Immobilien Wo die Milliardäre aus Russland zuschlagen

Die Immobilien- und Schuldenkrise beutelt Italien und Frankreich. Beide Länder buhlen um Milliardäre aus Russland. Die Magnaten lassen sich nicht lange bitten. Welche Paläste und Luxusobjekte die Superreichen kaufen.
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Toplage: Der Palazzo Grassi am Canale Grande in Venedig. Quelle:

Toplage: Der Palazzo Grassi am Canale Grande in Venedig.

Geldnot macht erfinderisch. Italien und Frankreich liefern sich einen Wettstreit um eine zahlungskräftige Klientel. Beide Länder umwerben russische Milliardäre, die als Käufer für Luxusimmobilien ebenso willkommen sind wie als Interessenten für einheimische Unternehmen.

“Es ist unglaublich”, sagte Riccardo Monti, Leiter der italienischen Handelsagentur, im Oktober auf einer Werbetour durch Russland, in der er einen zum Verkauf stehenden Palast am venezianischen Canale Grande und eine Villa, die einst dem König von Neapel gehörte, anpries. “Prestige-Objekte stehen bei großen russischen Unternehmern wirklich hoch im Kurs.”

Die Agentur hat ihn seit Mai dreimal nach Russland geschickt. Im Oktober besuchten Vertreter der französischen Stadt Nizza das Land. Auch ihnen geht es um Investments von Russen, deren Käufe von ausländischen Vermögenswerten sich seit 2007 auf 12 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt haben. Die zehn reichsten Russen kommen nach Bloomberg-Schätzungen zusammen auf ein Vermögen von 150 Milliarden Dollar.

“Es wird gekauft was das Zeug hält”, berichtet Georgi Kaschamzow, Leiter Analyse bei Tranio.ru in Moskau, einem Branchenbeobachter, der seine Informationen von mehr als 200 russischen Immobilienmaklern in 43 Ländern einholt. “Die beliebtesten Orte für Luxus-Domizile sind London, gefolgt von der Côte d'Azur. Danach kommen das spanische Marbella, die italienische Riviera und die Toskana.”

Italien, das die vierte Rezession seit 2001 durchmacht, will mit Immobilienverkäufen die Schuldenlast des Landes senken, die zweitgrößte nach Griechenland. Zum Verkauf stehen 46.000 in Staatsbesitz befindliche Objekte im Gesamtwert von 55 Milliarden Euro.

Im Angebot ist etwas das mittelalterliche Schloss Orsini in der Nähe von Rom, das für einen Papst erbaut wurde und als Kulisse für die Hochzeit der Hollywood-Stars Tom Cruise und Katie Holmes diente. Oder eine Villa auf Sizilien, die im 19. Jahrhundert von Ferdinand IV. von Neapel im orientalischen Stil umgebaut wurde.

Scenari Immobiliari, eine italienische Immobilienanalysegesellschaft, rechnet in diesem Jahr mit einem Rekordvolumen von 4.600 Immobilientransaktionen durch Ausländer im Wert von 2,1 Milliarden Euro. Russen, die 2005 nur zwei Prozent der Käufer stellten, kamen im ersten Halbjahr auf 13 Prozent, nach den Briten und Deutschen. “Durch die Krise ergeben sich Gelegenheiten”, sagte Monti.

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16 Kommentare zu "Schuldenkrise: Die Russen kommen"

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  • Wo Russen anschleichen sinkt das Niveau !meine Mitarbeiter und meine wenigkeit haben den Russen über zwanzig Jahre versucht was von Zivi beizubiegen und ihre Ergasstrassen gebaut und die Wohnungen dazu ! Sie begreifen bis heute nichts aber auch nichts ! Und ihre Selbstgebauten Hütten werden in jeder Schlammzeit immer schiefer !Selbst ein Russenmixer ist so brutal gebaut wie das Modell aus den USA was beide bei mir stehen !Und habe sogar die Nachgepresste Vinyl(1986) von the Rolling Stones "Lady Jane" !Wenn ich den Müll aus der andere Welt mit unserern vergleiche?Kein wunder das diese Penner uns hassen !

  • In Russland schreibt man kiryllisch. Was hohes oder niedriges Niveau ist, ist bestimmt nicht von der Rechthaberschreibung abhängig. Das soll nicht heißen, daß ich meine Äußerung besonders intelligent finde, das war auch nicht meine Absicht.

  • Neveau sinkt, Neid steigt, IQ-nicht mehr zählbar. Übrigens Nastrowje ist polnisch. Russisch schreibt man getrennt und mit "d" - Na sdorowje. Aber was können Sie mit dem Begriff Wissen anfangen?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Russen in BADEN-BADEN!!! In der Zwischenzeit kann man schon von LITTLE MOSCOW sprechen! Sie kaufen und kaufen - bauen und bauen (manchmal auch "ausser Norm" .....) Vielleicht der neue Umschlagplatz in der BRD?????

  • @Sebastian
    Die Zahlen simmen? Warum betrug dann der Umtauschkurs bei der Einführung der D-Mark in der DDR 1:2??? Sind Sie auch ein Bild-Leser?

  • Die RGW Valuta wurde im RGW mit 1:1 berechnet.Das heißt eine Valutamark gleich eine DM.Deswegen hatte Rußland die Zahlen moniert.Allerdings ändert das nichts am Sachverhalt.Denn dafür bekam die SU Chemieanlagen,Werkzeugmaschinen u.a. DDR-Produkte in den Jahren 87-90.Das Öl und Gas aus der UdSSR wurde ja genauso verrechnet im RGW-Verbund.Insofern stimmen die Zahlen.

  • Der Rückfluß-Vergütungssatz bei Korruptionsgeschäften in Russland ( RIA-Novosti) beträgt etwa 15 % vom Umsatz. Jetzt wissen wir endlich, was Gasprom-Gerd bei seinem Engagement im Pipelinegeschäft einnehmen wird..?! Ob er die Summe auch versteuert.? Oder zeigt ihm der Lupenreine Demokrat, wo die Offshoreinselchen sind ?

  • Das war kein Schuldenerlass! Russland war mit der Berechnung der Schulden nicht einverstanden und hat auch im Pariser Club entsprechende Bedenken und Einwände geäußert. CSU und Bild finden die Fakten fast immer überbewertet. Da zählen die Emotionen... Und es funktioniert wie man sieht.

  • Letzendlich mussten die Russen nur noch 500 Mill bezahlen für die 7,2 Mrd., aber unsere Politiker sind ja all stark am Taschenrechner. Wenn ich mir nur das Desaster mit der Commerzbank Beteiligung wieder ins Gedächntnis rufe.

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