Baufinanzierung Wie Häuslebauer die Mini-Zinsen reservieren

Noch nie war Baugeld so günstig wie jetzt. Das weckt Begehrlichkeiten. Wie sich Immobilienbesitzer, deren Darlehen erst in Jahren auslaufen, die günstigen Sätze sichern können - und ihr Objekt in kurzer Zeit abbezahlen.
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Börsenhändler in Aktion: Je größer die Krise an den Finanzmärkten, desto günstiger das Baugeld. Quelle: dpa

Börsenhändler in Aktion: Je größer die Krise an den Finanzmärkten, desto günstiger das Baugeld.

(Foto: dpa)

In Zeiten der Finanzkrise erhalten manche Börsenweisheiten eine ganz neue Bedeutung. So lässt sich etwa Nathan Rothschilds wohlmeinender Rat „Kaufen Sie, wenn die Kanonen donnern, und verkaufen Sie beim Klang der Trompeten“ heutzutage aus der Welt der Aktienkäufer in die private Baufinanzierung übertragen.

Denn in Zeiten der Zypern-Krise, des Regierungschaos in Italien und einer sich ankündigenden hartnäckigen Rezession in Europa sind die Zinsen für Immobilienkredite so günstig wie nie zuvor. In den vergangenen fünf Jahren fielen die Sätze für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung von durchschnittlich 5,4 Prozent auf aktuell gut 2,5 Prozent. Allein in den vergangenen zwei Wochen sanken die Sätze im Zuge der Verschärfung der Euro-Krise um 0,2 Prozentpunkte.

Grund für die Rabattmentalität beim Baugeld ist vor allem der Run der Anleger auf deutsche Bundesanleihen. Die Staatspapiere gelten in Krisenzeiten als sicherer Hafen für Anlegergelder.

Der Effekt funktioniert so: Die höhere Nachfrage nach Staatsanleihen sorgt für steigende Kurse. Im Gegenzug sinken die Zinsrenditen, aktuell sind sie so niedrig wie seit August 2012 nicht mehr, zehnjährige Papiere rentieren nur mit 1,25 Prozent. Banken können dieses niedrigere Zinsniveau nutzen, weil sie Pfandbriefe zu günstigeren Sätzen an den Markt bringen können. Viele Banken refinanzieren so ihre Darlehen für die privaten Häuslebauer.

Auch Immobilienbesitzer, deren Darlehen erst in einigen Jahren ausläuft, können sich die niedrigen Zinsen sichern. Dazu lassen können sie Forward-Darlehen abschließen, die aktuelle Konditionen gegen einen Aufschlag bis zu 66 Monate reservieren. „Wir sehen, dass Forward-Darlehen bei dem jetzigen Zinsniveau verstärkt nachgefragt werden“, so Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank.

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9 Kommentare zu "Baufinanzierung: Wie Häuslebauer die Mini-Zinsen reservieren"

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  • @aktionaer

    Guter Hinweis, Asien belohnt die Investoren und die EU die Gläubiger. Viele Staaten der EU sind doch schon jetzt nicht in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Ein „Forderungsverzicht“ wird – solange es geht – hinausgeschoben. Wobei immer die Gesamtbelastung ist und oftmals die Pensions- und Rentenverpflichtungen das eigentliche Problem sind….

    Aber: Wer sind denn die Wähler? Auch hier lässt die Demographie grüßen.

    Natürlich haben die jetzt über 60 jährigen viel zum Aufbau beigetragen. Dafür haben sie sich auch „Renten-und Pensionsanwartschaften“ genehmigt wie noch nie eine Generation überhaupt. So eine Rente/Pension von Euro 2000 / Monat hat ja auch (für eine 65 –Jährige) leicht einen Barwert von Euro 500.000. Die Absicherung im Pflegefall etc. ist immer gegeben…..

    Der Baussparvertrag hat Stärken als „Beimischung“ einer Finanzierung. Es gibt aber auch Nachteile wie die hohe Liquiditäts-Belastung (schnelle Tilgung) und – was oft übersehen wird – die Bausparkasse (BSK) gibt keine definitive Zusage, zu welchem Zeitpunkt man das Bausspardarlehen auch bekommt.

    Der Königsweg ist immer noch ein hohes Eigenkapital und/oder eine schnelle Tilgung…..

  • @Rechner: Was wollen Sie uns damit nun sagen?

  • Alle Baufinanzierer einschließlich Vermittler haben eines gemeinsam: Sie wollen an das Geld der Kunden. Kein Kunde kann sicher sein, dass Vermittler immer das beste Angebot weitergeben, wenn sie durch einen Zinsaufschlag sich die Provision verbessern können. Arbeitet der Vermittler ausgerechnet auch noch mit der Hausbank zusammen, dann gibts nicht einmal ein Vergleichsangebot. Vor allen Dingen sollte man sich genau nach der Vermittlungsprovision erkundigen.
    Noch ein kleiner Hinweis zu den zitierten BGH-Urteilen zur vorzeitigen Rückzahlung: steht jetzt alles im BGB § 490 Absatz 2, auch dass eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen ist.
    In den letzten Jahren wurde schon öfter Panik bezüglich einem Zinsanstieg geschürt. Diejenigen die von zwei jahren den Forward abgeschlossen beißen sich in den Allerwertesten - zahlen jetzt etwa 1% mehr.

  • Der Artikel ist überflüsig und widerspricht sich, da er in ähnlicher Form breits öfter geschrieben wurde. Der Verlust ( Aufschlag ) würde sich doch widerholen wenn man für 2015/16 abschließen würde. "Jeder" geht in den nächsten 2-3 Jahren von einen Seitwärtstrend aus. Also schreiben Sie den Artikel nochmal in 2 Jahren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Unverständlich ist, warum Vermittler bei den Kunden, die ihr Darlehen "zügig tilgen" schlechter abschneiden sollen? Bei Zinsbindungen von 10 oder 15 Jahren als Volltilger lägen die PSD-Banken und örtliche Institute vorn.
    Als professionell arbeitender Vermittler habe ich sowohl Zugriff auf die PSD-Banken, wie auch örtliche Institute, wie Sparkassen.
    Alexander Solya

  • Ich glaube es ist Zeit für ein sinnvolles Splitting.

    Hier in EU-Land sollte man möglichst 100% seine immobilen Anlagen belasten und die frei bleibenden Eigenmittel in Länder wie SING oder China investieren.

    EU Land belohnt die Schulner
    Asia belohnt die Investoren

  • Die einfachste Variante, sich (teilweise SEHR niedrige) Sollzinsen für die Zukuft zu sichern, ist der Bausparvertrag

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