Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Städtebau Kleinere Städte wagen sich an Großprojekte

Nicht nur in Berlin, Hamburg und München werden mittlerweile ganze Quartiere neu entwickelt. Auch kleinere Großstädte schaffen neue Wohnräume.
Kommentieren
Auch kleine Städte bauen inzwischen groß. Quelle: dpa
Nürnberger Altstadt

Auch kleine Städte bauen inzwischen groß.

(Foto: dpa)

Berlin Es ist ein gewaltiges Projekt für Nürnberg: Vor wenigen Tagen hat die Gerchgroup mit der Kommune einen städtebaulichen Vertrag für die künftige Nutzung des seit 2009 leer stehenden früheren Quelle-Areals unterzeichnet.

Unter dem Projektnamen „The Q“ will der Düsseldorfer Projektentwickler nach eigenen Angaben ein „lebendiges und urbanes Quartier“ schaffen, das zwar schwerpunktmäßig dem Wohnen dienen wird, aber auch Raum für Büros, Läden und ein Hotel bieten soll.

Nicht weniger als 700 Millionen Euro will die Gerchgroup in das Vorhaben investieren. Das zeigt, dass die Entwicklung ganzer Quartiere nicht nur für Berlin, Hamburg und München ein Thema ist, sondern dass sich auch Großstädte mit weniger als einer Million Einwohnern an solche Megaprojekte wagen.

Zum Beispiel in Leipzig: Dort haben ein Bremer Investor und die Stadt im August den Entwurf des Bebauungsplans für ein zwölf Hektar großes, bislang weitgehend unbebautes Areal westlich des Hauptbahnhofs vorgelegt. Geplant sind 650 Wohnungen (davon 30 Prozent Sozialwohnungen), ein Gymnasium, eine Sporthalle und eine Kita.

Erarbeitet worden ist das städtebauliche Konzept vom Architekturbüro RKW Architektur+. Dessen Niederlassungsleiter Norbert Hippler ist überzeugt, „dass solche Quartiere das urbane Leben in einer sich rasant verändernden Welt ausmachen. Zukunftsfähig ist diese Entwicklung, weil kurze Wege zwischen Arbeiten, Wohnen und Leben gewährleistet sind.“

Auch Jan-Oliver Meding, geschäftsführender Gesellschafter des Hamburger Architekturbüros MPP Meding Plan + Projekt, betont, dass Quartiere eine ganze Stadt widerspiegelten.

Vielfalt gefragt

„Vielfalt wird also zum Gebot bei der Quartiersentwicklung. Das gilt für die Nutzungsarten wie auch für die Durchmischung der Bewohner hinsichtlich verschiedener Alters- und Einkommensgruppen.“

Meding verantwortet die Generalplanung für das neue, von der Hamburger Revitalis Real Estate entwickelte Quartier am Wettiner Platz in Dresden. Dort, zwischen einem zum Kulturstandort umgewandelten Kraftwerk und dem Stadtzentrum, werden im Herbst dieses Jahres die Bauarbeiten an knapp 180 Wohnungen, tausend Quadratmeter Gewerbeflächen und einem Hotel abgeschlossen sein.

Noch ungewöhnlicher ist ein Quartier, das in Hannover Gestalt annehmen wird. Dort entsteht das „Vitalquartier“, das laut Terragon-Geschäftsführer Michael Held „die Inklusion leben will“. Helds Firma verantwortet die Projektsteuerung für das Vorhaben, das von zwei Investoren aus Hannover und Stade umgesetzt wird.

„Ziel ist, ein lebendiges Viertel für gesunde, behinderte und betagte Menschen zu schaffen“, sagt Held. Entstehen sollen deshalb insgesamt 400 Wohnungen ganz unterschiedlicher Größe und Art – von der Familienwohnung über behindertengerechte Einheiten bis hin zu Demenz-Wohngemeinschaften. Auch eine Kindertagesstätte, ein Hausmeisterservice und weitere kleinere Gewerbeflächen gehören zu dem im Stadtteil Mittelfeld gelegenen Quartier, für das die Bauarbeiten 2019 beginnen sollen.

Bereits abgeschlossen ist der Architekturwettbewerb. Die Gestaltung sei ein wichtiger Beitrag zum Erfolg eines solchen Projekts, sagt Terragon-Chef Michael Held: „Qualitätvolle Architektur erhöht die Attraktivität des Quartiers.“

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Städtebau - Kleinere Städte wagen sich an Großprojekte

0 Kommentare zu "Städtebau: Kleinere Städte wagen sich an Großprojekte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote