Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Premiumimmobilien Wo Deutschlands Millionäre ihre Villen kaufen

Nirgendwo in Deutschland wurden zuletzt so viele Luxuseigenheime verkauft wie in Hamburg. Damit verweist die Hansestadt den ewigen Rivalen München auf den zweiten Platz.
1 Kommentar
Die Villenbewohner haben einen herrlichen Blick auf die Außenalster. Quelle: pixathlon / Angerer
Hamburg, Uhlenhorst

Die Villenbewohner haben einen herrlichen Blick auf die Außenalster.

(Foto: pixathlon / Angerer)

Düsseldorf Diese Adresse hält, was sie verspricht: An der Schönen Aussicht im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst haben Bewohner einen herrlichen Blick auf die Außenalster. Großbürgerliche, zumeist weiße Villen auf riesigen Parkgrundstücken säumen die Allee entlang des Wassers. Ähnlich das Bild in den rückwärtigen Wohnstraßen: Die City ist nah, doch dringt ihr Lärm bestenfalls aus der Ferne in die Wohnzimmer der Uhlenhorster.

Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass diese Kriterien die Lage zu einer der teuersten und exklusivsten in Hamburg, wenn nicht in ganz Deutschland machen. Die Preise sind entsprechend: 18,2 Millionen Euro verlangt der Verkäufer einer denkmalgeschützten Villa mit 17 Zimmern und einem 1200 Quadratmeter großen Wassergrundstück für seine Immobilie.

Findet sich bald ein Käufer, stehen die Chancen gut, dass es die teuerste in diesem Jahr in der Hansestadt verkaufte Immobilie sein wird – und Uhlenhorst damit den amtierenden Sieger, den Nachbarstadtteil Winterhude, vom Treppchen verdrängt. Im vergangenen Jahr wechselte dort laut Angaben des Maklerhauses Dahler & Company eine Villa für 17 Millionen Euro den Eigentümer, den höchsten Verkaufspreis, der 2018 für ein Einfamilienhaus in der Hansestadt erzielt wurde.

Die Beispiele zeigen: Der Markt für Luxusimmobilien an Alster und Elbe läuft wie geschmiert. Genau 299 Verkäufe von Eigenheimen jenseits der Preisgrenze von einer Million Euro zählten die Marktanalysten des deutschlandweit tätigen Maklerhauses von Poll Immobilien.

In München, jahrelang die Hauptstadt deutscher Villenkäufer, waren es gerade 130 Ein- und Zweifamilienhäuser. „Mit einem Minus von fast 70 Prozent zeigt sich in München die deutlichste Veränderung unter den Top-sieben-Städten Deutschlands“, stellt Philipp Levinger, Researchleiter bei von Poll, fest. „Bei der Zahl der Verkäufe im Premiumsegment insgesamt ist München aber nach wie vor mit Abstand Spitzenreiter“, relativiert er den Befund.

Denn mit 750 an der Isar und 352 an der Elbe verkauften Eigentumswohnungen schlägt die Bayernmetropole die Hansestadt noch immer um einiges. „Der Abstand zur Hafenmetropole hat sich jedoch im Vergleich zu 2017 deutlich verringert“, meint Levinger.

In München, so scheint es, hat der Markt für Premiumimmobilien seinen vorläufigen Höhepunkt überschritten. Während sich zwischen 2014 und 2017 die Verkäufe von Häusern und Wohnungen zum Preis von mindestens einer Million Euro fast verdoppelten, ging ihre Zahl im vergangenen Jahr um knapp 19 Prozent zurück.

Insgesamt wechselten an der Isar in diesem Preissegment Immobilien im Wert von 1,7 Milliarden Euro den Eigentümer. In Hamburg geht das Wachstum vorerst weiter – die Stadt bleibt München dicht auf den Fersen und setzt sich kontinuierlich vom Drittplatzierten, Berlin, ab.

Starnberg schlägt Berlin

Die leicht rückläufige Nachfrage nach Luxusimmobilien in der bayerischen Landeshauptstadt spiegelt wohl auch die Sorgen der Käufer über eine Überhitzung des Marktes. So warnte die Bundesbank vor Preisübertreibungen in deutschen Großstädten, allen voran in München.

Die Notenbank schätzt, dass die Überbewertungen bei rund 35 Prozent liegen könnten. Auch die Schweizer Bank UBS hält die Wohnimmobilienpreise an der Isar inzwischen für überteuert. Nach ihren Berechnungen haben sich die realen Wohnungspreise – also abzüglich der Inflation – in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und befänden sich auf einer „explosiven Kurve“.

Für Sebastian Grimm, Spezialist für die Bewertung von Wohnimmobilien bei JLL Frankfurt, ist die zunehmende Zurückhaltung der Käufer bei sehr teuren Immobilien keine Überraschung: „Im Spitzensegment beobachten wir in sechs von acht deutschen Großstädten eine deutliche Verlangsamung der Preisanstiege“, sagt der Experte.

Weitgehend unbeeindruckt davon zeigen sich zwei Standorte jenseits der großen deutschen Metropolen: Sylt im Norden und der Landkreis Starnberg im Süden. Denn relativ betrachtet schlagen sie die Luxusimmobilienmärkte in den Metropolen um Längen.

Nirgendwo sonst werden pro Kopf mehr teure Villen und Wohnungen verkauft als auf der Nordseeinsel. Und nirgends sonst liegt die gezahlte Summe pro Einwohner höher als im Voralpen-Landkreis.

Dort wechselten 2018 mit 173 Villen im Preissegment von über einer Million Euro fast genauso viele Eigenheime dieser Preisklasse den Eigentümer wie in Berlin. Kein Wunder: In dem Landkreis nahe München kommen zwölf Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner – Platz eins in Deutschland. In Berlin liegt das statistische Verhältnis gerade bei 1,3.

Zudem ist das Angebot adäquater Immobilien in Starnberg und Umgebung mehr als knapp, vor allem, wenn es ein Wassergrundstück sein soll. „Es gibt gerade einmal 64 Ufergrundstücke rund um den Starnberger See“, sagt Vivianne Pucer, Leiterin der von-Poll-Immobilien-Geschäftsstelle am Ort.

Deshalb scheitert nicht selten die Suche nach einem Domizil mit Steg und Bootshaus selbst dann, wenn solvente Käufer einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag ausgeben könnten, weiß die Maklerin. In weniger exklusiven Lagen und zu Preisen ab etwa einer Million Euro sei das Immobilienangebot in der Region weniger knapp. „Aber auch dort müssen Käufer Kompromisse machen und etwa zwölf Monate für die Suche einkalkulieren.“

Mehr: In den größten deutschen Städten wird mehr gebaut: Hamburg ist Spitzenreiter.

Startseite

Mehr zu: Premiumimmobilien - Wo Deutschlands Millionäre ihre Villen kaufen

1 Kommentar zu "Premiumimmobilien: Wo Deutschlands Millionäre ihre Villen kaufen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gaaanz wichtige Frage! Ja wo kaufen sie denn ?? Obwohl, so weiß man wenigstens wo man nicht hin will.

Serviceangebote