Mieten Ungebremster Mietpreisanstieg war gestern

Droht in Deutschland eine Immobilienblase? Sind Mieten in Innenstädten bald unbezahlbar? In seinem Frühjahrsgutachten gibt der Zentrale Immobilien Ausschuss Entwarnung. Doch politische Vorgaben könnten stören.
Update: 03.02.2015 - 16:10 Uhr 11 Kommentare
Die Kaufpreise für Immobilien steigen noch, aber langsamer. Quelle: Getty Images
Ein Häuschen im Einkaufswagen

Die Kaufpreise für Immobilien steigen noch, aber langsamer.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfGute Nachrichten für Mieter: Der Mietpreisanstieg geht zu Ende. Zu diesem Ergebnis kommt das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Zwar sind die Mietpreise auch 2014 gestiegen, aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr – in Westdeutschland kletterten sie um 2,7 statt zuvor noch 3,3 Prozent, in Ostdeutschland um 1,9 statt 2,5 Prozent. Ein Grund zur Freude ist das aber längst nicht in allen Regionen. Vor allem in sogenannten Schwarmstädten treibt die erhöhte Nachfrage die Preise.

In einigen deutschen Städten und Metropolen wird es eng, so das Gutachten. Am stärksten stieg die Angebotsmiete im Gesamtjahr 2014 in München (3,3 Prozent), gefolgt von Stuttgart (2,4 Prozent), Berlin (2,0 Prozent) und Köln 1,7 Prozent. Die Top-7-Städte (siehe Kasten) ziehen insbesondere junge Menschen an. Die Nachfrage nach Mietwohnungen in attraktiven Städten steigt, während sie in ländlichen Regionen zurückgeht.

Die Sorge vor unbegrenzt steigenden Mieten hält ZIA-Präsident Andreas Mattner allerdings für unbegründet, denn die Immobilienwirtschaft habe auf den nachfragestarken Märkten mit vermehrtem Wohnungsneubau reagiert. „Der Marktmechanismus funktioniert auch ohne staatliche Eingriffe“, so Mattner. Preistreiber seien aber nicht nur die hohe Nachfrage, sondern auch höhere Preise für Bauland, strengere Regulierung und schärfere Vorgaben bei der Energieeffizienz.

Die Nachfrage nach zentralen Lagen sei ungebrochen hoch, sagt Michael Kiefer, Chefanalyst und Leiter Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24. Um weiteren Preissteigerungen entgegenzuwirken, sei die Politik auf regionaler Ebene gefragt: „Es müssen attraktive Rahmenbedingungen für mehr Neubau in den Städten geschaffen werden“, sagt Kiefer. „Nur so können Verhältnisse wie in Paris oder London vermieden werden, wo sich inzwischen auch die gut verdienende Mittelschicht das Wohnen in der Innenstadt kaum noch leisten kann.“


Dennoch fällt der Ausblick für 2015 insgesamt positiv für Mieter aus: „Das Jahr 2014 dürfte das Ende des nominalen Mietpreisanstiegs in Deutschland markiert haben.“ Dafür spreche, dass sich der Anstieg der Wohnungsmieten bereits deutlich verlangsamt habe, sich die regionale Breite des Mietpreisaufschwungs verkleinere und die Baufertigstellungen weiter gestiegen seien. Dagegen spreche zwar der weiter gesunkene Leerstand, doch dieser sei in den Regionen mit steigenden Mieten auch bislang schon gering gewesen.

Kaufpreise steigen noch stärker
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11 Kommentare zu "Mieten: Ungebremster Mietpreisanstieg war gestern"

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  • "Betongold"= vorbereitete Subprimecrisis.

    Leute, macht doch was ihr wollt: as u ve liked it.

  • Sie reklamieren einen Markt, den es doch de facto schon lange nicht mehr gibt: als könne man sich über den Staat über seine Mitverantwortung für den Markt entschuldigen.
    Das klingt nicht nur billig sondern erlaubt Zweifel an Ihrem Verstand als Vermieter - sollte zutreffen, dass Sie als Vermieter am Markt tätig sind.

  • Und wovom träumen Sie?

  • "Wir sollten doch einfach mal begreifen"...
    _____________

    Wer Wir: Sie oder ich?

  • @Lutz
    Gestiegen sind doch in den letzten 20 Jahren vor allem die Nebenkosten, als da wären:
    -Grundsteuer
    -Wasser/Abwasser
    -Müllgebühren
    -Gas/Heizoel mit den darauf liegenden Steuern
    -STROM: ich sage nur Energiewende und die Explosion der Stromsteuer!
    -Versicherungssteuer!
    -Schornsteinfeger-Gebühren

    Die meisten dieser Anstiege sind von Kommune oder Staat ausgegangen. Der Staat ist der Preistreiber. Die Nebenkosten wurden zur zweiten Miete. Mag sein, dass in den Städten Raum war für Mieterhöhungen, im ländlichen Raum gab es keine, da der Normalmieter in den letzten Jahren kaum einen Nettolohnzuwachs hatte. Deswegen darf jetzt die Miete kaum mehr steigen, sonst kommt der Staat nicht an seine Penunzen.....
    So einfach ist das. Wieder ein "Markt" der durch so durch den Staat kaputt reguliert wird. Bald kommt es wohl wie in Portugal, wo Mieten gar nicht mehr erhöht werden durften und die Mietverträge vererbbar wurden. Nennt man Sozialismus, aber unsere Politheinis sprechen noch vom "Markt" Wovon träumen die nachts?

  • "...dass die günstigen Lebenshaltungskosten in Deutschland dem Ende zugehen."
    ____________

    so wird das wohl sein. Freuen Sie sich auf Schäubles Panzer, die durch die Ghettos fahren werden unweigerlich, wenn diesen "Entwicklungen" nicht Einhalt geboten werden sollte.

  • Wir sollten doch einfach mal begreifen, dass das Verhältnis zwischen Nettoeinkommen und Mietzahlung sich wie in anderen Ländern schon üblich, angleicht. Nehmen wir die Osteuropäischen Länder Dort bezahlt man mit einem Nettomonatslohn die Monatsbruttomiete, und wir reden hier nicht von Zentrumsnähe. Gemessen an dem, sind die Wohnungsmieten in Deutschland immer noch günstig, nur dies wird sich logischerweise ändern und man sollte begreifen, dass die günstigen Lebenshaltungskosten in Deutschland dem Ende zugehen.

  • Und die Wogen der Deutsche Annington samt ihrem Kapitalbedarf - die zusammengekratzten rdbt 580 Millionen Euro scheinen den Damen und Herren Kapitalbedürftigen immer noch nicht so recht zu passen.
    Für solche Einsichten durfte ich mir die Miepreisberechnung der Deutschen Annington für meinn Sohn ansehen.
    Klar, dass mein Sohn jetzt seine Miete an mich höchstselbst zu entrichten hat, damit ihm noch was zum Leben übrigbleibt von seiner Arbeit.

  • Man sollte sich mal eine Mietinvestition der Deutsche Annington vor Augen führen:
    Durch die Deutsche Annington ergibt eine Primärinvestition von rdbt EURO via KV einen Preis von ca. EURO 5.000. Wenn die Deutsche Annington da nachrechnet kommen da munter 50.000 Euro raus bei.
    Davon ganz abgesehen rechnet die Deutsche Annington die danach zusammengekommenen EURO 50.000 noch mal sauber ad infinitum in die Gewinnbilanz.
    So kann man das natürlioch auch machen als "Woge" - oder als Miepreis-Tsunami.

  • Wer treibt denn auch stark die Baupreise ? Das sind die Länder, der Bund und die Kommunen, die Energieeinsparverordnungen erlasse, die für den Bauherrn sehr teuer werden....Ausserdem sind die Grunderwerbssteuer mit ihren erheblichen Steigerungen und die Erwerbsnebenkosten ausserordentlich belastend.......

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