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Neue Kreditregeln Senioren und junge Familien kommen leichter an Wohnkredite

Die Bundesregierung sorgt für mehr Klarheit bei der Bewertung der Bonität von Kreditnehmern. Davon profitieren junge und alte Immobilienkäufer.
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Der Traum vom Eigenheim: Wo die Kredite am günstigsten sind

Berlin Die eigene Immobilie steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Doch in den vergangenen beiden Jahren hatten insbesondere Senioren und junge Familien, die einen Immobilienkredit beantragten, Probleme mit ihren Banken. Schuld waren Formulierungen in dem Gesetz zur Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie über die Einschätzung der Bonität, die unterschiedlich gedeutet werden konnten. Nun hat die Bundesregierung eine Verordnung vorgelegt. Damit erhöhen sich die Chancen, einen Kredit bewilligt zu bekommen.

Seit Anfang des Monats sind die sogenannten „Leitlinien zur Kreditwürdigkeitsprüfung bei Immobiliendarlehen“ in Kraft. Sie dienen dazu, „in der Praxis aufgetretene Fragen zur Auslegung der Vorschriften“ zu beantworten.

Ein unklarer Punkt für die Banken war bisher beispielsweise die Frage, ob eine kurze statistische Lebenserwartung des Kreditnehmers zu einer Befristung der Vertragslaufzeit führen sollte. Das ist nach der neuen Verordnung nicht der Fall. Die Möglichkeit, dass der Darlehensnehmer während der Vertragslaufzeit verstirbt, könne unberücksichtigt bleiben, wenn es „wahrscheinlich ist, dass der Darlehensnehmer zu Lebzeiten den jeweils fälligen Verpflichtungen … voraussichtlich vertragsgemäß nachkommen wird“, stellt der Gesetzgeber fest.

Außerdem soll der „Immobilienwert oder der Wert anderer als Sicherheiten dienender Vermögenswerte des Darlehensnehmers hinreichende Gewähr für die Abdeckung der … Verbindlichkeiten und eventuellen Verwertungskosten“ bieten. Im Klartext: Der Kredit kann relativ problemlos gewährt werden, wenn der Wert der Immobilie die Kreditsumme übersteigt. Dabei ist allerdings nicht genau festgelegt, wie der Immobilienwert ermittelt werden soll.

Positive Faktoren könnten bei Kreditvergabe berücksichtigt werden

Nicht nur bei Senioren sorgt die Bundesregierung für mehr Klarheit. Denn generell können Banken „wahrscheinliche positive Ereignisse“ bei der Kreditgewährung berücksichtigen. Dazu zählen die Verlängerung oder Entfristung eines Beschäftigungsverhältnisses, die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit nach einer Elternzeit oder die Aufstockung der Arbeitszeit nach Teilzeittätigkeit.

Diese Punkte können bei Krediten an junge Familien den Ausschlag geben. Den Blick in die Glaskugel müssen die Berater der Bank dabei nicht bemühen. Bei der Prognose, welche künftigen Entwicklungen wahrscheinlich sind, „kann der Darlehensgeber einen nach der Lebenserfahrung anzunehmenden Verlauf der Dinge unterstellen“, heißt es in der Vorschrift.

Ausdrücklich werden in der Verordnung Kredite angesprochen, die der Renovierung dienen. Der dadurch zu erwartende Wertzuwachs kann im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung berücksichtigt werden, stellt der Gesetzgeber fest.

Und noch ein wichtiger Punkt: Sollte sich der Kreditnehmer nach Ablauf der Vertragslaufzeit nach einem neuen Darlehensgeber umschauen, kann dieser das bisherige Zahlungsverhalten des Kreditnehmers berücksichtigen. Eine neue Prüfung sei nur dann erforderlich, wenn sich der Darlehensbetrag deutlich erhöhen sollte. Das wäre dann der Fall, wenn sich die Darlehenssumme um mehr als zehn Prozent erhöhen sollte.

Die Banken begrüßen die Klarstellung. Sie können nach gesundem Menschenverstand urteilen, ohne gleich zu befürchten, dass sie gegen eine Regel verstoßen. Nutznießer sind ihre Kunden.

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