Wohnen im Studium teurer 580 Euro für eine Studentenbude

Die Mieten für Studentenwohnungen steigen rasant an. In München müssen Studenten für eine Wohnung im Schnitt 580 Euro zahlen. Wie können sich Studenten da noch auf ihr Studium konzentrieren?
Update: 06.04.2016 - 11:13 Uhr 15 Kommentare
Die Wohnungssuche stellt Studenten oftmals vor ein großes Problem. Quelle: Imago
Junge Studentin

Die Wohnungssuche stellt Studenten oftmals vor ein großes Problem.

(Foto: Imago)

Köln„München ist am teuersten!“- Für Normalverdiener ist diese Erkenntnis des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) über den Wohnungsmarkt der bayerischen Landeshauptstadt unangenehm, für Studenten ist sie eine Katastrophe.

Denn zusätzlich werden Wohnungen für Studenten immer weniger finanzierbar, weil das Einkommen des akademischen Nachwuchs mit den rasant steigenden Mieten nicht mithalten kann.

Eines der krassesten Beispiele liefert Berlin: Dort verteuerten sich Studentenwohnungen von 2010 bis 2015 um fast 30 Prozent. Das haben das IW und der Studentenwohnungsinvestor Deutsche Real Estate Funds (DREF) in einer Studie analysiert. Laut der Untersuchung kostet dort eine Musterwohnung für einen Studenten 386 Euro monatlich. „Studenten partizipieren nicht wie Beschäftigte und Rentner von der positiven Einkommensentwicklung“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

In München sind die Wohnungen sogar um 200 Euro teurer. Und was die Quadratmeterpreise angeht, schießt München sowieso den Vogel ab. Im Schnitt 15 Euro Monatsmiete je Quadratmeter müssen Münchens Studenten für ihre Unterkünfte hinblättern.

In elf deutsche Städten wurden Angebotsmieten über das Vermittlungsportal Immobilienscout24 erhoben, die dann in den von IW und DREF erstmals erstellten Studentenwohnpreisindizes einfließen. Dabei werden auch die Mieten von WG-Zimmern berücksichtigt. Um die unterschiedlichen Mietwohnungsangebote in den Indizes abbilden zu können, wurden die Mieten über ein kompliziertes statistisches Verfahren auf eine Musterwohnung umgerechnet. Die hat 30 Quadratmeter Wohnfläche, wurde 1995 erbaut, verfügt über eine Einbauküche und ist 1,5 Kilometer von der Universität entfernt. 

Die Metropolen Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart haben zwar die meisten Studenten, aber Siegen, die kleinste der analysierten Städte, hat den größeren Anteil von studentischen Mietern, nämlich rund 20 Prozent.

Doch eine kleine gute Nachricht hat IW-Immobilienexperte Voigtländer für die Studenten der teuersten Städte München, Frankfurt und Hamburg. Seit Anfang 2015 sinken dort die Mieten leicht. In München vermuten die Experten, dass Menschen mit mittleren und niedrigerem Einkommen ins günstigere Umland ausweichen und auf diese Weise Druck vom studentischen Wohnungsmarkt nehmen. In Hamburg würden die Mieten leicht sinken, weil sich das Wohnungsangebot erhöht hat. In allen drei Städten könnten die rückläufigen Mieten auch ein erster Effekt der Mietpreisbremse sein, vermutet Voigtländer.

Doch diese Preisminderung wird nicht lange anhalten. In allen Städten mit Ausnahme von Kiel und Siegen werden die Märkte enger werden. Das liegt daran, dass immer weniger Wohnungen angeboten werden und gleichzeitig die Zahl der Erstsemester zunimmt. 

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15 Kommentare zu "Wohnen im Studium teurer: 580 Euro für eine Studentenbude"

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  • Es ist doch nichts Neues, das München teuer ist und zwar in jeder Beziehung. Da muss man sowohl als Familie als auch als Single gut überlegen, wo man im Großraum München seine Zelte aufschlägt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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  • Ich hatte in den 1990er Jahren eine Studentenbude in allerbester Lage in einer der teuersten Städte Deutschlands: 5 Minuten zu Fuß zur Uni. Monatliche Warmmiete: 265 DM (!!)
    Die war allerdings in einem Studentenwohnheim, mit 13m^2 inklusive Balkon so klein wie ein Kaninchenstall. es gab eine Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsduschen (ohne Geschlechtertrennung) für 30 Mitbewohner. Man kann eben nicht alles haben!
    Die steigenden Mieten für Studentenhaben natürlich erst einmal was Angebot und Nachfrage zu tun. Es werden irrsinnigerweise immer mehr Berufe akademisiert, die keine Akademisierung benötigen - und darüber hinaus ist es gesellschaftlich mittlerweile schon fast "asozial", kein Abi zu haben und nicht zu studieren.
    Und natürlich spielt die Asset-Inflation eine Rolle (auch wenn es keine heftige Güterpreisinflation gibt (1 Ei = 10 Euro oder so)).
    "Kampf gegen die Deflation" ist auch einzig und alleine in unserem Schuldgeldsystem erforderlich, das eine permanente Aufschuldung erfordert, weil EIGENTLICHE Deflation (= "Schuldendeflation") eine Geldmengenkontraktion ist.

  • "Und natürlich ist das eine win-win-Situation für beide Seiten. Sie macht mich glücklich und ich profitiere außerdem von ihrer jugendlichen Lebensfreude (...)"

    Stimmt, dass sind super Vorteile für Ihre Verlobte :)
    Aufschubfinanzierung ... ein wirklich herrlich ironischer Kommentar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das stimmt schon. Kaum ein Student kommt heute noch ohne Nebenjob über die Runden, oder er hat halt solvente Eltern, die allerdings die Wenigsten haben..

    Das war allerdings vor 30 Jahren nicht anders. Ich musste 2 Jahre lang täglich 4 - 5 Stunden für Hin- und Rückweg im Zug sitzen, um zur Uni zu kommen.
    Bei der Zimmersuche riet mir einmal sogar ein Makler von dem Zimmer ab, weil es schlicht ein durch Maschendraht abgetrennter Keller-"Raum" in einem Mehrfamilienhaus war, wo die halt ein Bett aufgestellt hatten, und das für damals 250,- DM!

    Man muss auch noch bedenken, dass zum Komfort, den die heutigen Studenten erwarten, nach meiner Erfahrung teilweise schon eine 1-Zimmer-Wohnung und ein Urlaub in den USA in den Semesterferien gehört. Allerdings arbeiten die Studenten auch härter für Studium und Nebenjob als wir früher.

  • Und der Riesenwitz dabei ist, dass uns dann Herr Draghi erzählt, er müsse die Deflation bekämpfen! Das wird jetzt wahrscheinlich wieder so einen ganz wichtigen volkswirtschaftlichen Grund haben, dass Mieten von Studenten NICHT im Warenkorb sind. (Der ist mir nur leider gerade entfallen). Die Eltern müssen dann Ihr Geld für diese Mieten reinstecken und können nicht konsumieren. Und dagegen tritt Super-Mario mit Niedrigzinsen an, damit die Ersparnisse auch nicht allzu lange reichen!
    Das Ganze geht dann weiter: selbst ein gut ausgebildetes Akademiker-Paar kann sich in München keine Immobilie mehr erarbeiten/sparen. Das die Leute sich also um eine Ausbildung bemühen ist, mehr so eine alte Tradition. Irgendwann werden sie merken, dass sich das nicht lohnt, dann gute Nacht Wirtschaftsleistung!

  •  Freiherr Flash, du machst dich halt gerne zum nützlichen Idioten, oder auch dressierten Affen. Aber du wirst es wahrscheinlich als eine Win-Win-Situation beschreiben Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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