Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Koalitionsvertrag Wen die Mietpreisbremse trifft

Seite 4 von 4:
Verhängnisvolle Zusatzkosten
Wo der Immobilienmarkt heiß läuft
Skyline von München
1 von 11

Besonders in den Ballungsräumen ziehen die Mieten und Kaufpreise seit Jahren deutlich an. Das höchste Transaktionsvolumen bei Eigentumswohnungen wurde 2012 in München mit rund 3,8 Milliarden Euro erzielt.

(Foto: dpa)
Jahresrückblick 2013 Berlin - Volksentscheid in Berlin
2 von 11

Wohnimmobilien haben vor allem in den großen Metropolen Deutschlands ihr Höchstpreisniveau im Jahr 2012 bestätigen können. Aber auch andere, kleinere Regionen in der Bundesrepublik holen auf. Das Transaktions-Umsatz-Ranking listet die Top Ten der Städte mit dem umfangreichsten Transaktionsvolumen im Bereich der Eigentumswohnungen und der Ein- und Zweifamilienhäusern auf. Das Ranking ist das Ergebnis des „Wohnimmobilien Marktbericht Deutschland 2013/2014“ von Engel & Völkers. Auch Berlin kann das hohe Niveau vom Vorjahr bestätigen. Das Transaktionsvolumen von Eigentumswohnungen in der Hauptstadt beläuft sich 2012 auf insgesamt 3,78 Milliarden Euro. Damit sichert sich die deutsche Hauptstadt den zweiten Platz im Ranking.

(Foto: dpa)
Elbphilharmonie
3 von 11

Hamburg belegt im Tranksaktionsvolumen-Ranking der Etagenwohnungen den dritten Platz. Mit einem Umsatzvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro führt die Hansestadt allerdings das Ranking der absoluten Transaktionsvolumina bei Ein- und Zweifamilienhäusern an.   

(Foto: dpa)
Kölner Dom
4 von 11

Die Stadt Köln hat nicht nur den Karneval zu bieten, sondern auch einen attraktiven Immobilienmarkt. Mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 1,26 Milliarden Euro im Wohnungssektor rangiert die Domstadt auf dem vierten Platz. Auch bei den von Engel & Völkers ermittelten Kaufpreisen erreicht die Stadt am Rhein den vierten Platz.

(Foto: dpa)
Frankfurt wächst weiter - Mehr als 700 000 Einwohner
5 von 11

Die Mischung von Skyscrapern mit Ein- und Mehrfamilienhäuser kommt gut an: Platz fünf für Frankfurt am Main. In der deutschen Bankenmetropole erreichten die Transaktionen bei Eigentumswohnungen 2012 ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)
Kunstgalerie am Schlossplatz
6 von 11

Auch in Baden-Württemberg haben sich Wohnimmobilien als sichere Anlageform etabliert. So wurde in Stuttgart im Bereich der Eigentumswohnungen ein Volumen von 876 Millionen Euro erzielt. Stuttgart liegt im Ranking damit auf dem 6. Platz. Das Transaktionsvolumen bei Ein- und Zweifamilienhäusern beläuft sich auf  340 Millionen Euro.

(Foto: Caro / Scheffbuch)
Eröffnung Nürnberger Christkindlesmarkt
7 von 11

Nürnberg ist nach München die zweite bayrische Stadt, die es in die Top Ten des in das Transaktions-Volumen-Ranking deutscher Eigentumswohnungen schafft. 2012 erzielte die Stadt ein Umsatzvolumen von rund 545 Millionen Euro. Platz 8.

(Foto: dpa)

Und das sind nicht die einzigen enttäuschten Hoffnungen im Koalitionsvertrag für Vermieter. Künftig sollen nur noch höchstens zehn Prozent der Kosten einer Modernisierung auf die Miete umgelegt werden dürfen – solange bis die Modernisierungskosten beglichen sind. Außerdem hält die Regierung „wirksame Instrumente gegen grobe Vernachlässigung von Wohnraum durch den Eigentümer für notwendig“.

Eine aktuelle Studie der Ratingagentur Feri sieht als Folge der Belastung der Eigentümer bereits „unerwünschte Nebenwirkungen“ wie eine konsequentere Mietanpassung im Bestand, Ausweichreaktionen der Vermieter wie etwa illegale Sonderzahlungen oder überhöhte Abschlagszahlungen oder eine vermehrte Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

Denn es drohen weitere Zusatzkosten. Makler können zwar weiterhin von Mieter und Vermieter beauftragt werden. Neuerdings gilt aber das Prinzip: „Wer bestellt bezahlt“. Bislang mussten meist die neuen Mieter für den Makler zahlen. Das Interesse der Wohnungssuchenden an einem Maklerauftrag dürfte sich aber in Grenzen halten, auch wenn in Zukunft erfolgsabhängig honoriert werden soll.

Auf lange Sicht könnte sich die Entlastung der Mieter dennoch in Grenzen halten, auch hier drohen Ausweichreaktionen. „In spätestens zwei bis drei Jahren dürften die Kosten auf die Miete aufgeschlagen sein“, sagt Stefan Korthals von Corpus Sireo. „Auch diese Regelung dürfte auf Sicht die Masse der Bevölkerung mehr belasten als die Wohnungsunternehmen, da es heute schon bei einer Vielzahl der Vermieter der Fall ist“. Branchenkenner rechnen zusätzlich mit Knebelverträgen für Wohnungssuchende nach dem Motto: Ohne Übernahme der Maklerkosten keine Wohnung.

Ob die neuen Maßnahmen der Koalitionäre Mieter in der Praxis wirkungsvoll entlasten, bleibt also vielfach fraglich. Ob der Wohnungsbau darunter leidet aber ebenfalls. Denn aktuell brummt der Wohnungsbau wie seit Jahren nicht mehr. Seit 2010 steigen die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser, von Januar bis September 2013 im Vorjahresvergleich um 25,1 Prozent auf rund 86.000 Wohnungen.

Interessanterweise kletterten die Baugenehmigungen für Mietwohnungen in dieser Periode sogar um ein Drittel und damit um rund 14 Prozentpunkte stärker als die für Eigentumswohnungen. So schlecht scheint der Markt für Immobilien in Deutschland also gar nicht zu funktionieren. Und so könnten die Pläne der Koalitionäre ebenso wirkungslos verpuffen wie die vielen Eingriffe der Vorgänger-Regierungen in den Wohnungsmarkt auch.

„Vor allem in den Innenstadtlagen der Metropolen sind die Mieten für viele Menschen immer weniger bezahlbar“, sagt Ökonom Konstantin Kholodilin von deutschen Institut der Wirtschaft. Daran werde auch die Mietpreisbremse nichts ändern sondern „die Knappheit von Wohnraum sogar weiter erhöhen, da Anreize zum Bau von Mietwohnungen reduziert würden“. Zahlungskräftigsten Interessenten kämen in Zukunft leichter zum Zug. „Maßnahmen, die die Große Koalition im Fall ihres Zustandekommens umsetzen möchte, verfehlen in der Summe ihre beabsichtigte Wirkung“, sagt Kholodilin. „Entweder sind sie nicht effektiv umsetzbar, oder sie konterkarieren das Ziel, Wohnraum vor allem in den Innenstadtlagen von Metropolen auch für sozial Schwache bezahlbar zu halten.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Koalitionsvertrag - Wen die Mietpreisbremse trifft

7 Kommentare zu "Koalitionsvertrag: Wen die Mietpreisbremse trifft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zitat des Roemers Tacitus ( 58 - 120 n.Ch.)

    "Die verfaultesten Staaten haben die meisten Gesetze"

  • Banananrepublik, stimmt.

    Die SPD hat in Schleswig-Holstein die Grunderwerbsteuer um unglaubliche 85 % erhöht inzwischen 1.1.2011 und 1.1.2014

    Und gerade holte meine Frau ihr Visum ab. Die "Gebühr" in HH ist um 450 % gestiegen.

    Komisch, Mietpreisbremse ist wohl einfach, weil es sich um fremdes Geld handelt.

  • Freiburg hat eben den Beschluss zur Reduktion auf 15% getroffen. Welche Konsequenz ziehe ich als Vermieter daraus?

    Bisher konnte ich die Miete stabil halten und sogar eine Zusage für (befristeten) Verzicht auf Erhöhungen geben, obwohl die Miete weit unterhalb des Mietspiegel liegt. Jetzt muss ich umdenken, da zu erwarten ist, dass aus den 15% irgendwann 10%, irgendwann 5% usw. werden und die Zeiträume zusätzlich gestreckt werden. Ich muss also quasi vorsorglich regelmäßig die Miete erhöhen, damit ich auch erforderliche Folgeerhöhung zeitnah vornehmen kann. Sicherlich wird es nähmliche keine Erhöhung der Spanne geben, sobald die Inflationsrate anzieht. Werterhalt wird damit für mich immer teurer, während die realen Einnahmen stagnieren.

    Fazit: statt stabiler Miete muss ich diese nun zeitnah und regelmäßiger erhöhen. Planwirtschaft statt Marktwirtschaft. Ob das für Stabilität auf dem Wohnungsmarkt sorgt?

    Ich muss dabei auch nicht berücksichtigen, ob mein Mieter aufgrund der Erhöhung ausziehen könnte. Soll er doch, da könnte ich wenigstens neu wieder zu einem angemessenen und höheren Preis vermieten.

    Zudem werde ich mir als Privatperson verkneifen, bei zunehmenden Restriktionen weiteren Vermietwohnraum anzuschaffen. Sofern die Anreize fehlen, wird es vielen Investoren so gehen. Weniger Wohnraum soll für Stabilität sorgen?

    Oh je. Mir tun Mieter leid, die sich heute vielleicht noch über die neuen Restriktionen freuen, aber schon morgen mehr zahlen müssen..... Aber so ist das eben, wenn die Politik glaubt, sie müsse in den markt zu sehr eingreifen.

    Wer kann, sollte sich jetzt Gedanken über selbstgenutzten Wohnraum schaffen. Wohl auch der Grund für die Zunahme von Eigentumswohnungen, die eben nicht dem Mietmarkt zur Verfügung stehen!

  • Zitat : Der Koalitionsvertrag ist alles andere als ein großer Wurf.

    - der Koalitionsvertrag ist ein UNVEBINDLICHES LÜGEN-PAMPHLET,

    mit dem sich die designierten SPD-Minister Gabriel, Oppermann, Steimeier, Nahles, Schwesig ( einer fehlt noch ) bei der Basis den Persilschein holen,

    um die nächsten 4 Jahre bei Mutti auf dem Schoß eine schöne Zeit mit Dienstwagen und Chauffeur,

    üppigen Diäten, bester Altersversorgung im Vorruhestand zu verbringen !

    Und dafür sollen die Basis-Kälber für die CDU als Regierung abstimmen...?

    Damit der Kassenwart Schäuble die Märchen des PAMPHLET auch bei Märchen belässt...??!!!!

    In 2017 ist die SPD eine 8 % Partei und Mehrheitsbeschaffer, sonst NICHTS !

    Das Ende einer Volkspartei naht !

  • "Die Kommunen, z.B. München weist Bauland aus. Das ist vorhanden wird aber nicht ausgewiesen oder nur zu extremen Preisen auf den Markt gebracht ( womit die Stadt selbst der größte Preistreiber ist ." So sieht es aus, der größte Preistreiber ist der Staat, ähnlich wie bei der Steuer auf die Benzinsteuer. Die Grundstücke werden nicht erschlossen und dann aber über die bösen Vermieter schimpfen. Wie soll sich etwas am Preis bessern, wenn es nicht genügend Bauland gibt?

  • Die ganzen Regelungen sind eine einzige Farce und sie sind absolut ungerecht. Alle professionellen Vermieter haben ihre Mieten immer ganz knapp an oder sogar leicht über dem Mietspiegel, für sie ist eine Kappung auf 15 % innerhalb von drei Jahren also völlig egal. Treffen wird diese Regelung nur den unerfahrenen Vermieter der eine einzige Wohnung als Altersvorsorge angeschafft hat, der ohnehin schon jetzt nicht mehr mit den ganzen juristischen Anforderungen klar kommt, der aber auch keinen Spezialisten einschalten kann weil ihm das viel zu viel von seiner Miete nehmen würde, und der so dumm war seinem Mieter aus Nachlässigkeit oder aus Freundlichkeit die Miete nicht ständig alle drei Jahre bisher zu erhöhen um immer nahe an der Ortsüblichkeit mit seiner Miete zu sein. Der wird dafür künftig bestraft, daß er in der Vergangenheit dem Mieter nicht den Höchstbetrag abgeknöpft hat, sei es daß er jetzt doch irgendwann einmal erhöhen möchte, sei es, daß der Mieter auszieht oder verstirbt, und er jetzt bei der Neuvermietung daran gehindert ist die ortsübliche Miete zu verlangen. Ihm nützt kein Bestandschutz, er wird Jahrzehnte benötigen bis er seine Fehler aus der Vergangenheit wieder ausgeglichen hat. Ist das fair? Nein! Und dafür rühmt sich jetzt die SPD. Die können nicht rechnen und nicht denken, aber so war das schon immer. Wohnungsnot, Knappheit von bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen läßt sich nur auf zwei Arten beheben:
    1) Die Kommunen, z.B. München weist Bauland aus. Das ist vorhanden wird aber nicht ausgewiesen oder nur zu extremen Preisen auf den Markt gebracht ( womit die Stadt selbst der größte Preistreiber ist ).2) Die öffentlich- rechtlichen Bauvorschriften und Auflagen und Qualitätsanforderungen etc. werden gesenkt und damit die Baukosten. 3) Die Städte akzeptieren jetzt endlich die Umwandlung leerstehender Bürogebäude in Wohnungen, ganz einfach durch Freigabe als Wohnbaugebiet. Auch wenn diese evtl. lauter sind oder nicht so schön, es wird Käufer geben!!

  • Es entsteht eine Behörde mit mindestens 10.000 neuen Beamten. Sozusagen eine neue Mangelverwaltungswirtschaft und Immobilienaufsichtsbehörde. Wir entfernen uns jeden Tag mehr von Marktwirtschaft. DDR 2.0 nimmt jeden Tag klarere Konturen an. Der Weg in die Unfreiheit sind viele tausend Schritte. Jeder Tag wird ein neuer gemacht.