Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Studie Platz für Millionen neue Wohnungen auf Parkhäusern, Supermärkten oder Büros

Eine Studie behauptet: Auch ohne viel neues Bauland auszuweisen, könnten in Deutschland bis zu 2,7 Millionen neue Wohnungen entstehen. Man müsste nur bestehende Gebäude aufstocken.
Kommentieren
In der Studie haben die Forscher mit Hilfe von Luftaufnahmen Frei- und Gebäudeflächen ausgewertet. Quelle: dpa
Hildesheim aus der Luft

In der Studie haben die Forscher mit Hilfe von Luftaufnahmen Frei- und Gebäudeflächen ausgewertet.

(Foto: dpa)

BerlinBauland ist im dichtbesiedelten Deutschland ein knappes und teures Gut. Gerade in den Großstädten gilt das als eines der größten Hindernisse, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Eine neue Studie zeigt nun: Auch ohne neues Bauland ließen sich hierzulande Millionen neue Wohnungen bauen.

Insgesamt könnten es 2,3 bis 2,7 Millionen sein, die auf Wohnhäusern, Supermärkten, Büro- und Verwaltungsgebäuden und sogar Parkhäusern entstehen, schätzen die TU Darmstadt und das Eduard Pestel-Institut in ihrer „Deutschlandstudie 2019“. Für die Studie wurden unter anderem Luftaufnahmen ausgewertet.

Aufgrund des offensichtlichen Mangels an Angeboten, die sich auch Gering- und Normalverdiener leisten können, plant die Bundesregierung bis 2021 den Bau von 1,5 Millionen neuer Wohnungen. Immobilienverbände halten das Ziel jedoch für ambitioniert, da es vielerorts an Bauland fehlt oder dort, wo es besonders dringend benötigt und verfügbar ist, häufig sehr teuer ist.

Einer Studie des Schweizer Immobilieninvestmentmanagers Empira zufolge hat sich Bauland in Deutschland seit 2000 im Schnitt um 67 Prozent verteuert – deutlich mehr als der Verbraucherpreisindex, der nur um 27 Prozent kletterte. Allein zwischen 2007 und 2017 hat sich Bauland in Düsseldorf um 355 Prozent auf knapp 1400 Euro verteuert. Am teuersten ist ein Quadratmeter mit 2400 Euro pro Quadratmeter in München.

„Der prinzipielle Vorteil von Aufstockungen und einer verdichteten Ausnutzung bebauter Grundstücke gegenüber dem Neubau liegt im bereits vorhandenen Grundstück einschließlich der Erschließung und der Außenanlagen“, heißt es in der Studie der TU Darmstadt und Pestel. Gerade in hochpreisigen Regionen, in aller Regel also den Großstädten, gäbe es daher auch wirtschaftliche Vorteile.

Aufstockungen sind an baurechtliche Bedingungen geknüpft

Die prinzipiell einfache Idee hat jedoch auch ihre Hindernisse: Bauordnungsrechtlich ist bei Aufstockungen und Verdichtungen unter anderem auf Brandschutzanforderungen zu achten, nicht zuletzt dann, wenn mit der Aufstockung eine Veränderung der Gebäudeklasse verbunden ist. Für verträglich halten die Studienautoren in ohnehin dicht bebauten urbanen Räumen Aufstockungen um 1,35 Geschosse pro Gebäude.

Allerdings lassen sich diese Potenziale nicht überall so einfach heben. In Berliner Milieuschutzgebieten, die die soziale Durchmischung eines Gebiets schützen sollen, bedürfen Dachgeschossausbauten einer gesonderten Prüfung.

Doch auch generell behinderten Auflagen die Aufstockung, beklagt Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund: „Notwendig sind zum einen Weiterentwicklungen im Bau- und Planungsrecht.“ Im Vorfeld müssten Gebäudeeigentümer einen hohen Planungsaufwand einbringen, um das individuelle Potenzial erkennen zu können. „Hier brauchen sie ein hohes Maß an Beratung. Das sollte gefördert werden.“

Bereits vor zwei Jahren hatten die Wissenschaftler das Potenzial durch Aufstockungen auf Wohngebäuden erhoben, die zwischen 1950 und 1990 errichtet worden. Diese Zahlen wurden für die nun vorgelegte Untersuchung aktualisiert. Allein darauf könnte 1,1 bis 1,5 Millionen Wohnungen gebaut werden.

Mehr: Nicht nur in den Metropolen oder in den wirtschaftsstarken Regionen Süddeutschlands sind die Grundstückspreise rasant gestiegen. Plus 350 Prozent in zehn Jahren – Wo Bauland am teuersten ist

In einer früheren Version dieses Artikels war fälschlicherweise die TU Braunschweig als Co-Autor der Studie genannt. Richtig ist aber, dass die TU Darmstadt die Studie gemeinsam mit dem Pestel-Institut erstellt hat.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Studie - Platz für Millionen neue Wohnungen auf Parkhäusern, Supermärkten oder Büros

0 Kommentare zu "Studie: Platz für Millionen neue Wohnungen auf Parkhäusern, Supermärkten oder Büros"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.