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Hauskauf Wie Immobilienbesitzer das Zinstief nutzen

Die niedrigen Zinsen machen den Kauf von Immobilien attraktiv. Wer aber nur auf das günstigste Angebot achtet, zahlt später drauf. Mit welchen Krediten Bauherren, Käufer, Finanzierer und Modernisierer gut wegkommen.
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Ein eigenes Haus ist der Traum vieler Deutscher. Doch das will auch in Zeiten niedriger Zinsen gut finanziert sein. Quelle: dpa

Ein eigenes Haus ist der Traum vieler Deutscher. Doch das will auch in Zeiten niedriger Zinsen gut finanziert sein.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSoviel ist nach der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) erst einmal sicher: Mario Draghi hält Kurs. Beim letzten Zinsentscheid betonte der Italiener seine „Erwartung, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden”. Erst im vergangenen Monat hatte die EZB für viele überraschend die Leitzinsen gesenkt. Die schwache Wirtschaft in der Euro-Zone und Inflationsraten von 1,1 bis 1,3 Prozent zementieren den Zinskurs der Notenbanker.

Viele Immobilienbesitzer freuten sich zuletzt zu früh. Die letzte Leitzinssenkung ging weitgehend spurlos an den Baugeld-Konditionen vorbei. Durchschnittlich um zwei Promille sanken die Sätze für Baufinanzierungen von 40 Banken seit der letzten EZB-Sitzung im vergangenen Monat. Im Mai dieses Jahres lag der durchschnittliche Zins für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung noch bei 2,3 Prozent, 0,3 Prozentpunkte unter dem aktuellen Schnitt.

Die Sätze für Baugeld richten sich nach den Renditen für langfristige Anleihen und Pfandbriefe. Nach einem Hypothekenkommentar des Baugeld-Vermittlers Interhyp sorgten zwischenzeitlich Spekulationen über eine straffere Geldpolitik in den USA für steigende Zinsen für Immobilienkredite. Enorme Ausschläge nach oben oder unten seien aber erst einmal nicht zu erwarten. Im historischen Vergleich liegen die Sätze ohnehin auf niedrigem Niveau.

Auch wenn die Baugeld-Konditionen nicht mehr auf dem absoluten Tiefpunkt sind, so sind die Zeiten dennoch rosig für Investitionen in Immobilien. „Durch die niedrigen Zinsen können im Prinzip Einkommensklassen Immobilieneigentum finanzieren, die bei einem Zinsniveau von fünf Prozent kein Darlehen bedienen könnten“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp.

Wer die Risiken des Zinstiefs kennt, kann sich mit der richtigen Strategie den Traum von einer Immobilie günstig erfüllen. Handelsblatt Online zeigt in Kooperation mit der FMH-Finanzberatung die besten Kreditstrategien. Und welche Kredite beim Hausbau, dem Kauf von Bestandsobjekten, bei Modernisierung und der Anschlussfinanzierung taugen.


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6 Kommentare zu "Hauskauf: Wie Immobilienbesitzer das Zinstief nutzen"

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  • „Durch die niedrigen Zinsen können im Prinzip Einkommensklassen Immobilieneigentum finanzieren, die bei einem Zinsniveau von fünf Prozent kein Darlehen bedienen könnten“. Lächerlich, wer das nicht kann, sollte auch bei etwas günstigeren Zinsen die Finger davon lassen oder eine Nummer kleiner bauen/kaufen. Was viele jetzt beim Zins sparen, zahlen sie beim Preis doppelt wieder drauf. Wenn wir auf Arbeit so manches Wertgutachten in der Hand haben, können wir nur noch den Kopf schütteln.

  • Kein Mensch macht eine Finanzierung in einem Darlehen auf 30 Jahre fix. Je nach Summe in 3 bis 4 Darlehen mit unterschiedlicher Bindungsfrist teilen. Eine Reserve bei der eigenen Leistungsfähigkeit für Unvorhergesehenes einplanen. Wenn das Unvorhergesehen nicht eintritt angespartes für die Ablösung des Darlehens am Ende der Zinsbindung nutzen. Dies verhindert auch, dass man mit der gesamten Darlehensschuld auf ein Zinshoch trifft.

  • Ergänzung: die 30-jährige Zinsbindung gibt es natürlich nicht sofort und nur bei guter Bonität und entsprechendem Eigenkapital. Eine 110%-Finanzierung macht sicher keine Bank auf die lange Laufzeit hin. Und wenn die Zinsen noch weiter fallen sollten, kündige ich nach 10 Jahren und verhandle neu. Dieses Recht steht mir nach §483 BGB mit sechsmonatiger Kündigungsfrist zu. Mir ist natürlich klar, dass die Bank daran sehr gut verdient. Aber lieber zahle ich über 30 Jahre 20.000 Euro mehr an Zinsen, als für die kommenden 15 Jahre auf alles verzichten zu müssen.

  • Ich habe 2012 eine Zinsbindung von 30 Jahren bei einer Tilgung von 2,5% vereinbart. Es gibt keinen Haken, außer, dass ich das Geld natürlich nicht für 2,x bekommen habe. Dafür blicke ich sehr entspannt auf 2023 und 2028, wenn die Zinsbindung der Finanzierungen auslaufen, die mir die hiesige Sparkasse angeboten hat. Die "cleveren" Häuslebauer müssen dann nämlich alle verkaufen, weil sie sich die Raten nicht mehr leisten können.

  • Ich habe seit 2 Jahren eine Hypothek auf der Basis des 3-Monats-Libor. Z. Zt zahle ich 1,18 % Zinsen p.a., dafür aber mit einer hohen Tilgung 4 %. Dies werde ich noch die nächsten 1-2 Jahren weiterführen, und dann umswitchen in ein längerfristiges Darlehen.

  • Eine Zinsbindung von 15 Jahren hat höchstwahrscheinlich irgendeinen Haken.
    Keine Bank kann die Zinsen in zehn Jahren kalkulieren, und ich kan mir nicht vorstellen, daß sie so ein Risiko eingeht.

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