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Nachgefragt: Herbert Lütkestratkötter „Dringender Bedarf an vielen Stellen“

Herbert Lükestratkötter ist Mitglied des Vorstandes der Hochtief AG und dort zuständig für PPP. Im Interview erklärt er die Vorteile von Private-Public-Partnership und welche Auswirkungen sich daraus für Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst ergeben.

Handelsblatt: Wie hoch ist der Investitionsbedarf im öffentlichen Hochbau in den nächsten zehn Jahren?

Herbert Lütkestratkötter: Allein bei Schulen, Verwaltungsgebäuden und Krankenhäusern rechnen wir damit, dass bis zum Jahr 2009 in Deutschland Private- Public-Partnership-Projekte mit einem Investitionsvolumen von etwa sechs Milliarden Euro ausgeschrieben werden.

Auf welchem Gebiet sind Investitionen am nötigsten?

Wir haben in allen Bereichen bei zahlreichen öffentlichen Gebäuden keine zufriedenstellende Situation. Es besteht vielerorts dringender Handlungsbedarf. Gleiches gilt auch für unser Autobahn- und Straßennetz.

Wie hoch sind die Kostenvorteile von Public Private Partnerships?

Eine Untersuchung des National Audit Boards in Großbritannien – das ist mit dem Bundesrechungshof vergleichbar – zeigt, dass die Effizienzvorteile bei durchschnittlich 17 Prozent liegen. Für Deutschland liegen mangels Masse noch keine vergleichbaren Daten vor. Bei unserem Projekt mit Schulen in Offenbach wurde ein Effizienzvorteil von 18 Prozent erzielt, das heißt der Kreis spart 90 Millionen Euro.

Woher kommen die Vorteile?

Sie resultieren vornehmlich aus geringeren Investitions- und Betriebskosten, weil private Partner die Lebenszykluskosten eines Projektes gesamtheitlich optimieren können. Hinzu kommen verkürzte Planungs- und Bauzeiten sowie ein reibungsloser Betrieb und eine optimale Bewirtschaftung der Anlagen.

Welche Folgen haben Public Private Partnerships für die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst?

In der Regeln werden die in diesem Bereich tätigen öffentlichen Bediensteten von den Privaten übernommen. Bei unserem Projekt in Offenbach haben 57 Hausmeister und zehn bisher für die Gebäudeverwaltung zuständige Mitarbeiter des Kreises einen neuen Arbeitgeber, die Hochtief PPP Schulpartner GmbH.

Die Fragen stellte Reiner Reichel.

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