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Übernahme Führendes Crowdinvesting-Immobilienportal Exporo übernimmt Konkurrenten Zinsland

Die Konsolidierung im Immobilien-Crowdinvesting nimmt Fahrt auf. Mit der Übernahme des Konkurrenten baut Exporo seine Marktführung weiter aus.
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Auf den Immobilienplattformen Exporo und Zinsland können sich Anleger digital an der Finanzierung von Immobilien beteiligen. Quelle: dpa
Wohnungsbau

Auf den Immobilienplattformen Exporo und Zinsland können sich Anleger digital an der Finanzierung von Immobilien beteiligen.

(Foto: dpa)

Berlin Die größte deutsche digitale Plattform für Immobilienprojekte, Exporo, erwirbt den Konkurrenten Zinsland, der ebenfalls in Hamburg ansässig ist. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir den Deal perfekt machen konnten“, sagte der Vorstandschef von Exporo, Simon Brunke. „Der Zusammenschluss ist für beide Seiten der logische nächste Schritt“, so der Gründer von Zinsland, Carl von Stechow.

Auch wenn offiziell von einem Zusammenschluss die Rede ist, dürften angesichts der Marktanteile die Karten klar verteilt sein. Gemessen an den finanzierten Projekten im ersten Halbjahr 2019 kommt Exporo auf einen Marktanteil von gut 68 Prozent, Zinsland auf knapp 14 Prozent. Dahinter geraten Plattformen wie Bergfürst, Home Rocket und Engel & Völkers Capital ins Hintertreffen.

„Mit dem Zusammenschluss baut Exporo seine schon jetzt deutliche Marktführerschaft weiter aus“, urteilt Branchenkenner Michel Harms, der den Newsletter Crowdfunding.de herausgibt. Perspektivisch könnte Exporo damit Einsparungen durch bessere Konditionen an Anleger und Emittenten weitergeben. Die Konsequenz: Der Marktvorsprung könnte weiter ausgebaut werden, so Harms.

Auf den Immobilienplattformen Exporo und Zinsland können sich Anleger digital an der Finanzierung von Immobilien beteiligen, was zuvor eher institutionellen Investoren vorbehalten war. Angesichts der Zinsflaute wächst die Attraktivität dieser Anlagen, bei denen für Anleger allerdings auch ein Verlustrisiko besteht. Im Gegensatz zu Exporo ist es bei Zinsland schon zu Ausfällen gekommen.

Beiden Plattformen dürfte entgegenkommen, dass der Markt boomt. Im ersten Halbjahr 2019 wuchs er im Vorjahresvergleich um mehr als 63 Prozent auf 155 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung von privaten Platzierungen lagen die Volumina noch höher.

Erklärtes Ziel der beiden Plattformen ist es, den Zugang zum professionellen Immobilienmarkt weiter zu demokratisieren. Quelle: Exporo AG
Simon Burke

Erklärtes Ziel der beiden Plattformen ist es, den Zugang zum professionellen Immobilienmarkt weiter zu demokratisieren.

(Foto: Exporo AG)

Attraktiv ist für Exporo die neue Zinsland-Plattform Caladio. Auf dieser Plattform können sich beispielsweise Projektentwickler die gesamte Finanzierung zusammenstellen – unter Einschluss von Banken. Da die Abrechnung der Projekte auch auf dieser Plattform ablaufen soll, erhöht sich die Transparenz für Entwickler, Banken und anderer Investoren. Ein weiterer Profit für Exporo sind die mehr als 40 Experten, die Zinsland beschäftigt. Nach der Übernahme werden künftig rund 200 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt sein.

Keine konkreten Angaben machen die beiden Plattformen zu den künftigen Eigentümerverhältnissen. Wie es hieß, sollen alle Investoren an Bord bleiben. Exporo hatte sich vor einigen Monaten in einer Finanzierungsrunde 43 Millionen Euro gesichert und das französische Unternehmen Partech Growth als neuen Investor begrüßt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch verkündet, verstärkt im Ausland Flagge zu zeigen.

Zu dem Zeitpunkt hielten die Unternehmensgründer 30 Prozent der Anteile, weitere hielten E.Ventures, Holtzbrinck Ventures, BPO Capital und Heartcore (früher Sunstone). Während Exporo mit rund 150 Millionen Euro bewertet wird, liegt der Wert von Zinsland im unteren zweistelligen Millionenbereich. Ein Teil dieser Summe soll bar fließen, ansonsten halten die Zinsland-Eigner künftig Anteile an Exporo. Neben den Gründern sind beispielsweise Family Offices an Zinsland beteiligt.

Erklärtes Ziel der beiden Plattformen, die künftig nur noch unter der Marke Exporo auftreten werden, ist es, den Zugang zum professionellen Immobilienmarkt weiter zu demokratisieren. Auch mit einem geringen Einsatz sollen sich Anleger an der Finanzierung von Immobilien beteiligen können.

Dabei werden durchaus ehrgeizige Ziele verfolgt. „Gemeinsam kommen wir unserer Vision von einer Million europäischer, digitaler Immobilieninvestoren einen Schritt näher“, so Exporo-Chef Brunke. Derzeit zählt Exporo rund 20.000 Anleger, Zinsland kommt auf einige Tausend.

Mehr: So sorgen Anleger für mehr Klimaschutz im Depot.

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