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Koalitionsvertrag Wen die Mietpreisbremse trifft

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Wo die Mietpreisbremse zuschlägt
Wo kein Mieter einziehen will
CBRE_2012
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Bundesüberblick

Langsam wird es eng: Die Leerstandsquote beim marktaktiven Wohnraum in Deutschland lag 2012 bei 3,3 Prozent und war damit im sechsten Jahr in Folge rückläufig, das zeigt nun der aktuelle CBRE Empirica Leerstandsindex. Der Index zeigt, wo Vermieter ihre Wohnungen nicht vermieten können.

(Foto: PR)
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Oldenburg

Gerade noch unter die Top Ten der Regionen mit dem geringsten Leerstand schafft es Oldenburg. Mit einem Prozent Leerstand ist die Stadt in Niedersachsen dicht besiedelt. Dieses Foto zeigt den Stadtturm Lappan in der Fußgängerzone Oldenburgs.

(Foto: Imago)
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Kempten

Auf dem neunten Platz liegt die bayerische Stadt Kempten (Foto: Basilika St. Lorenz) mit einem Leerstand von 0,9 Prozent. In absoluten Zahlten bedeutet das: 200 Geschosswohnungen sind frei - in einer Stadt, die mehr als 60.000 Einwohner hat.

(Foto: Imago)
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Erlangen

So eng wie bei der Bergkirchweih geht es in der mittelfränkischen Großstadt Erlangen zwar nicht immer zu, dicht besiedelt ist sie aber allemal. Mit 0,9 Prozent Leerstand und nur 300 freien Geschosswohnungen belegt sie Platz acht des Rankings.

(Foto: dpa - picture alliance)
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Germersheim

In Germersheim in Rheinland-Pfalz lockt unter anderem das Deutsche Straßenmuseum - das Einzige seiner Art. Die Region erfreut sich großer Beliebtheit: Nur 200 Geschosswohnungen stehen hier leer, das entspricht einer Leerstandsquote von 0,9 Prozent.

(Foto: dpa - picture alliance)
Wohnhaus in Darmstadt
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Darmstadt

Das Foto zeigt ein Mietshaus in Darmstadt. Dort gibt es einen regelrechten Run auf Immobilien und kräftig steigende Mieten. Die Leerstandsquote beträgt gerade einmal 0,8 Prozent - das reicht für Platz sechs.

(Foto: dpa)
Ships are seen on river Main in front of the characteristic skyline with its banking towers in Frankfurt
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Frankfurt

Europas Finanzplatz am Main ist bei Mietern beliebt: Nur 0,8 Prozent der Wohnungen stehen hier leer - insgesamt sind das 2.500 Geschosswohnungen.

(Foto: Reuters)

Die Investoren hoffen daher auf eine politische Verzögerungstaktik. Denn die Bundesländer entscheiden über eine Einführung der Mietpreisbremse und die Ausweisung der angestammten Mietregionen. Die Ausweisung dieser Gebiete soll „an die Erarbeitung eines Maßnahmenplans zur Behebung des Wohnungsmangels in den Gebieten gekoppelt werden“.

Das bedeutet: Bis solche Regelungen beschlossen und in die Praxis umgesetzt werden, können Jahre vergehen - wenn ein entsprechendes Gesetz von der Bundesregierung beschlossen wird und nicht von einer nachfolgenden Regierung wieder kassiert wird.

Trotz allen Entschärfungspotenzials droht vielen Immobilieninvestoren eine Belastung. Wie hoch die ausfällt, lässt sich aktuell kaum fundiert abschätzen. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), ein Zusammenschluss mehrerer immobilienwirtschaftlicher Verbände, lehnt Eingriffe in den Mietmarkt per se ab. ZIA-Präsident Andreas Mattner nennt den Vertrag etwa einen „Bremsklotz für den Wohnungsneubau.“

„Die Mietpreisbremse trifft vor allem die Städte mit hoher Wohnungsknappheit und einem daraus folgenden starken Nachfrageüberhang“, erklärt Jacopo Mingazzini, Vorstand des Bestandshalters Estavis, der vor allem in B- und C-Städten investiert. Wohnungseigentümer würden bei Neuvermietungen stets auf die Solvenz der Mieter achten. „Gutverdiener können überall mieten, Geringverdiener nur in einem kleinen Markt“, sagt Mingazzini. „In diesem werden künftig keine neuen Wohnungen mehr entstehen und die alten durch Besserverdienende blockiert“.

Die Regelungen seien wie ein reinigendes Gewitter, befindet dagegen Jürgen Kelber, Geschäftsführer des Asset Managers Dr. Lübke & Kelber: „Der Markt wird sich bereinigen. Künftig werden nur noch wirtschaftlich und sozial nachhaltige und vernünftig agierende Projektentwickler neue Wohnungen in Lagen mit erhöhter Wohnungsknappheit errichten“, sagt der vormalige Vorstand beim Bestandshalter Conwert. „Und diesem Punkt steht nichts entgegen.“

Vermieterverbände glaubten, zum Ausgleich für die Mietpreisbremse werde die degressive Abschreibung wieder eingeführt. Mit ihr könnten Immobilienfirmen Investitionen in den ersten Jahren höher abschreiben als heute. „Die degressive Abschreibung für den Mietwohnungsbau wäre die einzige Maßnahme gewesen, um die Wohnungsknappheit in Ballungsgebieten zu lösen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Wohnungsunternehmerverbandes GdW. Doch diese Abschreibungsmöglichkeit ist nun vom Tisch.

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7 Kommentare zu "Koalitionsvertrag: Wen die Mietpreisbremse trifft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zitat des Roemers Tacitus ( 58 - 120 n.Ch.)

    "Die verfaultesten Staaten haben die meisten Gesetze"

  • Banananrepublik, stimmt.

    Die SPD hat in Schleswig-Holstein die Grunderwerbsteuer um unglaubliche 85 % erhöht inzwischen 1.1.2011 und 1.1.2014

    Und gerade holte meine Frau ihr Visum ab. Die "Gebühr" in HH ist um 450 % gestiegen.

    Komisch, Mietpreisbremse ist wohl einfach, weil es sich um fremdes Geld handelt.

  • Freiburg hat eben den Beschluss zur Reduktion auf 15% getroffen. Welche Konsequenz ziehe ich als Vermieter daraus?

    Bisher konnte ich die Miete stabil halten und sogar eine Zusage für (befristeten) Verzicht auf Erhöhungen geben, obwohl die Miete weit unterhalb des Mietspiegel liegt. Jetzt muss ich umdenken, da zu erwarten ist, dass aus den 15% irgendwann 10%, irgendwann 5% usw. werden und die Zeiträume zusätzlich gestreckt werden. Ich muss also quasi vorsorglich regelmäßig die Miete erhöhen, damit ich auch erforderliche Folgeerhöhung zeitnah vornehmen kann. Sicherlich wird es nähmliche keine Erhöhung der Spanne geben, sobald die Inflationsrate anzieht. Werterhalt wird damit für mich immer teurer, während die realen Einnahmen stagnieren.

    Fazit: statt stabiler Miete muss ich diese nun zeitnah und regelmäßiger erhöhen. Planwirtschaft statt Marktwirtschaft. Ob das für Stabilität auf dem Wohnungsmarkt sorgt?

    Ich muss dabei auch nicht berücksichtigen, ob mein Mieter aufgrund der Erhöhung ausziehen könnte. Soll er doch, da könnte ich wenigstens neu wieder zu einem angemessenen und höheren Preis vermieten.

    Zudem werde ich mir als Privatperson verkneifen, bei zunehmenden Restriktionen weiteren Vermietwohnraum anzuschaffen. Sofern die Anreize fehlen, wird es vielen Investoren so gehen. Weniger Wohnraum soll für Stabilität sorgen?

    Oh je. Mir tun Mieter leid, die sich heute vielleicht noch über die neuen Restriktionen freuen, aber schon morgen mehr zahlen müssen..... Aber so ist das eben, wenn die Politik glaubt, sie müsse in den markt zu sehr eingreifen.

    Wer kann, sollte sich jetzt Gedanken über selbstgenutzten Wohnraum schaffen. Wohl auch der Grund für die Zunahme von Eigentumswohnungen, die eben nicht dem Mietmarkt zur Verfügung stehen!

  • Zitat : Der Koalitionsvertrag ist alles andere als ein großer Wurf.

    - der Koalitionsvertrag ist ein UNVEBINDLICHES LÜGEN-PAMPHLET,

    mit dem sich die designierten SPD-Minister Gabriel, Oppermann, Steimeier, Nahles, Schwesig ( einer fehlt noch ) bei der Basis den Persilschein holen,

    um die nächsten 4 Jahre bei Mutti auf dem Schoß eine schöne Zeit mit Dienstwagen und Chauffeur,

    üppigen Diäten, bester Altersversorgung im Vorruhestand zu verbringen !

    Und dafür sollen die Basis-Kälber für die CDU als Regierung abstimmen...?

    Damit der Kassenwart Schäuble die Märchen des PAMPHLET auch bei Märchen belässt...??!!!!

    In 2017 ist die SPD eine 8 % Partei und Mehrheitsbeschaffer, sonst NICHTS !

    Das Ende einer Volkspartei naht !

  • "Die Kommunen, z.B. München weist Bauland aus. Das ist vorhanden wird aber nicht ausgewiesen oder nur zu extremen Preisen auf den Markt gebracht ( womit die Stadt selbst der größte Preistreiber ist ." So sieht es aus, der größte Preistreiber ist der Staat, ähnlich wie bei der Steuer auf die Benzinsteuer. Die Grundstücke werden nicht erschlossen und dann aber über die bösen Vermieter schimpfen. Wie soll sich etwas am Preis bessern, wenn es nicht genügend Bauland gibt?

  • Die ganzen Regelungen sind eine einzige Farce und sie sind absolut ungerecht. Alle professionellen Vermieter haben ihre Mieten immer ganz knapp an oder sogar leicht über dem Mietspiegel, für sie ist eine Kappung auf 15 % innerhalb von drei Jahren also völlig egal. Treffen wird diese Regelung nur den unerfahrenen Vermieter der eine einzige Wohnung als Altersvorsorge angeschafft hat, der ohnehin schon jetzt nicht mehr mit den ganzen juristischen Anforderungen klar kommt, der aber auch keinen Spezialisten einschalten kann weil ihm das viel zu viel von seiner Miete nehmen würde, und der so dumm war seinem Mieter aus Nachlässigkeit oder aus Freundlichkeit die Miete nicht ständig alle drei Jahre bisher zu erhöhen um immer nahe an der Ortsüblichkeit mit seiner Miete zu sein. Der wird dafür künftig bestraft, daß er in der Vergangenheit dem Mieter nicht den Höchstbetrag abgeknöpft hat, sei es daß er jetzt doch irgendwann einmal erhöhen möchte, sei es, daß der Mieter auszieht oder verstirbt, und er jetzt bei der Neuvermietung daran gehindert ist die ortsübliche Miete zu verlangen. Ihm nützt kein Bestandschutz, er wird Jahrzehnte benötigen bis er seine Fehler aus der Vergangenheit wieder ausgeglichen hat. Ist das fair? Nein! Und dafür rühmt sich jetzt die SPD. Die können nicht rechnen und nicht denken, aber so war das schon immer. Wohnungsnot, Knappheit von bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen läßt sich nur auf zwei Arten beheben:
    1) Die Kommunen, z.B. München weist Bauland aus. Das ist vorhanden wird aber nicht ausgewiesen oder nur zu extremen Preisen auf den Markt gebracht ( womit die Stadt selbst der größte Preistreiber ist ).2) Die öffentlich- rechtlichen Bauvorschriften und Auflagen und Qualitätsanforderungen etc. werden gesenkt und damit die Baukosten. 3) Die Städte akzeptieren jetzt endlich die Umwandlung leerstehender Bürogebäude in Wohnungen, ganz einfach durch Freigabe als Wohnbaugebiet. Auch wenn diese evtl. lauter sind oder nicht so schön, es wird Käufer geben!!

  • Es entsteht eine Behörde mit mindestens 10.000 neuen Beamten. Sozusagen eine neue Mangelverwaltungswirtschaft und Immobilienaufsichtsbehörde. Wir entfernen uns jeden Tag mehr von Marktwirtschaft. DDR 2.0 nimmt jeden Tag klarere Konturen an. Der Weg in die Unfreiheit sind viele tausend Schritte. Jeder Tag wird ein neuer gemacht.