Tool der Woche Wann die Zinsen für Baugeld steigen

Trotz teilweise stark steigender Preise sind Immobilien wegen der niedrigen Zinsen noch bezahlbar. Das könnte sich ändern. Eine Umfrage unter Analysten, Vermittlern und Bankern zeigt, wann die Zinsen steigen könnten.
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Darlehenszinsen sind so niedrig wie nie. Doch nicht alle profitieren von den niedrigen Zinsen. Quelle: Getty Images

Darlehenszinsen sind so niedrig wie nie. Doch nicht alle profitieren von den niedrigen Zinsen.

(Foto: Getty Images)

Die Angst vor dem Immobilienboom geht in Deutschland um. Sieben von zehn Deutschen seien zwar mit ihrer Mietwohnung zufrieden, ermittelte der Kreditvermittler Interhyp in einer Umfrage unter 1800 Bundesbürgern. Allerdings wäre für 35 Prozent der Befragten eine hohe Miete der wichtigste Grund für einen Umzug. Wichtiger als Baumängel, Platzmangel oder Ärger mit Vermietern oder Nachbarn.

Da die Mieten in Zukunft weiter steigen – das Analysehaus Feri Eurorating prognostiziert in den nächsten beiden Jahren in den Metropolen Frankfurt, München und Hamburg etwa einen Anstieg um neun Prozent – wächst der Wunsch nach einem Eigenheim mit der Garantie auf lebenslanges mietfreies Wohnen.

Trotz steigender Kauf- und Baupreise bleiben Immobilien vielerorts erschwinglich. „Die höheren Preise am deutschen Immobilienmarkt werden durch historisch niedrige Bauzinsen und steigende Einkommen ausgeglichen“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank.

Wie das Zinstief in der Finanzierung wirkt, zeigt ein Rechenbeispiel für eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro. Käufer, die vor zwölf Jahren einen Kredit vereinbarten, zahlten im Schnitt noch einen Zins von rund sechs Prozent. Mit einer Finanzierung zu aktuellen Sätzen von gut 2,6 Prozent sparen Kunden bis zum Ende der Zinsbindung bei einer Tilgung von zwei Prozent laut Rechnung der FMH-Finanzberatung rund 12.400 Euro. Wo es den individuell günstigsten Kredit gibt, zeigt der Baugeldrechner von Handelsblatt Online.

Die Zinsen an den Anleihemärkten könnten bald steigen. Nach einer Umfrage des Handelsblatts unter 32 Banken sollen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen im Jahr 2014 im Schnitt um 0,36 Prozentpunkte auf 2,29 Prozent steigen. Zum Jahresende 2013 lag die Rendite für diese Papiere bei 1,929 Prozent.

Kaufinteressenten, Häuslebauer und Immobilienbesitzer, deren Zinsbindung bald ausläuft, fragen sich angesichts solcher Summen, wie lange das Zinstief noch anhält. Der Hypotheken-Ausblick von Handelsblatt Online für das nächste Jahr zeigt, wann die Zinsen wahrscheinlich wieder steigen.

Wann die Zinsen steigen
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12 Kommentare zu "Tool der Woche: Wann die Zinsen für Baugeld steigen"

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  • Völlig überflüssig ist die ganze Rechnerei. Denn wer vor 12 Jahren finanziert hat, konnte seinen Vertrag vor 2 Jahren kündigen und erneuern - zu den Konditionen von 2012. An den anfänglichen Zins ist der Darlehenskunde maximal 10 Jahre lang gebunden.

  • Ist es nicht so, daß die maßgeblichen Zinsen immer noch äußerst günstig sind und eigentlich auch dort bleiben sollen??!! Dieses Gerede um eine Verteuerung spült doch das Thema weich und auf einmal ist man sich hier und da einig und suksessive ziehen die anderen (Banken) nach....?!?!

  • Sollen ruhig alle die niedrigen Zinsen nutzen um sich eine Immobilie zu erhöhten Preisen zu kaufen. Allein durch die erhöhten Anschaffungskosten ist der Zinsvorteil schon wieder vernichtet worden. Vielen denken jetzt oder nie und legen dabei "leider" alle Eier in einen Korb. Wenn dann irgendetwas "schief" läuft ist die Existenz im Eimer... .

  • Das Handelsblatt sollte einmal berechnen lassen, um wie viel die Zinsen (incl. Zinseszins) steigen können, wenn ein Kaufpreis auf Grund steigender Zinsen entsprechend niedriger ausfällt.

  • @ Andre

    Es ist müßig gegen Windmühlen anzurennen. - Nur soviel: schon im ersten Jahr betragen die Mehrkosten von einem 6% Kredit zu einem 2,6% Kredit nahezu 10.000 €. - Oder sollte ich noch von Sylvester betrinken sein? ;-)

  • @petervonbremen:
    Bei der Ermittlung der Gesamtkosten reicht es bei einer Baufinanzierung aber nicht aus nur die nominalen Zinsen zu berücksichtigen. Da i.d.R. annuitätisch ( Tilgung steigt innerhalb der Darlehensrate um die ersparten Zinsen ) gezahlt wird, müssen Tilgung und ersparte Zinsen auch einkalkuliert werden. Dadurch entsteht in diesem Beispiel keine Ersparnis um TEU 3 p.a., sondern über die gesamte Laufzeit "nur" rd. TEU 12,4.

  • Die Zinsen werden die nächsten 10 Jahre tief bleiben.

    Warum? Staatsschulden und Refinanzierung über Niedrig/Nullzinspolitik.
    Schulden werden komplett vergemeinschaftet, EU-weit.

    Drollig der Versuch der Immobilienwirtschaft immer wieder höhere Zinsen herbeizureden.
    Das versuchen sie seit 15 Jahren. Tatsächlich fallen die Zinsen seitdem kontinuierlich in den Keller.

  • Ein Vergleich mit einer Immobilie die vor 12 Jahren gekauft wurde ist m. E. nach nicht zulässig! Heute wird nach EnEV 2009 (bald nach EnEV 2014) gebaut... das ist ein völlig anderer Standard... Heizkosten halbiert gegenüber dem Haus von vor 12 Jahren... Ich sitze in einem KfW 70-Haus und heize nicht mal 50,- EUR im Monat (Gas) für die ganze Bude! Klar hat man im Gegenzug erheblich höhere Baukosten. Das nennt man wohl "Investition"!

    Steigende Zinsen werden wir in den nächsten (2 bis 5) Jahren wohl nicht sehen - jedenfalls nicht mit dem EURO... Kosten deutsche Staatsanleihen 4%, dann kosten italienische 7% und spanische 8% - und damit ist der EURO Geschichte!!! Danke Mario für die super Finanzierung ;-)

  • Zinsen sind das kleiner übel. Denken Sie erstmal über Energiekosten (und -autonomie) nach! Und über die nicht funtktionierende Exekutive und Justiz in diesem Lande.
    (sie haben zwar einen Gerichtsbeschluß gegen jemaden aber da könenn wir nichts machen weigern wir uns was zu machen). Da ist es geradezu fahrlässig Eigentm zu erwerben oder unternehmerisch tätig zu sein. insbeesondere wenn man noch Aktionäre oder Mitgesellschafter hat deren Invetstitionen nicht gefährdet werden dürfen.

    http://central.banktunnel.eu/20140102-1246-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

  • Überall Mathegenies, wow. So ich 1% mehr Zinsen bezahlen muss, wäre die Mehrbelastung pro Jahr bei 300.000 Kreditbetrag - 3.000 € (dreitausend). Ja, ja, Plastiktüten tragen und Treppen steigen gleichzeitig - kann halt nicht jeder ;-)

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