Wohnungsbau Baugenehmigungen für Häuser schnellen in die Höhe

Insgesamt sank die Zahl der Baugenehmigungen im Januar. Das liegt aber vor allem am Rückgang bei Wohnungen und Wohnheimen – zum Beispiel für Flüchtlinge.
Update: 05.04.2018 - 11:33 Uhr 1 Kommentar

Wohnungsnot in Deutschland – Mieten steigen weiter an

WiesbadenDer Wohnungsbau in Deutschland hat zu Jahresanfang an Schwung gewonnen. Ein deutliches Plus von 8,7 Prozent gab es bei Zweifamilienhäusern, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Bei Einfamilienhäusern waren es 5,4 Prozent mehr Neubaugenehmigungen als im Januar 2017 und bei Mehrfamilienhäusern 0,6 Prozent.

Zwar sank die Zahl der Baugenehmigungen im Januar insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,5 Prozent auf 24.800 Wohnungen, davon handelte es sich in 22.006 Fällen um neu errichtete Gebäude. Der Rückgang ist aber vor allem auf einen Sonderfaktor zurückzuführen: Der Neubau von Flüchtlingsunterkünften ist deutlich rückläufig. Die werden statistisch als Wohnungen in Wohnheimen erfasst, deren Genehmigungen deshalb um 56,6 Prozent eingebrochen sind. Ohne Berücksichtigung der Wohnheime sei die Zahl der Genehmigungen insgesamt um 1,8 Prozent gestiegen, erläuterte die Wiesbadener Behörde.

Die Lobby-Verbände beurteilen die jüngsten Zahlen in ersten Rektionen unterschiedlich. So meint etwa Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss: „Insbesondere die Zahlen der Neubaugenehmigungen für Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern stimmen zuversichtlich und müssen trotz geplanter Restriktionen im Mietrecht realisiert werden.“

Ganz anders die Interpretation von Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD: Der Trend zu weniger Baugenehmigungen ist ungebrochen. Schick verweist auf die weniger schwankungsanfälligen Zahlen im Dreimonatsvergleich. Der IVD rechnete die Wohnheime aus den Zahlen von November 2017 bis Januar 2018 heraus und kommt in den drei Monaten gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum auf ein Minus von 3,5 Prozent.

Experten sind sich einig, dass Deutschlands Wohnungsknappheit nur über verstärkten Bau von Mehrfamilienhäusern zu lösen ist. Noch immer gehen Politik und Experten von einem jährlichen Neubaubedarf von 400.000 Wohnungen aus. In den deutschen Metropolen sind Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser noch knapper als für Mehrfamilien-Wohnanlagen.

Generell fordern die Verbände deshalb die Kommunen auf, mehr Bauland auszuweisen und ihre Bauämter mit mehr Personal auszustatten, um die Genehmigungszeiten zu verkürzen. Der Rückgang der Baugenehmigungen für Wohnheime ist nachvollziehbar. Die Flüchtlingszahlen sinken, worauf sich die Betreiber von Flüchtlingsheimen wie European Homecare bereits einstellen.

Im vergangenen Jahr waren trotz der großen Nachfrage nach Immobilien erstmals seit 2008 weniger Baugenehmigungen für Wohnungen und Büros erteilt worden als im Vorjahr. Die Preise gerade in Ballungsräumen haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen und auch die Bauwirtschaft stößt langsam an ihre Grenzen: Viele Firmen sind gut ausgelastet und suchen mitunter lange nach Fachkräften.

  • dpa
  • rrl
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