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Nach Heiligendamm-Pleite Finger weg von Hotel-Fonds

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Zahlreiche Fehlerquellen

Das war nicht immer so: Als Hotelbetreiberin Dorint - Pächterin in vielen Ebertz-Fondsgebäuden und pikanterweise selbst Teil der Unternehmensgruppe - vor knapp zehn Jahren in Schwierigkeiten geriet und vorübergehend die französische Accor-Gruppe einstieg, wurden erst einmal die Pachtzahlungen an die Fonds herabgesetzt. Heute würde zum Teil Pacht nachgezahlt, sagt Iserlohe.

Die Lehre: Auch ein langjähriger Pachtvertrag bietet Anlegern bestenfalls auf dem Papier die nötige Sicherheit: „Entscheidend ist“, sagt Expertin Fidlschuster, „ob der Betreiber nachhaltig zahlen kann.“ Und das hängt auch, aber keineswegs nur vom Können des Hoteliers ab. Denn selbst wenn Profis am Werk sind - Kempinski im Fundus-Fondsobjekt Adlon in Berlin, Interconti in verschiedenen Hotelfonds von Ebertz & Partner -, ist der Anlageerfolg keineswegs garantiert. Die Ausschüttungen im Adlon etwa liegen unter Plan: Nach zwei Nullrunden gab es für 2010 gerade ein Prozent.

Fehlerquellen gibt es viele, warnt Hotelexpertin Fidlschuster. Heiligendamm und Fleesensee stehen dabei für einen typischen Irrtum: Sie befinden sich zwar in malerischer Lage, aber mitten im Nichts. „Damit Lagen in einer ,splendid isolation' funktionieren, muss das dahinterliegende Hotelkonzept exzellent sein“, sagt Fidlschuster. Ein Manko in Heiligendamm: Der Gast kommt nicht von überall trockenen Fußes zum Hotel-Spa im „Severin Palais“. Das aber erwarten Gäste in Fünf-Sterne-Häusern. Noch dazu hat es ein Hotelier an einem klassischen Ein-Saison-Standort wie Heiligendamm schwer, übers ganze Jahr genug Gäste anzulocken. „Dort braucht man schon Schlechtwetterinfrastruktur wie einen Indoor-Golfplatz oder eine Tennishalle“, sagt Martina Fidlschuster.

Solche und ähnliche Fehler verzeiht die anspruchsvolle Zielgruppe nicht: Um die beiden großen Kostenblöcke tragen zu können - Pacht und Personalkosten -, braucht der Betreiber eines Fünf-Sterne-Hauses eine jährliche Auslastung von 60 bis 65 Prozent. 2008 schaffte Kempinski in Heiligendamm gerade einmal 53 Prozent.

„Der Grat zwischen Rendite und Verlust ist bei Hotels sehr schmal“, sagt Fidlschuster. Dennoch seien die Sympathiewerte bei Privatinvestoren hoch: „Man übernachtet gewissermaßen im eigenen Hotel.“ Für gebeutelte Fundus-Anleger gibt es immerhin Sonderrabatte: Im Adlon zehn Prozent auf den Zimmerpreis, in Heiligendamm 50 Prozent.

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5 Kommentare zu "Nach Heiligendamm-Pleite: Finger weg von Hotel-Fonds"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • nach 2008 mache ich gar keine Fonds mehr (außer ETF und ETC) - diese Fondsmanager haben doch eh nur und ausschließlich ihre eigenen Interessen im Blick und nie und nimmer die der Anleger

  • Mann kann auch geld absaufen in Teakholz Fonds.

  • So ein Scheiß kaufen nur Idioten. (Originalton eines Initiators)

  • Ich weiß!

    Lass uns der Branche helfen und die Mehrwertsteuer für Hoteliers senken! So retten wir Arbeitsplätze und Anleger müssen nicht ihr Geld verlieren!

    ...ach stimmt, dass haben wir ja schon versucht.

  • "Finger weg von Hotel-Fonds"
    ___________

    Wieso?

    Schließlich hat auch der seine Finger ganz drin.