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Wohnungsmarkt Berlins Wirtschaft und Bevölkerung wachsen – nur der Wohnungsbau kommt nicht mit

2035 soll die Hauptstadt vier Millionen Einwohner haben. Doch das geringe Wohnungsangebot bietet gute Bedingungen für steigende Preise.
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Hochrechnungen zufolge wird Berlin 2035 die Marke von vier Millionen Einwohnern überschreiten. Quelle: picture-alliance
Baustelle in Berlin

Hochrechnungen zufolge wird Berlin 2035 die Marke von vier Millionen Einwohnern überschreiten.

(Foto: picture-alliance)

Düsseldorf Berlin, Berlin und immer wieder Berlin: Die jüngsten Immobilienmarktanalysen schwärmen nur so von den Chancen, die Deutschlands Hauptstadt bietet. Das Maklerhaus Dahler & Company lobt die „national wie international enorme Strahlkraft“ Berlins. „Mehr Dynamik geht nicht“, stellt Arcadis, ein Immobilienberatungsunternehmen, fest und meint damit nicht die Miet- und Preissteigerungsraten auf dem Wohnungsmarkt, sondern die ökonomischen Kennzahlen.

Dabei erreichen Steigerungsraten auf dem Wohnungsmarkt im zweiten Quartal 2018 einmal mehr Spitzenwerte, wie die jüngste Analyse von F+B Forschung + Beratung zeigt. Die Mieten kletterten im Vorjahresvergleich um 8,9 Prozent, die Preise für Eigentumswohnungen um sieben Prozent. Die F+B-Zahlen beruhen dabei auf Angebotsdaten.

Arcadis macht die Dynamik Berlins unter anderem am Wirtschaftswachstum der Stadt fest, das gemessen an Gesamtdeutschland überdurchschnittlich ist. Die Berliner Sparkasse erwartet für das Gesamtjahr 2018 nach einer aktuellen Analyse ein Plus von 2,7 Prozent. Die Informationstechnologiebranche hat erheblichen Anteil daran, weswegen Arcadis die Stadt auch gleich zum „Silicon Valley Europas“ erklärt.

Trotz Fachkräftemangels nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zwischen September 2016 und 2017 um 55.000 zu. Der Zuzug hält weiter an. Rund 40.000 zusätzliche Bürger begrüßte die mit 3,7 Millionen Einwohnern größte deutsche Stadt 2017. Hochrechnungen zufolge wird sie 2035 die Marke von vier Millionen Einwohnern überschreiten.

Kein Wunder, dass die örtliche Maklerszene weiter steigende Mieten und Preise voraussagt. Zwei Drittel der in Berlin aktiven Wohnungsmakler erwarten, dass sich die Wohnimmobilienpreise in den kommenden zwölf Monaten um fünf bis zehn Prozent verteuern werden, ergab eine im Auftrag der Vermögensverwaltungsgesellschaft PRS Family Trust durchgeführte Umfrage. Weitere 22 Prozent gehen von einem Preisanstieg von bis zu fünf Prozent aus.

Geringes Wohnungsangebot

Die steigenden Preise reflektieren das Angebot, das unverändert zu gering ist. Nach Ansicht von Dahler & Company ist dies der Grund für die abnehmende Zahl von Besitzwechseln. 2017 wurden nur noch rund 19.500 Eigentumswohnungen verkauft, zwölf Prozent weniger als im Jahr zuvor, geht aus Zahlen des Gutachterausschusses für Berlin hervor.

Die befragten Makler sehen den Mangel an geeigneten Grundstücken als Ursache für den nachlassenden Wohnungsbau. 2017 wurden rund 15.700 neue Wohnungen in Berlin fertiggestellt. Doch nötig wären pro Jahr rund 20.000, schreibt die Sparkasse Berlin. Grund für die schleppenden Baufertigstellungen sei der mit 58.460 rekordhohe Überhang an genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen.

Deren Anteil nahm um 15 Prozent zu. Der Überhang könnte durch zügigeres Bauen abnehmen. Doch denkbar ist genauso, dass sinkende Genehmigungszahlen den Überschuss verringern. Denn 2017 ging erstmals seit 2010 die Zahl der genehmigten Wohnungen zurück.

Dass die Mietpreisbremse ihnen die durch Knappheit ausgelösten Miet- und Wertsteigerungen kaputt macht, müssen Investoren der Maklerumfrage zufolge nicht fürchten. Die Makler gehen davon aus, dass nur steigende Zinsen den Preisauftrieb stoppen würden. Doch mit höheren Leitzinsen, denen zeitverzögert auch höhere Baugeldzinsen folgen würden, rechnen professionelle Beobachter der Europäischen Zentralbank nicht vor Herbst 2019.

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1 Kommentar zu "Wohnungsmarkt: Berlins Wirtschaft und Bevölkerung wachsen – nur der Wohnungsbau kommt nicht mit"

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  • Es ist ein sehr großer Spagat, einerseits die notwendigen Wohnungen in ausreichender Zahl zu bauen und auch gleichzeitig eine gesunde Durchmischung der Bevölkerungsstrukturen zu behalten.
    Was macht denn Viertel wie Kreuzberg oder das Schanzenviertel in Hamburg aus ? Ist es nicht der Reiz der Gegensätze ? Wenn in Berlin nur noch HipsterWohnungen gebaut werden, dann drängt das viele notwendige, helfende Hände aus dem Supermarkt, Krankenhaus, Kindergarten, Altenheim aus den Bestandswohnungen und an den äußeren Rand der Städte. Wenn eine Krankenschwester von München nach Augsburg ziehen muss, weil sie sich ihre Wohnung in München nicht mehr leisten kann, dann läuft doch etwas grundsätzlich schief.
    Dass sich bei uns erst einmal drei Minister zusammensetzen müssen um über eine Reform für schnellere Baugenehmigungsverfahren zu beraten, ist ein Thema. Wir brauchen - ähnlich wie beim Bauen, auch ein modulares, serielles Genehmigungsverfahren, ohne dutzendeweise Anhörungen und Stellungnahmen der Fachgremien.
    Wir können das schaffen, aber wir müssen auch bereit dazu sein.

    Merke : Der Kopf ist rund, damit unser Denken die Richtung ändern kann.


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