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Immobilien Wie Banken bei der Baufinanzierung tricksen

Immobilienbesitzer, die bei der Hausbank den Kredit verlängern möchten, zahlen oftmals völlig überhöhte Zinsen. Ein Trick sorgt für Mehrkosten von tausenden Euro. Wie Kunden jetzt reagieren sollten.
8 Kommentare
Griff an die Geldbörse: Treue Kunden zahlen bei vielen Instituten drauf. Quelle: Michael S. Schwarzer

Griff an die Geldbörse: Treue Kunden zahlen bei vielen Instituten drauf.

(Foto: Michael S. Schwarzer)

Düsseldorf Langjährige Kunden, die ihrer Hausbank auch in Zukunft treu bleiben möchten, müssen dafür mittlerweile häufig draufzahlen. Altkunden zahlen häufig für Girokonten mehr als Neukunden und erhalten niedrigere Zinsen für Tages- und Festgelder. Besonders teuer wird die mangelnde Wertschätzung für den Bestand aber bei der Baufinanzierung. 

So verlangte beispielsweise die Hypovereinsbank im Mai für eine Verlängerung des Darlehens einer Frankfurter Kundin in Höhe von rund 45.000 Euro etwa einen Effektivzins von 4,13 Prozent. Erst als die Kundin anmerkte, dass andere Banken deutlich weniger verlangen, senkte die Bank ihren Satz auf 3,79 Prozent – und verlängerte obendrein noch die Zinsbindung. Wenn die Kundin das erste Angebot angenommen hätte, wären selbst bei dem geringen Darlehensbetrag Mehrkosten in Höhe von rund 1.200 Euro angefallen.

Die meisten Immobilienbesitzer, die ihren Kredit verlängern möchten stehen vor einem ähnlichen Problem. „Die ersten Angebote der Hausbank sind häufig absurd teuer“, sagt Max Herbst, Inhaber der Finanzberatung FMH. Viele Banker rechnen offenbar damit, dass der Kunde aus Bequemlichkeit und in Unwissenheit der Marktsituation trotz überhöhter Kosten verlängert. 

Mit einem Trick treiben viele Banker die Kosten zusätzlich hoch. Die Zinsen einer Baufinanzierung orientieren sich an der Höhe der Beleihung. Wenn der Wert des Hauses die Kreditsumme deutlich übersteigt, sinkt das Risiko für den Banker. Bei einem Zahlungsausfall lässt sich die Kreditsumme bei einer Zwangsversteigerung ohne Abstriche zurückholen. 

Die Auswirkungen sind immens. Die Banken verlangen für Darlehen in Höhe von 200.000 Euro bei einem Beleihungssatz von 50 Prozent in Schnitt einen Zins von 3,98 Prozent. Bei einem Beleihungssatz von 80 Prozent werden 4,22 Prozent fällig. Liegt der Satz bei hundert  Prozent, müssen Kunden im Schnitt 4,91 Prozent zahlen. Die Kosten für die unterschiedlichen Kreditvarianten variieren um bis zu 19.600 Euro.

Finance Briefing
Wie sich Kunden günstige Zinsen sichern
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8 Kommentare zu "Immobilien: Wie Banken bei der Baufinanzierung tricksen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Verpflichtung heißt nicht gleich, dass es alle so machen. Es wird in dem Artikel nicht um 100%-Finanzierungen gesprochen, sondern darum, dass die Hausbanken generell einen viel zu hohen Zinssatz bei Anschlussfinanzierungen verlangen.

    Immobilien sind zwar Sachwerte, aber keine Gegenstände. In der Regel steigt sogar der Wert, wenn man diese vernünftig in Schuss hält.

    Ich denke mal, Ihr Filialleiter hat all diese falschen Wahrheiten Ihnen eingebläut?

    Das die Banken im Allgemeinen (allgemein heißt die Mehrheit und nicht alle) einen schlechten Job machen stellt nicht nur das Handelsblatt fest. Stiftung Finanztest hat mehrere Banken auf die Beratungsqualität mit dem Fazit "Bankberatung ist jämmerlich" getestet.

  • Ich halte es als Bankberater für mehr als fragwürdig, dass es solche Geschäftsgebaren bei den Mitstreitern noch gibt und diese noch forciert werden. Dies hat den guten Ruf der Banker in der Vergangenheit kaputt gemacht. Leider muss ich aber auch sagen, dass die Zinshopper unter den Kunden, die stets diesen *-Sternchen-Angeboten nachlaufen, die Banken zu einem solchen Vertriebsansatz zwingen. Wenn die Kunden wieder mal mehr Wert auf eine gute Beratung legen würden, statt auf 0,25%p.a. mehr auf ihre Einlage oder 0,1% p.a. weniger bei Ihrem Kredit, wäre ein Vertrieb über Preise nicht nötig, den die wenigsten Banken längerfristig bestreiten können ohne Verlust zu machen! Ich freue mich, dass mein Arbeitgeber eine solche Politik noch nie verfolgt hat.

  • Banken und Bilanzen, das ich nicht lache!! 90% aller europäischen Geldinstitute, überleben nur dan Bilanzfälschung und Verzerrung!

  • Bei einem variablen Baudarlehen der Commerzbank habe ich mir als Kunde vor ca. 15 Jahren erdreistet nachzufragen, weshalb die Zinsen nach unten kaum angepßt wurden/werden, aber jede Erhöhung nach oben sofort bei mir ankommt. Dies wurde erst nach mehrmonatigem und hartnäckigem Nachfragen beantwortet. Allerdings nicht mit Fakten, sondern schlussendlich mit der Bemerkung, dass sich die Anpassungen an meiner Bonität orientieren würden. Merkwürdig nur, dass dies nicht im Kreditvertrag stand. Da das Darlehen kurz danach von mir vollständig zurück gezahlt wurde (soviel zur Bonität!) hatte ich keine Lust mehr weiter nachzuhaken. Daruf basiert das Modell der Commerzbank offensichtlich. Ihre Kunden am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Für mich kam die Commerzbank danach nie wieder in Frage und ich habe sie ebenso wie ihre Tochter Comdirect nie mehr empfohlen, was ich auch aus heutiger Sicht nicht machen würde. Das ist der Preis für eine Bank, wenn man seine Kunden vernachläßigt.

    Wer offensiv und rechtzeitig sucht, kann viel Geld sparen. In sofern ist der Artikel zur Sensibilisierung sehr wohl geeignet, Darlehensnehmer wachzurütteln. Kritiker kommen wahrscheinlich sämtlich aus der Bankbranche und profitieren von den Provisionen!

  • Ich kann dieses Altweibergewäsch der FMH langsam nicht mehr hören und das Handelsblatt auch langsam nicht mehr lesen. Wirklich grauselig mit welchem belanglosen Mist Sie Ihre Leser belästigen. Selbstverständlich handelt es sich bei Zinsen um einen Preis und zwar den Preis des Geldes. Bei den meisten Banken/Bankern handelt es sich um Kaufleute und jeder ordentliche Kaufmann ist daran interessiert seinen Lohn, seine Kosten und einen gewissen Anteil zur Rücklagenbildung zu erwirtschaften. Das man dann nicht den möglichst besten Preis für den Kunden macht (der tendiert immer gegen Null) sondern den Preis, der meine Ansprüche befriedigt ist klar. Das ist bei jedem Kaufmann so, nicht nur bei den zur Zeit sehr gerne an den Pranger gestellten Banken. Wucher fängt übrigens bei 100% Aufschlag zum üblichen Durchschnittspreis an und nicht bei nen paar Zehntel Zinsaufschlag. Diese sind vielleicht sogar begründet, denn der Bonitätseffekt kann durchaus im Laufe der Zeit auch negative Auswirkungen haben. Man hat fast den Eindruck die verantwortlichen Handelsblattredakteure stecken mit der FMH unter einer Decke. Die FMH ist übrigens auch ein Unternehmen und daran interessiert Gewinnen zu erwirtschaften.

  • Auch mir wurden Mondzinsen bei der Verlängerung der Zinsbindung angeboten. Jeder Kunde sollte mehrere Angebote einholen. Im Übrigen verliert jedes Geschäft, dass seinen langjährigen Kunden schlechtere Konditionen anbietet als Fremden an Glaubwürdigkeit. Gott sei dank, verhalten sich nicht alle Banken so. Ich kann nur empfehlen in den genannten Fällen auch bei dann gleichen Konditionen die Bank zu wechseln.

  • Wenn ich schon den Namen Max Herbst lese, kommt mir nur ein Gedanke auf: Stammtischgeschwätz! Ich bin der Meinung Herr Herbst sollte Politiker werden, die drehen die Dingen auch so hin wie sie es grad brauchen. Also Sie sollte wirklich bevor Sie Artikel veröffentlichen, selbst drüber nachdenken oder vielleicht auch mal eine zweite Meinung hinzuziehen. Bedenken Sie doch BITTE dass nicht alle Ihrer Leser sich mit den Fachgebieten worüber Sie schreiben in voller Tiefe auskennen. Ich habe bereits mehrer Artikel mit Inhalten von Herrn Herbst gelesen und mit Ihm auch bereits deshalb telefoniert. Dass solche Artikel sich beim Volk gut verkaufen kann ich verstehen aber Handelsblatt ist nicht die Bild und behalten Sie das doch bitte so bei.

  • Sehr geehrte Handelsblatt-Redakteure, Ihr Artikel ist jenseits der Realität.

    1. Die Banken sind verpflichtet, regelmäßig Beleihungswertermittlungen durchzuführen. 100%-Finanzierungen sind auch für eine Bank sehr teuer. Ich sage hier nur Hinterlegung des Risikos mit Eigenkapital. Und je höher das Risiko, desto höher der Zinssatz. Das ist legitim. Ausserdem: Sie reden in Ihrem Artikel von Neubauwohnungen. Immobilien unterliegen - wie alle Gegenstände - einer Abnutzung!

    2. Der Preis entsteht am Markt durch Angebot und Nachfrage. Wenn ich als Kunde einen Zinssatz angeboten bekommen und zu faul bin, zu verhandeln, bin ich selbst schuld. Das ist nichts anderes als beim Autokauf o. ä.

    Also, bitte recherchieren Sie ordentlich und verbreiten Sie nich immer nur Halbwahrheiten. Und bitte hören Sie auf, uns Banker wegen ganz normalen Vorgängen an den Pranger zu stellen. Danke.

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