Stadtentwicklung Wohnlagen mit Wasserblick werden beliebter

Wenn in deutschen Städten neue Wohnquartiere entstehen, darf es gerne exklusiver sein. Dazu gehört auch der Blick aufs Wasser.
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Das mit 206 Quadratmeter kleinste Penthouse der Berliner Wohnanlage mit Blick auf den Fluss und die Stadt kostet 2,6 Millionen Euro. Quelle: Bauwerk Capital
Penthouse mit Blick auf die Spree

Das mit 206 Quadratmeter kleinste Penthouse der Berliner Wohnanlage mit Blick auf den Fluss und die Stadt kostet 2,6 Millionen Euro.

(Foto: Bauwerk Capital)

DüsseldorfSonnendeck, mehr als 200 Quadratmeter Wohnfläche, ein privater Bootsanlegesteg: Wer in den Genuss solcher Annehmlichkeiten kommen will, braucht weder eine Jacht – noch muss er weit weg ans Meer ziehen. Mitten in Berlin, an der Spree zwischen Oberbaum- und Elsenbrücke entsteht bis Anfang kommenden Jahres ein selbst für Hauptstadtverhältnisse ungewöhnliches Wohnensemble.

Entworfen wurde es von Graft, einem Architekturbüro mit großem Namen und Dependance in Berlin. Es gilt als eines der aktuell stilprägendsten der Zunft.

Das „Wave“ jedenfalls, wie der Münchener Entwickler Bauwerk Capital den Wohnkomplex in Berlin getauft hat, dürfte eine weitere Berliner Landmarke werden: Mit seiner zur Spree hin geschwungenen Gebäudeform und seinen Balkonen erinnert es an einen Luxusliner auf dem Ozean. Entsprechend exquisit sind die Preise: Das mit 206 Quadratmeter kleinste Penthouse mit Blick auf den Fluss und die Stadt kostet 2,6 Millionen Euro.

Auch in diesem Fall ist die Lage am Wasser zwar nicht der alleinige, aber doch ein wichtiger Grund für den selbst für Berliner Verhältnisse stolzen Preis. Durchschnittlich wurde im ersten Quartal dieses Jahres ein Quadratmeter Eigentumswohnung in guter Berliner Lage zum Preis von 4.700 Euro angeboten, zeigt die Erhebung des Analysehauses Empirica.

Und was für Berlin gilt, das trifft offenbar auch in der deutschen Provinz zu: „Für den Wasserblick zahlen Immobilienkäufer gern einen höheren Kaufpreis“, berichtet Dagmar Böcker-Schüttken. Die geschäftsführende Gesellschafterin des Düsseldorfer Maklerhauses Böcker-Wohnimmobilien vermarktet aktuell den letzten Bauabschnitt im Neubauprojekt „Seepromenade“ in Kettwig im Essener Süden.

Auf dem Areal der ehemaligen Scheidt’schen Tuchfabrik entwickelt Bauträger Kondor Wessels 15 Reihenhäuser mit gut 200 Quadratmeter Wohnfläche, nur wenige Meter vom Ruhrstausee entfernt. 600.000 Euro sollen die Häuser in unmittelbarer Wasserlage kosten, ein Preis, berichtet die Maklerin, der etwa ein Viertel über vergleichbaren Angeboten abseits des Sees liege. „Die direkte Nähe zum Wasser empfinden viele Käufer einfach als eine höhere Lebensqualität“, erklärt Böcker-Schüttken. Dafür akzeptierten Kunden offenbar auch höhere Preise.

Die neue Wohnlage an der einstigen deutsch-deutschen Grenze mitten in Berlin und das ehemalige Fabrikgelände in Essen-Kettwig sind nur zwei von vielen Beispielen, die zeigen, wie die Nähe zum Wasser die Entwicklung neuer Stadtquartiere begünstigen kann.

Auch an vielen anderen Orten setzen Planer und Bauträger auf die Anziehungskraft der Lagen mit dem besonderen Etwas. So will Hamburg bei seinem nächsten großen Entwicklungsvorhaben und der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte Hafencity die Nähe zum Wasser nutzen: diesmal nicht die zur Elbe, sondern zu deren Nebenfluss Bille.

„Stromaufwärts an Elbe und Bille“ hat der Hamburger Senat sein Konzept genannt, mit dem er den gewerblich geprägten Osten der Stadt zu einem urbanen Quartier entwickeln will. 20.000 Wohnungen könnten entstehen – wenn möglich auch an den bislang hinter Fabrik- und Gewerbehallen versteckten Bille-Kanälen. Doch die müssen erst einmal zugänglich gemacht werden. Bis – wie so mancher hofft – die Bille zur neuen Alster geworden ist, dürften daher noch einige Jahre ins Land gehen.

Das gilt erst recht für den Traum eines Architektenteams aus Mülheim an der Ruhr. Sie stellten Mitte Mai ihr Projekt der „Schwimmenden Häuser“ vor: keine Hausboote, sondern fest verankerte Einfamilienhäuser, die aber die Bewegung des Wassers aufnehmen. Ihr Zeithorizont zur Realisierung reicht bis weit ins nächste Jahrzehnt. Dass die Anziehungskraft von Wasserlagen so lange anhält, kann als ziemlich sicher gelten.

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