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Virtuelle Büros Null Quadratmeter in bester Lage zu vermieten

Virtuelle Büros bieten kleinen Unternehmen repräsentative Adressen. Dort ziehen die Mieter nicht wirklich ein, aber ihr Briefkopf ist schick. Lange Zeit dümpelte der Markt vor sich hin, doch nun sprechen Beobachter von einem Boom - auch wenn die Anbieter den Vergleichen mit unseriösen Briefkastenfirma widersprechen müssen.
  • Anette Kiefer
3 Kommentare
Die Königsallee in Düsseldorf zählt zu den Top-Adressen. An solchen Standorten können kleine Unternehmen virtuelle Büros mieten. Quelle: ap

Die Königsallee in Düsseldorf zählt zu den Top-Adressen. An solchen Standorten können kleine Unternehmen virtuelle Büros mieten.

(Foto: ap)

MÜNCHEN. Ein Schreibtisch mit Laptop in der Schlafzimmer-Ecke und eine Geschäftsadresse in einem reinen Wohngebiet - wer sich selbständig macht, startet oft unter wenig glamourösen Bedingungen.

Dem will das Geschäftsmodell "Virtual Office" (Virtuelles Büro) abhelfen: Zahlreiche Betreiber in Deutschland bieten jungen Start-up-Unternehmen oder Firmen mit geringem Platzbedarf repräsentative Adressen in den besten Bürolagen Deutschlands an.

Dabei müssen die Kunden keine tatsächlichen Räume anmieten. Sie erwerben vielmehr das Recht, die wohlklingende Adresse auf ihrem Briefkopf und für die Geschäftskorrespondenz nutzen zu dürfen.

In vielen Fällen buchen die Nutzer außerdem den Telefon- und Post-Annahmeservice des Virtual-Office-Anbieters dazu, so dass sie für ihre eigenen Kunden besser erreichbar sind und die eingehende Post von der Vorzeigeadresse an ihre tatsächliche Adresse weitergeleitet wird.

"Wir wollten keine teuren Büroräume anmieten, weil unsere jeweiligen Kunden uns für die Dauer ihres Auftrags sowieso Büros zur Verfügung stellen", sagt Heino Krause, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Economind Business Consulting. Er hat seit etwa sechs Jahren ein Virtual Office angemietet hat. "Außerdem brauchten wir eine Geschäftsanschrift. Die Privatadresse anzugeben, wirkt da schnell unseriös. Das Virtual Office war also genau das, was wir suchten."

Jetzt boomt der Virtual-Office-Markt

Virtual-Office-Center gibt es in Deutschland seit Mitte der 90er-Jahre, doch erst seit einiger Zeit erleben sie einen regelrechten Boom. Die Wirtschaftskrise sorgte dafür, dass sich viele ehemalige Angestellte selbständig gemacht haben. Nach Schätzungen des Immobilienportals 123-untermiete.de arbeiten in Deutschland im Moment rund sieben Millionen Selbständige und Freiberufler, von denen viele nach kleineren Büroflächen suchen.

Wer die Zusatzdienste der Bürobetreiber nutzt, hat mehr Zeit für seine Kunden. "Wenn Sie sich selbst um Ihre Post kümmern müssen, geht das alles von der Arbeitszeit für Ihr Kerngeschäft ab. Wenn Sie eine eigene Sekretärin einstellen, kann die krank werden oder sie geht in Urlaub. All diese Probleme haben Sie mit einem Virtual Office nicht", sagt Anita Gödiker, Geschäftsführerin von Satellite Offices.

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3 Kommentare zu "Virtuelle Büros: Null Quadratmeter in bester Lage zu vermieten"

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  • Ich kann die Meinung meines Vorgängers nicht ganz teilen. Es kommt doch sehr darauf an, in welcher Branche man tätig ist. Ein Dienstleistungsunternehmen, welches Kunden evtl. nicht nur in Deutschland, sondern auch international betreut und in der Regel den Kunden besuchen muß, profitiert m. E. ganz erheblich von einem Geschäftssitz in einer großen bekannten Stadt. Das hat gar nichts mit Qualität zu tun, sondern einfach mit Image und Bekanntheit. Ein Kunde fühlt sich wohl besser aufgehoben bei der Firma XY GmbH Frankfurt als wenn da auf dem Briefkopf steht XY GmbH Schafheim. Wenn der Großteil der Kundengespräche direkt beim Kunden stattfinden, dann ist es doch finanziell besonders für ein junges Unternehmen von enormen Vorteil, wenn es sich die Kosten für einen eigenen repräsentativen Konferenzraum sparen kann und diesen dann bei Bedarf ein paar Male in einem wirklich schicken Bürocenter anmieten kann. Also ich finde die "Virtual Office"-Lösungen eine prima Möglichkeit am Anfang die Kosten gering zu halten, vorausgesetzt natürlich, man hat ein gutes eigenes Büro mit der entsprechenden Infrastruktur. Das anzeige Problem, das eventuell besteht - und das muß wirklich jeder mit seinem Steuerberater genau abklären - ist, daß der Geschäftssitz rechtlich und steuertechnisch standhält. Hier sind auch die Business Center gefragt, Hilfestellung zu geben.

  • Natürlich gibt es auch hier - wie in jeder branche - schwarze Schafe. Letztendlich ist dieser Service aber eine rundweg faire Sache gerade für Existenzgründer. Unternehmen wie Excellent business Center, bueroservice24.de oder Satellite Office bieten StartUps oder uns Freiberuflern genau das was wir brauchen - ständige Erreichbarkeit unter einer repräsentativen Adresse. ich kann das jedem, der sich die Kosten für ein eigenes festes büro sparen möchte, nur empfehlen.

  • Wer noble Firmenanschriften angibt, ohne dort wirklich einen vollen Geschäftsbetrieb zu unterhalten, nimmt in Kauf, dass Kunden oder interessenten an der Seriösität ernsthaft zweifeln. Geraten solche Firmen in Verzug, oder in Mangelhaftung oder andere Widrigkeiten, dürfte ihre Position im Streit erheblich geschwächt sein. Eine Firma mit guten Leistungs- und Qualitätsangeboten muss sich nicht mittels einer Nobeladresse schönen, sondern sollte Wert auf Kundenparkplätze, Nahverkehrsanschluss, gute soziale infrastruktur und niedrige Kommunallasten legen. Auch Nähe zu Auftraggebern und Lieferanten kann vorteilhaft sein. Die Nobel-Adressen-Offerte stammt vmtl. aus der Gewerbeimmobilien-branche, die unter Druck steht und keine gute Marktperspektive besitzt.

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