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Vonovia/Deutsche Wohnen Der Dealmaker – Wie Vonovia-Chef Rolf Buch die Milliardenfusion vorangetrieben hat

Mit Beharrlichkeit hat Vonovia-Boss Rolf Buch seine Akquisitionsstrategie verfolgt – und steht nun kurz vor einem großen Erfolg.
27.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Selbst im politischen Berlin scheint seine Diplomatie Wirkung zu zeigen. Quelle: Vonovia/Catrin Moritz
Vonovia-Chef Rolf Buch

Selbst im politischen Berlin scheint seine Diplomatie Wirkung zu zeigen.

(Foto: Vonovia/Catrin Moritz)

Frankfurt Dass Rolf Buch tatsächlich sein Vorhaben aufgibt, den Wohnungskonzern Deutsche Wohnen zu kaufen, war nicht zu erwarten: Zu oft schon hat der heute 56-jährige Chef von Vonovia im Laufe seiner Karriere gemerkt, dass er mit Beharrlichkeit ans Ziel kommt – selbst wenn man dem in Essen aufgewachsenen Rheinländer nachsagt, dass er ungeduldig sei, und diese Eigenschaft auch heute noch gelegentlich durchscheint.

Seine Beharrlichkeit zeigte sich etwa, als der studierte Ingenieur 2013 nach 20 Jahren beim Medienkonzern Bertelsmann zum Immobilienkonzern Deutsche Annington wechselte. Nach wenigen Wochen im Amt bereits sollte er den Börsengang des Unternehmens durchziehen.

Dass der Medienmanager an der Spitze der Firma stand, galt bei Börsianern als Makel: Auch wenn er als Manager bei Bertelsmann und deren Outsourcing-Tochter Arvato sehr gute Arbeit geleistet habe – in der Immobilienbranche habe er ja keinerlei Erfahrung, hieß es damals.

Und seine Kritiker schienen recht zu behalten: Kurz vor dem geplanten Start an der Frankfurter Börse musste Buch die Transaktion abblasen. Zu nervös war die Stimmung an den Finanzmärkten, zu hoch angesichts dessen der von Finanzinvestor Terra Firma geforderte Preis für die Aktien.

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    Doch Buch ist keiner, der sich wegduckt. Gerade einmal acht Tage nach der Blamage unternahm er einen zweiten Anlauf. Und diesmal klappte es.

    Vonovias Aufstieg in den Dax

    Seit 2013 ist die Aktie des Unternehmens, das später in Vonovia umbenannt wurde, an der Börse, hat sich von einem Kurs von damals 17,10 Euro auf rund 50 Euro verteuert. Zwei Jahre nach dem Börsengang stieg die Aktie des Immobilienkonzerns in den Dax auf – ein wahrhaft rasanter Aufstieg, den der Autoliebhaber vorantrieb.

    Zum Debüt auf dem Frankfurter Parkett war das Unternehmen Vermieter von 180.000 Wohnungen, der Wert des Portfolios betrug gut zehn Milliarden Euro. Zwei Jahre später waren es fast doppelt so viele Wohnungen. Heute sind es über 400.000.

    Als „Serientäter“ bezeichnen Banker Manager wie Buch, die eine Übernahme nach der anderen durchziehen: Gagfah, Südewo, Dewag, Vitus, Conwert, Victoria Park und Hembla – die Liste der Unternehmen, die der Immobilienkonzern dank niedriger Zinsen, steigender Immobilienwerte und klammer Kommunen im Laufe der Jahre schluckte, ist lang.

    Widerstand der Aktionäre von Deutsche Wohnen

    Nur bei Deutscher Wohnen biss Buch auf Granit – nicht nur einmal. Als Vonovia vor gut fünf Jahren ein Gebot für die Nummer zwei des deutschen Immobilienmarktes, die Deutsche Wohnen, abgab, ging man dort auf Konfrontationskurs. Nach heftigem Widerstand der Aktionäre von Deutscher Wohnen und dessen Management unter Führung von Michael Zahn musste Vonovia die Übernahme aufgeben.

    Buch zog daraus seine Lehren, wie er selbst sagte: Er habe „gelernt, dass feindliche Übernahmen in der deutschen Wohnungswirtschaft nicht möglich sind“, räumte er ein. Dennoch unternahm er einen weiteren Versuch. Auch dieser scheiterte.

    Doch wieder einmal scheint sich die Beharrlichkeit von Buch auszuzahlen. Am Montagabend verkündeten Vonovia und Deutsche Wohnen, sich auf einen Zusammenschluss geeinigt zu haben, zu einem Zeitpunkt, der überraschte.

    Es gibt noch Hürden: Die Aktionäre des Berliner Unternehmens müssen der Transaktion noch zustimmen – Bedingung für den Abschluss der Transaktion ist eine Annahmequote von 50 Prozent der ausstehenden Aktien von Deutscher Wohnen. Doch diesmal gilt das nicht als Dealbreaker.

    Schließlich seien einige Großinvestoren bei beiden Unternehmen engagiert und hätten einen Zusammenschluss befürwortet, heißt es in Finanzkreisen. Außerdem konnte Buch diesmal auch die Führung von Deutscher Wohnen – nach wie vor mit Deutsche-Wohnen-Chef Zahn an der Spitze  – überzeugen, dass man nur gemeinsam einen Konzern formen könne, dessen Wachstum auch weit über Deutschlands Grenzen hinausführen kann.

    Und selbst im politischen Berlin scheint Buchs Diplomatie Wirkung zu zeigen. Es sieht also ganz danach aus, als könnte der Nordrhein-Westfale Ende des Sommers einmal mehr seine Kritiker widerlegen – als Chef von Europas größtem Wohnimmobilienkonzern mit einer kombinierten Marktkapitalisierung von rund 45 Milliarden Euro und mehr als 500.000 Wohnungen.

    Mehr: „Der Deal kommt“: Was die Chefs von Deutsche Wohnen und Vonovia nach der Fusion vorhaben

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