Immobilienprofis „In zentraler Lage steigen die Mieten weiter“

Der Immobilienmarkt bietet noch viele Chancen für Investoren. Daran glauben Stefan Korthals, Geschäftsführer der Corpus Sireo in Köln, und Dietmar Fischer, Partner von Ernst & Young Real Estate. Sie haben keine Angst vor einer schärferen Regulierung durch CDU und SPD. Die Profis finden immer noch attraktive Lagen für Anleger. Und sie sagen, warum die Mieten weiter steigen sollten.
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Frankfurt bei Nacht: Der Immobilienboom macht die Wahl des passenden Objekts nicht einfacher. Quelle: dpa

Frankfurt bei Nacht: Der Immobilienboom macht die Wahl des passenden Objekts nicht einfacher.

(Foto: dpa)

Herr Fischer, Herr Korthals, die mögliche neue Regierung hat den Wohnungsmarkt für sich entdeckt. Erwarten Sie eine Umkehr der Politik hin zu mehr Staatswirtschaft?
Stefan Korthals: Das kann man so sehen. Die neue Politik wird aber nicht funktionieren. Freier Markt ist immer besser als Regulierung. In der Folge der Änderungen dürfte die Qualität der Objekte schlechter werden. Wer die Mieten deckelt, der bewirkt, dass es etwa am Prenzlauer Berg demnächst keine schöne neue Wohnung zu mieten gibt, sondern eine abgewohnte alte, die der Mieter gegebenenfalls selbst renovieren muss.
Dietmar Fischer: Der freie Markt funktioniert grundsätzlich sehr gut, vielleicht einige Viertel in den großen acht Metropolen ausgenommen. Insofern bedarf es keiner Regulierung. Die Folge wird sein, dass sich Investoren in anderen Anlageklassen umsehen.

Stefan Korthals ist Geschäftsführer bei Corpus Sireo in Köln. Quelle: PR

Stefan Korthals ist Geschäftsführer bei Corpus Sireo in Köln.

(Foto: PR)

Wären die Änderungen wirklich so gravierend? Bestandsmieten sollen um höchstens 15 Prozent in vier Jahren angehoben werden - bisher gilt dies für eine Frist von drei Jahren. Bei der Weitervermietung ist eine Mietpreisbremse eingeplant, die bei zehn Prozent liegen könnte.
Korthals: Ich gebe Ihnen ein Beispiel aus der Praxis. Neubauten kosten aktuell zwischen 3000 Euro und 3500 Euro pro Quadratmeter. Damit sich das rechnet, müsste ein Vermieter mindestens 12 bis 15 Euro pro Quadratmeter Miete einnehmen. In Berlin liegt der Mietspiegel aber bei zirka acht Euro. Wenn sich die Miete auf dieser Basis nur um zehn Prozent bei jedem Wechsel erhöhen darf, wird niemand bauen, da es sich nicht rechnet.

Fischer: Die geplanten Änderungen sind nicht zielführend und werden für Mieter auf Dauer keinerlei Vorteile bringen. Die Wohnungsknappheit in den Metropolen ist das Kernproblem, und dies wird nicht gelöst, wenn Investoren verschreckt werden.
Korthals: Noch ein Beispiel: Wenn jemand seit 30 Jahren in einer Wohnung gelebt hat und bisher fünf Euro Miete bezahlt hat, dann kann es sein, dass der Vermieter 25.000 Euro für die Renovierung in die Wohnung stecken muss. Nur so bleiben Substanz und Wohnqualität erhalten beziehungsweise werden auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Damit sich so eine Investition rechnet, müsste die Miete aber auf acht Euro steigen. Wenn im Mietspiegel aber sechs Euro stehen und keine Mieterhöhungen möglich sind, werden Investitionen ausbleiben.

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„In vielen Metropolen gibt es Knappheitspreise“
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5 Kommentare zu "Immobilienprofis: „In zentraler Lage steigen die Mieten weiter“"

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  • Ich bin Ihrem Link gefolgt. Und dann auch weiter zum Gesetzestext. Nun bin ich mir nicht ganz sicher, ob das nicht eine Scherzseite ist. Dieses Gesetzt verstößt doch gleich gegen mehrere Artikel des GG. Also, wenn das wirklich wahr sein sollte, muss halt wieder jemand bis vors BVG ziehen. Aber generell würde ich auch jedem Investor raten, bloß die Finger von HH zu lassen. Blasenbildung plus staatlicher Dirigismus. Das muss einfach schief gehen.

  • Meine Guete. Wie viele Immobilien-, Aktien- und andere Blasen muessen noch geschehen, damit sie endlich verstanden werden. Ich erinnere mich an Telefonkarten, die staendig im Wert stiegen, bis kein Idiot mehr gefunden wurde, der noch mehr bezahlte ;-)

  • Vor dem Immobilienkauf in Hamburg zum Zwecke der Vermietung kann ich nur warnen.

    Die regierende SPD hat in Hamburg ein Wohnraumschutzgesetz beschlossen, danach muss der Vermieter Leerstand einer Wohnung ab dem 1. Tag der Behörde melden, sonst bis zu 50 000€ Strafe.

    Steht Ihre Immobilie leer, so hat die Stadt das Recht, einen Zwangsverwalter - auf Ihre Kosten - einzusetzen, der für Sie den Mieter aussucht und alles andere.

    Das Grundgesetz, die "Unverletzlichkeit der Wohnung" ist für Vermieter eingeschränkt, wenn die Behörde meint, sie nutzen Ihre eigene Wohnung nicht zu Wohnzwecken. Details zu dem unglaublichen Gesetz auf hamburg-wohnung.info

    Dazu dürfen Sie jetzt auch noch den Makler selber bezahlen, bzw dessen Arbeit umsonst erledigen.

  • Naja, Sie können meiner Meinung nach noch in luxuriöse Immobilien investieren, wenn es in der Region gut bezahlte Jobs gibt. Ich selbst wohne in Münster zur Miete (Finger weg, Blasenbildung wegen Beamtenüberschuss), habe aber zwei Objekte im Rhein-Main Gebiet. Da ich diese in erster Linie aus steuerlichen Gründen habe, bin ich mit meiner Mietforderung aber unter dem Durchschnitt. Es sind aber beides sehr luxuriöse Wohnungen, die sich Mietnomaden und andere Problemmieter normalerweise nicht nehmen.
    Aber einen riesigen Fehler hatte ich gemacht: Da ich es auch immer ungerecht fand, wenn der Mieter die Maklerprovision zahlen muss und sich bei mir ja auch das Finanzamt an den Kosten beteiligt, habe ich das bisher übernommen. Das führt jedoch zu einer hohen Fluktuation. Da denken sich viele, dass man ja mal für drei Monate ein Penthouse anmieten kann, wenn nur die tatsächlichen Mietkosten anfallen. Das war definitiv ein Fehler. Also, jetzt muss es meinem Mieter halt erst mal richtig was kosten, wenn er die Wohnung haben möchte. Wer mehrere Jahre drin bleibt, profitiert im Gegenzug von ausbleibenden Mieterhöhungen (habe einem Bestandsmieter noch nie die Kaltmiete erhöht). Eigentlich finde ich dies wirklich blöd. Aber da Vermieter (selbst, wenn sie selbst Mieter sind) ja in dieser sozialistischen Gesellschaft pöse, pöse sind und übervorteilt werden dürfen, muss man selbst halt auch etwas mehr an sich denken.

  • Kar, denn Wohnraum fehlt.

    Und wer ist so irre, noch zu vermieten. Mieter können hausen wie die Säue, Richter unterstützen das und wer bezahlt das ?? Investiert nicht mehr?? Die Vermieter.

    Irgendwann reicht’s.

    Und letztendlich ist der Vermieter nicht dafür verantwortlich, Mindestlohnempfänger billige Sozialwohnungen zu stellen.
    Dafür kann man Zelte günstig in ebucht kaufen

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