Studie Nachhaltige Immobilien sind wertbeständiger

Große Versicherer wollen mehr in Ökogebäude investieren. Sie sind dabei aber nicht immer konsequent.
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Das neue, nachhaltige Designhaus von Bien-Zenker. Quelle: obs

Das neue, nachhaltige Designhaus von Bien-Zenker.

(Foto: obs)

BerlinNachhaltige Immobilien sind wertbeständiger als herkömmliche. Das hat sich in der Finanzkrise gezeigt. Zu diesem Ergebnis kam der Verband Royal Institution of Chartered Surveyors (Rics) in einer Analyse des US-Markts. Nach dem US-Energie-Siegel LEED zertifizierte Gebäude haben von 2007 bis 2009 bis zu sechs Prozent höhere Mieten erbracht, elf bis 13 Prozent höhere Marktpreise und niedrigere Leerstände. "Die Studie gibt erstmals statistisch gesicherte Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Spitzenrenditen, erzielbaren Transaktionswerten und der Höhe des LEED-Zertifizierungsratings", so Martina Helten-Lexby von Rics Deutschland.

Das Ergebnis lässt sich zwar nur eingeschränkt auf Deutschland übertragen, gleichwohl belegt es Vorteile für Investoren. Das sehen auch Versicherer so. Allianz, R+V, Talanx, Generali, Huk-Coburg, Munich Re und die Versicherungskammer Bayern (VKB) beachten systematisch Nachhaltigkeitskriterien bei der Investitionsprüfung für Gebäude. Das Resultat der Nachhaltigkeitsprüfung kann ausschlaggebend für die Investitionsbeschlüsse sein. Das ergab eine Umfrage des "Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments" unter Topinstituten.

Die Versicherer erwarten eine höhere Wertstabilität durch langfristig größere Vermietbarkeit, niedrigere Betriebskosten und zunehmend bessere Veräußerbarkeit. Für Munich Re und Generali ist auch Verantwortung ein wichtiges Motiv, öko-soziale und ethische Grundsätze zu beachten.

Allerdings berücksichtigen nur drei Versicherer auch bei der Portfoliobereinigung und beim Bestandsmanagement nachhaltige Kriterien. Bei den anderen gibt es noch Aufholpotenzial. Zudem ist das, was die Institute unter Nachhaltigkeit verstehen, sehr verschieden. Einige legen den Fokus auf Energieeffizienz, etwa Allianz, R+V und Munich Re.

Dagegen bezeichnet Ampega-Gerling die Energieversorgungsart als "nachrangig". Zu ihren nachhaltigen Topkriterien gehören eine flexible Nutzbarkeit und ein intelligentes technisches Gebäudekonzept, das für das Wohlgefühl der Mieter, die Nebenkosten und die Lebenszykluskosten relevant ist. Erstaunlich dabei ist, dass die meisten Institute umweltverträgliche Baumaterialien bei den Kriterien gar nicht nennen.

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