Genehmigungsprozesse, teure Auflagen und hohe Steuern.

Die Gewerkschaft IG Bau fordert stärkere Anstrengungen der Politik, um den Wohnungsmangel zu beheben - vor allem mit mehr Geld für Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnraum. Die Politik müsse dem Treiben von Spekulanten einen Riegel vorschieben, die Grund und Boden zulasten der Wohnungssuchenden verknappten.

  • dpa
  • rtr
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  • .... Es gibt viele Wohnungen, die leer stehen, weil der Besitzer sie gerne verkaufen möchte. Das ist ohne Mieter sehr viel leichter. Gerne nimmt man nach 10 Jahren die Gewinne bei Verkauf steuerfrei mit.
    Die internationalen Investoren nutzen auch die Möglichkeit ohne Grundsteuer Wohnungen zu kaufen....

    viele Gesetze in Deutschland fördern die Spekulation in Immobilien. Die unfähige Regierung ist nicht fähig Änderungen herbei zu führen.

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