Mietpreise Ein Rekordjahr für deutsche Immobilien

Nach zwei schwachen Jahrzehnten legten die Preise und Mieten in deutschen Städten 2011 kräftig zu. Vor allem der Markt für Eigentumswohnungen befindet sich im Höhenflug.
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Der florierende Wohnungsmarkt hat einen großen Anteil am Aufschwung. Quelle: dapd

Der florierende Wohnungsmarkt hat einen großen Anteil am Aufschwung.

(Foto: dapd)

KölnDer deutsche Immobilienmarkt hat ein Rekordjahr hinter sich: Erstmals seit 1993 legte der vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Bulwien-Gesa ermittelte Immobilienindex im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozent zu. Der Index berücksichtigt die Veränderungen der Mieten für Wohnungen, Büros und Läden sowie der Kaufpreise für Eigenheime, Eigentumswohnungen und Baugrundstücke in 125 deutschen Städten.

Getragen wird der Aufschwung insbesondere vom Wohnungsmarkt, für den die Münchener Analysten ein Plus von 4,7 Prozent ermittelten. Gewerbliche Immobilien waren indes nur mit einer Steigerungsrate von 1,6 Prozent an dem insgesamt positiven Ergebnis beteiligt. Vor allem der Markt für Eigentumswohnungen befindet sich im Höhenflug.

Nach zwei mageren Jahrzehnten mit einer durchschnittlichen jährlichen Preissteigerung von gerade einmal 1,2 Prozent verteuerten sich die vier Wände auf der Etage 2011 auf einen Schlag um 7,3 Prozent. Auch die Mieten stiegen überdurchschnittlich: Für Neubauwohnungen, die zum ersten Mal vermietet wurden, setzten Eigentümer 5,2 Prozent mehr Miete als 2010 durch. Wer für bestehende Wohnungen neue Mieter suchte, verlangte im Mittel 4,6 Prozent mehr. Vergleichsweise mager wirken demgegenüber die Mietsteigerungen für Büros (1,3 Prozent) und Ladenlokale (2,5 Prozent)

Das gute Ergebnis des vergangenen Jahres ändert allerdings nichts daran, dass steigende Mieten und Kaufpreise die Inflation in den vergangenen 20 Jahren nicht haben ausgleichen können. Zwischen 1990 und 2011 stieg der Immobilienindex jährlich nur um 0,7 Prozent

2012 werde der Markt langsamer wachsen, so Bulwien-Gesa. Grund seien die zunehmenden konjunkturellen Risiken infolge der Euro-Krise. Stabilisierend dürften sich jedoch die weiter günstigen Finanzierungsbedingungen auswirken.

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10 Kommentare zu "Mietpreise: Ein Rekordjahr für deutsche Immobilien"

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  • Google-Suche unter 10sec:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=8717820/1c94bfp/index.html
    http://www.dasinvestment.com/investments/immobilien/news/datum/2011/11/09/deutsche-immobilien-sind-bei-griechen-gefragt/
    http://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/london-im-visier-reiche-griechen-kaufen-luxus-immobilien/5799686.html
    Vielleicht machen Sie etwas falsch?

  • Nur mal so zum Vergleich, "zwischen 1990 und 2011" ist der Dax im Schnitt um 7% /jährlich/ gestiegen.

  • Ein Rekordjahr fuer deutsche Immobilien? Man muss dabei auch erkennen, wie die Anleger von der EZB durch negative Realverzinsung aus ihren Sparguthaben getrieben werden. Es ist eine Schande wie die EZB mit ihrer Politik die Sparguthaben und die Altersversorgung beraubt. Da gibt es keine positiven Aspekte. Fuer mich ist dieser Artikel voellig falsch aufgezogen - einfach naiv.

  • Ich bin Makler bei einer großen deutschen Organisation.

    Es werden in unserer Organisation ca. 6000 Einheiten (ETW oder Häuser) im Jahr verkauft. Fast ausschließlich in Großstädten.

    Wir haben das Thema bei der letzten Deutschland-Vertriebssitzung diskutiert.

    Es ist bisher KEIN Fall bekannt, dass an einen Griechen verkauft wurde!

    Italiener, US-Bürger, Franzosen: Ja. Aber bisher bei uns kein Grieche.

  • Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, allein die im Bericht erwähnten Zahlen sind eine Katastrophe. In den letzen zwanzig Jahren haben Immobilien dauerhaft an Wert verloren, dies umsomehr wenn man die tats. sog. "gefühlte" Inflationsrate zugrunde legt. Deutschland ist im Würgegriff einer Deflation. Die Niedrigstzinzen und sinkende Realeinkommen sprechen eine klare Sprache. Der Blip im letzten Jahr ist wohl auch den Minizinsen und der Unsicherheit geschuldet- dieser Blib in der nach unten zeigenden Kurve war maximal ein Ausreisser mehr nicht. Man sollte sich nicht täuschen lassen, in der Fläche ist der Preisverfall, aufgrund demographischen Wandels und auch in Zukunft weiter sinkender Einkommen, dramatisch. Ob ein Investment in den wenigen Ballungszentren hier wirklich eine Trendumkehr darstellt ? Erschwerend kommt hinzu dass in den wenigen noch wachsenden Märkten die Interessenten sich drängeln und die Preise auf absurde Nivaus hochtreiben- das MFH in München zum 20fachen ? Ein Top Investment ?

  • Volle Zustimmung!
    Griechenland pumpte sich Milliarden von deutschen Bankern und konnte es sich dadurch leisten, auf eine Besteuerung seiner Wohlhabenden zu verzichten, die dafür u.a. deutsche Oberklassewagen und Immobilien kaufen.
    Irgendwann erklärt sich der griechische Staat dann unweigerlich Pleite, die deutschen Gläubiger gehen leer aus und letztlich wird der deutsche Steuerzahler für deren Verluste geradestehen müssen.
    Wir verschenken für wertlose GIPSI Staatsanleihen unsere Waren und Güter. Griechenland hat den grössten Bankraub der Geschichte abgezogen und beschimpft die Beraubten auch noch als gewissenlose Profiteure. Ein perfides Spiel, das erst durch das politische Projekt Euro und das Ausserkraftsetzen regulierender Marktmechanismen möglich wurde.

  • Der Hype ist völlig übertrieben. Das Immo-Geschrei kommt mir vor, wie die Berichte des Einzelhandels in der Vorweihnachtszeit nach dem Motto: "Springt schnell auf, das Geschäft lohnt sich!" Nach Weihnachten hört man dann in einer Nebenmeldung, daß das Weihnachtsgeschäft eher schlechter war als im letzten Jahr. Im Frankfurter Raum (Taunus) konnte ich als Immo-Verkäufer jedenfalls keine Preissteiegerungen feststellen. Von Berlin hört man, daßen die Griechen die Russen beim Immo-Erwerb abgelöst haben sollen, indem diese nunmehr ihr Euro-Schwarzgeld unterbringen. Tipp: Wenn die Bundesregierung Griechenland helfen will, sollte sie weniger Geld nach Griechenland via Brüssel überweisen, sondern vielmehr helfen, die griechische Steuerflucht einzudämmen und Griechenland Amtshilfe leisten. Aber wahrscheinlich ist der griechische Finanzminister selbst der größte Steuerhinterzieher? Wundern würde es mich nicht.

  • Die Immobilienpreise und Mieten steigen, ja. Die Steigerungen finden in den Großstädten München, Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt … vielleicht noch in Dortmund statt. Nahezu ausschließlich.

    Selbst in Großraum München (Ausnahme vielleicht Landkreise München und Starnberg etc.) fallen die Preise jedoch schon im Bereich des Umlandes, da Pendeln teuer geworden ist und niemand mehr heute über 1 Stunde zur Arbeit fahren will.

    In den Großstädten ist aber die Eigentums-Quote gering, oft bei nur 20 %.

    Die Masse der Eigenheims-Besitzer auf dem Land hat von der Preissteigerung gar nichts und erlebt ihr „blaues Wunder“, dass das Einzelhaus im bayrischen Wald, gekauft vor 25 Jahren für DM 460.000 heute kaum mehr für 120.000 Euro an den Käufer gebracht werden kann…

    Von den Preissteigerung profitieren die, die ohnehin viel haben…


  • Ich persönlich finde den Hype um den Immobilienmarkt völlig übertrieben. Standardwohnungen und Häuser sind für Normalverdiener, realistisch gerechnet, nicht bezahlbar. Aber ich schätze; das will auch niemand bezahlbar haben. Man stelle sich vor, Jedermann hätte eine Eigentumswohung ( also das Gemäuer wo man nur die Luft zwischen 2 Wänden besitzt und stronomische Summen dafür zahlt ) oder ein eigenes Haus auf eigenem Grund und Boden.

  • Spannend wäre zu wissen, wieviel Prozent der Immobilienverkäufe von Inländern an Ausländer erfolgt sind?
    Da über das TARGET2-System viel Geld von den GIPSIF geschöpft wurde, und u.a. als Fluchtgeld in riesigen Strömen nach Deutschland fließt, stellt sich die Frage, ob hier nicht ein Ausverkauf Deutschlands stattfindet mit Geldscheinchen, die (die derzeitige Inflation vernachlässigt) immer weniger wert sind. Vergleichbar mit dem Ende des Bretton-Woods-System.

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