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VerzögerungenImmobilienbranche beklagt erste Negativ-Folgen der Coronakrise – Nachbesserungsbedarf bei Corona-Hilfspaket gefordert

Das Coronavirus sorgt für Verzögerungen auf Baustellen und bei notwendigen Verfahren. BFW-Präsident Ibel fordert passgenaue Maßnahmen von der Politik. 25.03.2020 - 17:37 Uhr aktualisiert

Immobilienunternehmen spüren einen Rückgang der Nachfrage.

Foto: dpa

Berlin. Mittelständische Immobilienunternehmen spüren die Coronakrise bereits deutlich. „Es gibt Verzögerungen auf Baustellen und bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, Mietstundungen und einen starken Rückgang der Nachfrage“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), am Mittwoch zu einer Umfrage des Verbands.

Demnach werden etwa Besichtigungen und Notartermine verschoben und auf Baustellen fehlen Mitarbeiter. „Vor allem aber werden die Engpässe bei Lieferketten immer größer.“ Dies berichteten 43 Prozent der befragten Firmen. „So fehlen schon jetzt Fliesen, Türen und Fenster – darüber hinaus können Hausanschlüsse oft nicht mehr verlegt werden.“

Aufgrund des Ausfalls von Mit- und Facharbeitern sowie Lieferschwierigkeiten rechnen laut Verband drei Viertel der Unternehmen mit Verzögerungen bei Bauvorhaben. Dabei erwarte die Hälfte der Befragten eine Verschiebung um zwei bis drei Monate.

Große Verzögerungen entstünden in der Planungs- und Genehmigungsphase: So geben rund 40 Prozent an, dass die Kommunen wichtige Entscheidungen ausgesetzt hätten und geplante Bauvorhaben deshalb nicht angegangen werden könnten. Einige Unternehmen hätten zudem bereits Anfragen von Mietern bekommen, ob die Miete gestundet werden könne.

BFW-Präsident Ibel forderte von der Politik „differenzierte und passgenaue Maßnahmen, um die Wirtschaftskraft und die Arbeitsplätze in der Branche zu sichern“.

Hierzu sei man bereits im Kontakt mit Bund und Land. „Dabei muss zwischen Bestand und Neubau, Kleinvermietern, Mittelstand und Großunternehmen unterschieden werden.“

Die deutsche Immobilienwirtschaft sieht beim Hilfspaket zur Coronakrise an vielen Stellen Nachbesserungsbedarf. „Manches, was da im Schnelldurchgang beschlossen wurde, wird in den nächsten Wochen noch repariert werden müssen“, erklärte der Präsident des Branchenverbands Zentraler Immobilienausschuss (ZIA), Andreas Mattner, am Mittwoch in Berlin. Der ZIA spricht unter anderem für 28 Verbände und 37.000 Unternehmen der deutschen Immobilienwirtschaft.

Es sei positiv, dass man das Kündigungsmoratorium von sechs auf drei Monate verkürzt habe, sagte Mattner. Auch dass jetzt der Mieter nachweisen müsse, dass er wegen der Corona-Pandemie die Miete nicht zahlen könne, sei zu begrüßen. In einem ersten Gesetzesentwurf war dies noch pauschal unterstellt worden, was aus Mattners Sicht Missbrauchsmöglichkeiten eröffnet hätte.

Der ZIA-Präsident forderte als wichtigsten Punkt, alle Rechtsverhältnisse gleichermaßen für drei Monate einzufrieren, seien es Darlehensverträge oder sonstige Verpflichtungen, die der Vermieter habe. „Sonst werden wir die größte Massenpleite in der Geschichte der Branche erleben. Hier ist die Wertschöpfungskette, die zehn Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland beschäftigt, nicht zu Ende gedacht.“

rtr, dpa
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