Schwarmfinanzierung Berliner Immobilienprojekt rutscht in die Pleite

Für den Bau eines Apartmenthauses in Berlin hatte die Finanzierungsplattform Zinsland rund 1,25 Millionen Euro bei knapp 300 Anlegern eingesammelt. Jetzt ist der Bauträger pleite – und das Geld der Anleger wohl verloren.
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Über das Internet wirbt das Hamburger Unternehmen bei Anlegern Geld zur Finanzierung von Immobilienprojekten ein.
Internetplattform Zinsland

Über das Internet wirbt das Hamburger Unternehmen bei Anlegern Geld zur Finanzierung von Immobilienprojekten ein.

BerlinSchlechte Nachrichten für private Investoren, die sich über die Plattform Zinsland an einem Berliner Immobilienvorhaben beteiligt haben. Das Amtsgericht München hat am Mittwoch das Insolvenzverfahren über die Projektentwicklungsgesellschaft Conrem-Ingenieure GmbH beantragt, die zusammen mit einem anderen Projektentwickler in Berlin-Tempelhof zwei Mikroapartmenthäuser mit dem Namen „Luvebelle“ bauen wollte.

Das Geld der knapp 300 Investoren, die sich mit 1,25 Millionen Euro beteiligt haben, dürfte verloren sein. Nachrangige Gläubiger haben in einem Insolvenzfall in der Regel schlechte Karten, noch etwas zu bekommen. Die Nachrangdarlehen sollten mit rund sechs Prozent verzinst werden.

Bei der zweiten Gesellschaft handelt es sich um die Arplan Projektgesellschaft Alpha 1, für die auch im September bereits Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt wurde. Hier liegt noch keine Entscheidung des Gerichts vor.

„Wir haben in den letzten Wochen vergeblich versucht, auf den Projektentwickler und den vorläufigen Insolvenzverwalter Einfluss zu nehmen, um die Investitionen unserer Anleger zu retten“, sagte der Betreiber der Plattform Zinsland, Carl-Friedrich von Stechow, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Nach unserer Kenntnislage wäre es möglich gewesen, das Projekt zu retten“, gab sich von Stechow überzeugt. „Und ganz bestimmt wäre das möglich gewesen, hätte sich der Conrem-Ingenieure-Geschäftsführer Heinz Michael Groh früher an uns gewandt.“ Aber der Versuch, einen Investor ins Gespräch zu bringen, um das Projekt fertigzustellen, schlug fehl.

Wo die meisten von Eigentum nur träumen können
10. Platz: Düsseldorf
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Unter allen kreisfreien deutschen Städten belegt Düsseldorf den zehnten Platz, was die aktuellen Preise von neugebauten Eigentumswohnungen angeht. Wer in der Rheinmetropole eine Neubauwohnung sein Eigen nennen möchte, muss im Schnitt 4437 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das verrät der Immobilienpreisindex 3/2017, in dem das Empirica Institut seit 2004 die Immobilienpreise untersucht und die Ergebnisse quartalsweise veröffentlicht. Demnach ist der Preis in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens innerhalb eines Jahres um 9,2 Prozent gestiegen.

9. Platz: Erlangen
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Die mittelfränkische Stadt Erlangen liegt mit 4455 Euro pro Quadratmeter auf dem neunten Platz. Der Preis für Neubau-Eigentumswohnungen ist damit im Gegensatz zum vergangenen Jahr um 9,2 Prozent höher. Nürnbergs kleiner Nachbar ist nur die erste von vielen bayerischen Städten in dem Ranking. Wie beliebt der Freistaat für Immobilieninvestment ist, zeigen gerade die hohen Preise bei den eher kleineren Großstädten.

8. Platz: Regensburg
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In der Rangliste fiel Regensburg um zwei Plätze runter auf die Acht. Mit einem Quadratmeterpreis von 4530 Euro legen die Preise gegenüber dem Vorjahr dennoch um 8,9 Prozent zu. Damit liegt die Domstadt ganz nah am Trend für alle kreisfreien Städte Deutschlands, bei denen die Preissteigerung durchschnittlich 8,8 Prozent betrug.

7. Platz: Hamburg
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Nur knapp davor folgt die Metropole Hamburg mit 4536 Euro für jeden Quadratmeter neugebauter Eigentumswohnung. Weil die Preise mit 8,4 Prozent in den letzten zwölf Monaten nicht so stark anzogen wie bei den anderen Top-Locations der Nation, fällt die Hansestadt von der Fünf auf die Sieben zurück.

6. Platz: Rosenheim
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Bayern, die dritte: Rosenheim weißt mit 4571 Euro je Quadratmeter die sechstteuersten Neubau-Preise für Eigentumswohnungen in der ganzen Bundesrepublik auf. Weil München immer teurer wird, ziehen die Preise für den gesamten Münchener Speckgürtel an. In Rosenheim, staufrei etwas mehr als eine Autostunde von der Landeshauptstadt entfernt, legten sie innerhalb eines Jahres um ganze elf Prozent zu. Allein in den letzten drei Monaten ging es fünf Prozent rauf.

5. Platz: Frankfurt
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Deutschlands Finanzplatz Nummer eins erlebt einen wahren Ansturm auf Immobilien. Im dritten Quartal 2016 tauchte die Mainmetropole gar nicht in den Top Ten auf. Mit 4779 Euro pro Quadratmeter springt sie nun aber direkt auf den fünften Platz. Wegen des Brexits erlebt London einen Exodus der Banken. Einen Großteil zieht es nach Frankfurt – und mit ihnen Hunderte von Bankern samt Familien. Das treibt die Preise. Seit der letzten Erhebung vor drei Monaten zogen die Preise um 6,1 Prozent an.

4. Platz: Ingolstadt
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Mit Ingolstadt findet eine weitere Stadt aus Oberbayern ihren Platz in den teuersten Städten Deutschlands, was neugebautes Wohneigentum angeht. Die wohlhabende Gemeinde, knapp 80 Kilometer entfernt von München, kommt auf 4817 Euro pro Quadratmeter. Immerhin beruhigt sich dort der Markt etwas: Mit 6,4 Prozent zogen die Preise innerhalb der letzten zwölf Monate langsamer an als im bundesdeutschen Schnitt (Gesamtdeutschland: 7,7 Prozent, kreisfreie Städte: 8,8 Prozent, Landkreise/Kreise: 7,0 Prozent). Innerhalb der letzten drei Monate kam das Wachstum mit 0,1 Prozent zum Stillstand.

Bereits vor Baubeginn hatte Conrem-Ingenieure das Projekt an den Luxemburger Vermögensverwalter Aviarent Capital Management veräußert. Der vorläufige Insolvenzverwalter soll sich mittlerweile mit Aviarent über eine Übernahme des Projekts im Rohbau geeinigt haben.

Bereits seit Anfang des Jahres arbeitet Zinsland daran, neben Nachrangdarlehen auch andere Finanzprodukte, wie zum Beispiel Anleihen, anbieten zu können. Auch um mögliche Eventualitäten besser als bisher auszuschließen. „Wir werden jetzt vom grauen Kapitalmarkt, zu dem die Nachrangdarlehen gehören, in den weißen Kapitalmarkt wechseln“, kündigt von Stechow an. Auch zeichnet sich ab, dass „wir bei größeren Projekten künftig eher Anleihen vermitteln“.

Damit schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe: „Wir werden attraktiver für Projektentwickler und können diese Produkte auch für die Investoren anders besichern als jetzt.“ Von Nachrangdarlehen werde man sich aber nicht komplett verabschieden, da diese für mittelständische Projektentwickler das richtige Werkzeug seien. Das Problem der angemessenen Besicherung bleibe jedoch.

Die seit September offenkundigen Probleme mit dem Immobilienprojekt in Berlin-Tempelhof haben nach Einschätzung von Stechows nicht dazu geführt, dass die Investoren Zinsland den Rücken gekehrt haben. „Die letzten Fundings konnten wir innerhalb von Stunden beenden“, heißt es.

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