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Proptech Deutsche Immobilien-Start-ups sind begehrt, aber im internationalen Vergleich klein

Als Proptech werden Start-ups aus der Immobilienbranche bezeichnet. Diese sind in Deutschland noch nicht allzu etabliert – doch die Szene wird immer größer.
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Durch Proptechs digitalisiert sich der Immobilienmarkt zunehmend. Quelle: dpa
Immobiliebbranche

Durch Proptechs digitalisiert sich der Immobilienmarkt zunehmend.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie deutschsprachige Proptech-Szene wächst. Im vergangenen Jahr haben Start-up-Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die aus dem Immobilienbereich stammen, einer Analyse der Beteiligungsgesellschaft Blackprintpartners zufolge insgesamt 217 Millionen Euro in Finanzierungsrunden eingenommen – ein Viertel mehr als 2017. Der Begriff Proptech ist ein Wortgebilde aus „Property“ (Eigentum) und „Technology“.

Die größte Summe konnte mit 50 Millionen Dollar Tado einsammeln, eine Firma, die sich auf die digitale Steuerung von Heizungen und Klimaanlagen spezialisiert hat. Die zweithöchste ging an Navvis: Die Münchener haben eine Technik zum Kartografieren von Innenräumen entwickelt. „Die Finanzierungsrunden nehmen zu. Das ist eine gute Nachricht“, sagt Alexander Ubach-Utermöhl, Mitgründer von Blackprintpartners. Aber: „Im internationalen Vergleich ist die Summe immer noch niedrig.“

Mit insgesamt 217 Millionen Euro sammelten die Proptechs aus dem deutschsprachigen Raum im vergangenen Jahr gerade einmal so viel Geld ein, wie der japanische Konzern Softbank nun allein auf einen Schlag in Clutter investierte. Auch die Firma mit der über alle Finanzierungsrunden hinweg höchsten Investmentsumme verblasst im internationalen Kontext: Thermondo, eine Firma zur Digitalisierung von Heizungsanlagen, hat laut der Blackprintpartners-Analyse insgesamt 116 Millionen Euro eingesammelt.

Zum Vergleich: Weltweit sammelten Proptechs im vergangenen Jahr knapp 15 Milliarden Dollar ein, analysiert die britische Analysefirma Unissu. Da Unissu Anbieter von Coworking-Flächen nicht als Proptechs sieht, sondern als Vermieter von Flächen mit angeschlossener Dienstleistung, sind Zahlen zu WeWork und Co. darin nicht enthalten.

Dass es bislang noch keine Finanzierungsrunden in Deutschland gibt, die auch international vergleichbar sind, führt Ubach-Utermöhl unter anderem auf die fragmentierte Proptech-Landschaft in Deutschland zurück. „Der nächste Schritt ist eine Konsolidierung. Wenn das passiert, wird auch die Hürde kleiner, größere Beträge zu investieren“, sagt er.

In Deutschland stecken Proptech-Investments noch in einer verhältnismäßig frühen Entwicklungsphase, sagt auch Nikolas Samios, Mitgründer des ersten deutschen Proptech-Investmentfonds Proptech1. Die Zahl der strategischen Investoren nehme jedoch zu.

Beteiligungen nehmen zu

So beteiligten sich kürzlich Union Investment, Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken, und kurz darauf die Deka, Kapitalanlage‧gesellschaft der Sparkassen, an Architrave. Die Firma hat sich auf die Digitalisierung von Daten und Datenmanagement in der Immobilienwelt spezialisiert.

Der im SDax gelistete Immobilien-Assetmanager Patrizia beteiligte sich an Evana, das ebenfalls auf Datenauswertung spezialisiert ist. Der MDax-Konzern Deutsche Wohnen sicherte sich 2018 eine Beteiligung am Visualisierungs-Start-up VRNow.
Einige klassische Immobilienunternehmen haben für ihre Beteiligungen eigene Tochterunternehmen gegründet: Die österreichische Signa-Gruppe steckt über Signa Innovations Kapital in das Virtual-Reality-Start-up Inreal.

Immobilienentwickler Art-Invest gründete Bitstone, die Kölner Bauwens nennt ihren Start-up-Ableger Bauwens Digital. Nikolas Samios von Proptech1 sieht in der Experimentierfreude eine Parallele zur Entwicklung der Fintech-Szene vor ein paar Jahren – und hofft für die Proptechs auf einen ähnlichen Schub.
Auf einen ähnlich großen Venture-Capital-Fonds wie Softbanks Vision Fund werden deutsche Proptechs allerdings wohl noch eine Weile warten müssen.

In einer vorherigen Version des Textes hieß es, dass allein deutsche Proptechs 217 Millionen Euro eingesammelt haben. Tatsächlich sind in diese Zahl auch junge Unternehmen aus Österreich und der Schweiz inbegriffen.

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