Mieten lässt sich lernen Der jugendliche „Wohnsinn“

Die Idee der Leipziger Städtischen Wohnbaugesellschaft ist ganz schön schräg: In speziellen Unterrichtsstunden bringt sie Jugendlichen bei, wie man richtig mietet. Was lustig klingt, hat einen ernsten Hintergrund.
  • Jakob Huss
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Nicht jede Wohnung eines jungen Mieters ist ein Schmuckstück. Quelle: Imago
Chaotische Wohnung

Nicht jede Wohnung eines jungen Mieters ist ein Schmuckstück.

(Foto: Imago)

BerlinMieter sein kann man jetzt lernen – zumindest in Leipzig. Dafür sorgt jetzt die städtische Wohn- und Bau-GmbH (LWB). Zusammen mit Dozenten eines Vereins für eine neue Bildungskultur, Eduventis, organisiert sie Workshops für Jugendliche in Schulen. Das Ziel: Den 16-Jährigen erklären, wie schuldenfreies Wohnen funktioniert.

„Der totale Wohnsinn“ hat die Wohnungsbaugesellschaft ihr Projekt getauft – wie es der Name vermuten lässt, soll die Sache locker daherkommen, die Jugendlichen ansprechen. Und so treten die „Lehrer“, Azubis der LWB oder Mitarbeiter des Vereins sind also betont lässig. Ein Video zeigt sie, wie sie in T-Short, Basecap und Sneakers den Schülern alles rund ums richtige Haushalten erklären.

„Speziell beim Bezug der ersten eigenen Wohnung werden oft die Anforderungen unterschätzt, die aus der selbständigen Haushaltsführung erwachsen“, sagt Jens Eßbach, Leiter des LWB-Sozialmanagements. So würden Jugendlich oft nicht an alle Kosten denken, die ihnen aus einer eigenen Wohnung erwachsen.

„Essen, Kleidung, Genussmittel, Strom, Kosten für Telefon und Internet“, schreibt ein Azubi-Lehrer in einer Unterrichtstunde an die Tafel. Für all dies muss das monatliche Budget reichen – nicht zu vergessen die Miete selbst. Zahlenkolonnen füllen die Tafel – es wird gerechnet. Der Azubi erklärt, dass es im schlimmsten Fall auch zur Zwangsräumung kommen kann.

Auch ihre Rechte und Pflichten als Mieter sollten Jugendliche genau kennen, glaubt die LWB. Begriffstafeln sollen helfen, die wichtigsten Fragen zu identifizieren, etwa, dass der Vermieter bei Haustieren vorher gefragt werden muss oder dass es ab einer bestimmten Uhrzeit aus Rücksicht auf die Nachbarn leise zugehen sollte.

Die Tricks der Pfennigfuchser
Komasaufen bei Jugendlichen
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Vorglühen und Happy Hour

Sparen beim Alkohol steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Bei einer Umfrage unter 309 Teilnehmern hat das Gutschein-Portal Deals.com ermittelt, dass die Deutschen wöchentlich im Schnitt 14,53 Euro für alkoholische Getränke ausgeben. Jeder Fünfte glüht zu Hause vor und trinkt schon vor dem Weggehen, um Geld zu sparen. Elf Prozent versuchen zu sparen, indem sie Cocktails ausschließlich zur Happy Hour trinken.

Betreuungsgeld
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Sparen durch selber Kochen

Drei Mal pro Woche wird im Schnitt in deutschen Haushalten im Schnitt zu Hause gekocht. Dies sei einfach günstiger als Essen zu gehen oder zu bestellen – das finden zumindest 62 Prozent der Frauen und auch jeder zweite Mann (52 Prozent). Das ergab eine Umfrage mit 1000 Teilnehmern.

Pferdefleisch-Skandal
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No-Name statt Markenprodukte

Rund die Hälfte der Deutschen entscheidet sich beim Einkauf für No-Name-Produkte: 49 Prozent verzichten auf Markenwaren, um so Geld zu sparen. Darüber hinaus kaufen sie vorwiegend in großen Handelsketten ein und vernachlässigen wie kaum ein anderes Land die meist teureren, lokalen Einzelhändler: Jeder zweite Bundesbürger gibt an, seine Besorgungen primär bei den Einkaufsriesen zu erledigen. Das ergab eine Umfrage des Portals Deals.com unter 1000 Personen aus Deutschland.

ALDI
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Sonderangebote und Hamsterkäufe

Angesichts steigender Lebensmittelpreise achten immer mehr Deutsche auf Sonderangebote und Hamsterkäufe. Außerdem tendieren sie zu vergünstigten Waren nahe am Verfallsdatum. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage des Informationsunternehmens Nielsen. Die Deutschen seien im europäischen Vergleich überdurchschnittlich offen für tendenziell günstigere Eigenmarken. Auf ihr geliebtes Brot und auf Milchprodukte wollen die meisten jedoch nicht verzichten.

Rabatt-Coupon
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Gutscheine aus Zeitung und Internet

Deutsche nutzen gerne Gutscheine, um Geld zu sparen. Laut Studie von Deals.com stammen 28 Prozent der genutzten Gutscheine aus Zeitungen und aus der Werbepost.

Google-Suche
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Sparen mit Suchmaschinen und Preisvergleichsseiten

Auf der Jagd nach dem günstigsten Preis nutzt jeder Fünfte Suchmaschinen wie Google oder Bing. Auch Preisvergleichsseiten wie Billiger.de und Idealo.de werden von 15 Prozent der Befragten genutzt.

Rabattcoupon-Spezialist Groupon in Bedrängnis
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Sparen mit Werbemails und Newslettern

Jeder zehnte Kunde bezieht seine Gutscheine laut Deals.com aus Werbemails und Newslettern. Gutscheinseiten, die Angebote von Händlern zusammenstellen – so wie der Auftraggeber der Studie – werden von fünf Prozent der Kunden genutzt.

Auf den ersten Blick kommt die Initiative der Wohnbaugesellschaft ein wenig schräg daher – richtiges Mietverhalten soll erst gelernt werden müssen? Auf den zweiten Blick steckt etwas durchaus ernstes dahinter. Laut Auskunftei Creditreform stellt „unangemessene Haushaltsführung“ nach wie vor der Hauptgrund für finanzielle Probleme in jungen Jahren dar. Auch, wenn sie sich im kleinen Bereich befinde: Im Zehnjahresvergleich sei die Zahl der überschuldeten Jugendlichen um 68 Prozent gestiegen.

„Ein Haushalt ist keine Bagatelle“
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