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Milliarden-Deal Vonovia übernimmt Mehrheitsanteil am schwedischen Wohnungsunternehmen Hembla

Vonovia setzt seine Expansion auf dem schwedischen Markt fort: Nach der Übernahme von Victoria Park im Jahr 2018 investiert sie mehr als eine Milliarde Euro.
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Der Konzern setzt seine Expansion auf dem schwedischen Markt fort. Quelle: dpa
Vonovia

Der Konzern setzt seine Expansion auf dem schwedischen Markt fort.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vonovia-Chef Rolf Buch kann die nächste Milliardenübernahme verkünden: Der Bochumer Immobilienkonzern kauft dem US-Finanzinvestor Blackstone für 1,14 Milliarden Euro 62 Prozent der Anteile am schwedischen Wohnungsunternehmen Hembla ab. Damit wird der Dax-Konzern nach eigenen Angaben zum Marktführer in dem skandinavischen Land.

Durch die Übernahme des Immobilienkonzerns Victoria Park mit mehr als 16.000 Wohnungen in den Regionen Malmö, Stockholm und Göteborg wächst das Wohnungsportfolio in Schweden mit der Übernahme von Hembla um etwa 21.000 Wohnungen vor allem in Stockholm. Für die Bochumer ist es die drittgrößte Übernahme in ihrer Geschichte.

Noch steht die Genehmigung durch die schwedischen Kartellbehörden aus – doch geht Buch davon aus, dass diese unstrittig sein dürfte. Stimmen die Behörden zu, muss Vonovia den verbliebenen Hembla-Aktionären binnen vier Wochen ein öffentliches Pflichtangebot zur Übernahme ihrer Wertpapiere vorlegen. „Noch vor Weihnachten werden wir wohl wissen, wie viele Anteile wir haben“, sagt Buch im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Sollten es mehr als 90 Prozent sein, gäbe es wohl ein sogenanntes Squeeze-out: Aktionäre, die in der ersten Runde nicht verkauft haben, würden zur Veräußerung verpflichtet, danach würde Hembla von der Börse genommen. „Wir könnten aber auch mit weniger als 90 Prozent Aktienanteilen gut leben“, gibt sich Buch gelassen.

Den 11,5-prozentigen Aufschlag auf den Hembla-Kurs von gut 190 Schwedenkronen vom vergangenen Freitag und knapp 15,6 Prozent auf den gewichteten Durchschnittskurs auf Dreimonatssicht hält Buch für „fair“. Der Preis entspreche in etwa dem für Ende 2019 prognostizierten Substanzwert (NAV) der Gebäude, der im letzten Jahresquartal aufgrund von Sanierungsmaßnahmen noch steigen werde. Blackstone hatte Hembla 2016 zum Aktienkurs von um die 100 Schwedenkronen übernommen. Inklusive Schulden ist das Unternehmen heute rund 3,5 Milliarden Euro wert.

Deutscher Wohnungsmarkt ähnlich

Den größten Teil des Kaufpreises hat Vonovia bereits über eine Kapitalerhöhung eingesammelt: Im Mai hatte der Konzern brutto gut 744 Millionen Euro eingenommen. Der Rest von etwa 300 Millionen Euro wird über Darlehen finanziert. Bei einer aktuell am unteren Ende des Zielkorridors liegenden Verschuldungsquote von 40 Prozent und einer Bilanzsumme von annähernd 50 Milliarden Euro eine überschaubare Summe, meint Buch.

Zudem fühlt sich der Vorstandschef des größten deutschen Vermieters auf dem schwedischen Wohnungsmarkt heimisch: „Der dortige Markt ähnelt sehr dem deutschen“, sagt Buch. Auch in Schweden sei der Wohnungsmarkt streng reguliert, Mietpreise und -anstiege würden über ein dem Mietspiegel vergleichbares Instrument austariert. „Außerdem ähnelt die Gebäudesubstanz der in Deutschland, wir wissen also, womit wir es zu tun haben.“

Wegen der gedeckelten Preise wird der Konzern kaum auf allzu starke Mietsteigerungen spekulieren. Darauf, beteuert Buch, komme es ohnehin nicht an – entscheidend für einen langfristig orientierten Wohnungskonzern sei die Nachhaltigkeit der Zahlungsströme. „Und wir wollen noch die nächsten 100 Jahre in Schweden sein.“

Mehr: Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Wohnungskonzerns will sich in der Debatte um unbezahlbare Mieten als soziales Gewissen profilieren.

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