Preissteigerungen Immobilien boomen ohne Ende

Die Immobilienpreise klettern unentwegt weiter. Erstaunlich ist: Büros verteuern sich stärker als Wohnungen. Ein Ende dieses Hypes ist nicht absehbar. Für Mieter ist das ein klares Signal.
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Durch den Einfluss der Landeshauptstadt war der Preisanstieg in Baden-Württemberg höher als vielerorts. Quelle: dpa
Stadtansicht Stuttgart

Durch den Einfluss der Landeshauptstadt war der Preisanstieg in Baden-Württemberg höher als vielerorts.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDeutschlands Immobilien werden teurer und teurer. vdp-research, das Analysehaus des Verbandes der deutschen Pfandbriefbanken, kann auch im dritten Quartal keine Änderung dieses Trends erkennen. Der Indikator: Der vdp-Immobilienpreisindex, der inzwischen 136,1 Punkte erreicht hat – ein Zuwachs von 6,7 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal. Ausschlaggebend sind laut vdp-Research das immer noch niedrige Zinsniveau und „eine Vielzahl von Risikofaktoren im weltwirtschaftlichen Umfeld, die eine Anlage in Sachwerte vergleichsweise attraktiv erscheinen lassen“.

Diese Analyse deckt sich mit der anderer Institute, die teils bereits das vierte Quartal ausgewertet haben. Doch die Zahlen von vdp-Research haben den Vorteil, dass sie auf tatsächlichen Geschäftsvorfällen basieren, die den Marktforschern von den Verbandsmitgliedern übermittelt werden. Die meisten anderen Studien basieren auf Angebotsmieten und -preisen, die aus Vermittlungsplattformen und Anzeigen abgelesen wurden. Die tatsächlichen Miet- und Kaufvertragsabschlüsse können davon abweichen.

Im einzelnen stellt vdp-Reserach fest, dass sich selbst genutztes Wohneigentum im Vergleich der dritten Quartale um 6,6 Prozent verteuert hat, Mehrfamilienhäuser um 5,8 Prozent, Büroimmobilien sogar um 10,1 Prozent. Am geringsten waren die Preissteigerungen im Einzelhandelssektor (3,1 Prozent). „Auf den Wohnimmobilienmärkten in den Metropolregionen bleibt die Lage weiterhin angespannt, da die Nachfrage das vorhandene Angebot übersteigt“, stellen die vdp-Experten klar.

Auch die in fast allen dieser Märkte eingeführte Mietpreisbremse scheine nicht die gewünschte Wirkung zu entfalten. Die Neuvertragsmieten stiegen um vier Prozent. F+B Forschung und Beratung, ein auf Mietspiegel spezialisiertes Marktforschungsinstitut, stellte in der vergangenen Woche fest, dass die Mietspiegelmieten in ganz Deutschland im Schnitt um 1,8, Prozent gestiegen sind. In den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg mit den teuren Metropolen München und Stuttgart sowie in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg war der Preisanstieg deutlich kräftiger Die Entwicklung der Mietspiegelmieten wird maßgeblich von den Mieterhöhungen im Bestand bestimmt.

In der Politik wird derweil über eine Verschärfung der Mietpreisbremse nachgedacht. Die Wohnungswirtschaft wie auch Analysehäuser verweisen immer wieder darauf, dass die Mietpreisbremse das Grundproblem fehlender Wohnung nicht löst. So äußerte Thomas Hegel, Vorstandschef von LEG Immobilien, dem drittgrößten börsennotierten Wohnungsvermieter, kürzlich: „Nur mit mehr Wohnungen bekommen wir den Druck aus dem Markt.“ Und vergaß nicht hinzuzufügen: „Jeder Politiker hat jetzt begriffen, dass die Mietpreisbremse nicht zu Neubau führt.“

Wo die Preise explodierten
Rekordjahr der Mietpreisanstiege
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2016 steigen die Mieten in den deutschen Großstädten auf Rekordniveau – und toppen selbst die hohen Wachstumsraten aus dem Jahr 2012. Zu diesem Schluss kommen die Experten des Immobilien- und Dienstleistungsunternehmens JLL (Jones Lang Lasalle), die den Markt seit 2004 beobachten.

Acht Großstädte untersucht
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Bei der Erhebung wurde die Preisentwicklung in den acht Großstädten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig verglichen. Auf Jahressicht beträgt das gemittelte Plus knapp acht Prozent – die Spanne reicht von vier bis zwölf Prozent. Betrachtet wurden die jeweiligen Zwölfmonatszeiträume (zweites Halbjahr 2016 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2015).

Quelle: JLL Germany

Platz 8: Frankfurt
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Das Schlusslicht im Ranking bildet Frankfurt. Die Mieten in der hessischen Bankenmetropole sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent gestiegen, damit zeigt Frankfurt zum zweiten Mal in Folge den geringsten Anstieg der untersuchten acht Städte. Für einen Quadratmeter muss ein Wohnungsinteressent inzwischen 13,50 Euro pro Monat bezahlen. Im Vergleich zu 2004 haben sich die Mieten in Frankfurt um 35 Prozent verteuert.

Platz 7: Stuttgart
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Auch die Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist begehrt. Mit einem Zuwachs von 5,9 Prozent im Jahr 2016 sind die Mieten in Stuttgart auf 13,05 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Seit 2004 haben sich die Mietpreise in Stuttgart verdoppelt.

Platz 6: Leipzig
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Obwohl Leipzig mit durchschnittlich 6,35 Euro pro Quadratmeter immer noch ein vergleichsweise niedriges Mietniveau hat, haben sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr dennoch um sechs Prozent verteuert. Im Vergleich zu 2004 sind die Mietpreise um 30 Prozent angestiegen.

Platz 5: Hamburg
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In Hamburg haben sich die Mieten 2016 im Schnitt um 6,4 Prozent verteuert. Damit liegt der Quadratmeterpreis inzwischen bei 11,50 Euro. Seit 2004 sind die Preise in der Elbmetropole um ganze 40 Prozent gestiegen.

Platz 4: Düsseldorf
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Auch Düsseldorf gilt als teures Pflaster – 2016 haben sich die Mieten in der Stadt am Rhein nochmals um 6,5 Prozent erhöht. Der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter liegt somit bei 10,65 Euro. Seit 2004 sind die Mietpreise in Düsseldorf insgesamt um 36 Prozent angestiegen.

Bei steigenden Mieten und gleichzeitig immer noch niedrigen Zinsen versuchen viele Mieter in Eigentum zu wechseln. Die Nachfrage übersteigt auch in diesem Segment das Angebot. Das zeigt sich in den Preisen für Ein- und Zweifamilienhäuser, die sich gegenüber dem dritten Vorjahresquartal um 6,5 Prozent verteuerten. Bei den Eigentumswohnungen scheint sich die Preisdynamik etwas abzumildern. Die Preise kletterten dort um sechs Prozent. Gewerbliche Immobilien verteuerten sich um 6,4 Prozent, was vor allem auf den hohen Preisanstieg für Büroimmobilien zurückzuführen ist.

Das macht vor allem institutionellen Anlegern wie Versicherern, aber auch Offenen Immobilienfonds für Privatanleger zu schaffen. Sie finden immer weniger Objekte, die zu ihren Renditevorstellungen passen. Die Helaba sieht für Immobilieninvestoren zurzeit generell nur einen Ausweg: „Sie müssen die Renditeerwartungen senken oder mehr Risiko in Kauf nehmen.“

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