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Neubausiedlung Bahnstadt in Heidelberg

Die deutsche Wohnungswirtschaft scheut wegen hoher Grundstückspreise vor Neubauten zurück.

(Foto: dpa)

Wohnungsmarkt Warum Mieten und Wohnungspreise in Deutschland nicht sinken

In Deutschland ist Bauland knapp und teuer. Das hält die Wohnungsbranche davon ab, neu zu bauen. Der Mangel schlägt sich in den Preisen nieder.
21 Kommentare

Schlechte Nachricht für Wohnungssuchende. Langfristig werden weniger Wohnungen gebaut. Darauf deuten eine Umfrage unter Wohnungsunternehmen und eine Erhebung über Neubaupläne der Projektentwickler hin. Beim Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) rechnet man demnächst mit weniger als 250.000 bezugsfertigen Wohnungen im Jahr.

Das wäre ein Rückfall auf das Niveau von 2015. „Aufgrund der hohen Erstellungskosten für Wohnungen betrifft dies vor allem den Neubau im bezahlbaren Segment“, erwartet BFW-Präsident Andreas Ibel.

Selbst ein kurzfristig erwarteter Anstieg auf 300.000 Fertigstellungen bleibt hinter den Bedarfszahlen zurück. Schließlich hat sich die Bundesregierung den Neubau von 375.000 Wohnungen jährlich zum Ziel gesetzt. Dabei hat sie den vermuteten Bedarf nach dem abnehmenden Zuzug von Flüchtlingen sogar zurückgenommen.

Was das Grundsteuer-Urteil für Eigentümer und Mieter bedeutet

Weil weniger als nötig gebaut wird, „steigt der Nachholbedarf jährlich weiter“, stellt die Immobilienmarktforschungsgesellschaft Bulwiengesa klar. „Auf Jahre haben die Städte das Problem, die vorhandene Nachfrage nach Wohnungen nicht befriedigen zu können“, beschreibt Bulwiengesa-Vorstand Andreas Schulten die Konsequenz.

Insofern sind zumindest vorläufig sinkende Wohnungspreise ausgeschlossen. „Einen Einbruch der Wohnimmobilienpreise erwarten wir nicht“, stellt Louis Hagen, Präsident des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken (VDP), fest. Harald Simons, Vorstand des Wohnungsmarktforschers Empirica hatte dagegen vor wenigen Wochen drastische Preiseinbrüche für Wohnimmobilien in den Metropolen vorhergesehen.

In diesem Jahr wird sich für Wohnungssuchende nichts ändern. Bulwiengesa-Experte Schulten erwartet im Schnitt weiter steigende Mieten und Priese. Weiter in die Zukunft blickt VDP-Präsident Hagen. Er geht davon aus, dass die Preise weniger rasch in die Höhe gehen.

2017 haben sich Wohnimmobilien in Deutschland nach VDP-Zahlen im Schnitt um 6,9 Prozent verteuert, 0,4 Prozentpunkte mehr als 2016. Die VDP-Zahlen basieren auf tatsächlichen Kaufpreisen und nicht wie bei vielen anderen Statistiken auf Angebotsdaten.

Das wirksamste Mittel gegen Wohnungsmangel wäre verstärkter Mehrfamilienhausbau. Doch die Bulwiengesa-Projektentwicklerstudie bestätigt gerade diesem Segment eine gegenläufige Tendenz. In den sieben Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart waren Ende 2017 rund 11,3 Millionen Quadratmeter Wohnraum im Bau oder in der Planung – 200.000 Quadratmeter weniger als zum gleichen Vorjahreszeitraum. Erstmals seit Beginn der Untersuchung zum Ende des Jahres 2011 planen Projektentwickler, weniger Wohnungen zu bauen.

Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Januar 2018 scheinen dem zu widersprechen. Danach nahmen die Genehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent zu. Aber im Dreimonatsvergleich November bis Januar zum Jahr 2017 sind sie rückläufig. Die Lage in diesen sieben Städten bleibe angespannt, ist VDP-Präsident Hagen überzeugt.

Verbände beklagen Mangel an Grundstücken

Als Hauptgrund für die Bau-Abstinenz nennen 97 Prozent der befragten BFW-Mitglieder, es fehle an Grundstücken. Regelmäßig macht die Wohnungswirtschaft die Kommunen für das Fehlen von Grundstücken verantwortlich. Fast die Hälfte der Befragten hat den Eindruck, es werde weniger Bauland ausgewiesen, knapp ein Viertel sieht sich bei der Vergabe gegenüber kommunalen Wohnungsunternehmen benachteiligt - und ein Fünftel beklagt sich über die Vergabe nach dem Höchstgebot.

Darüber hinaus stellen 68 Prozent fest, dass zunehmend häufiger mit Grundstücken spekuliert wird. Ein Eindruck, den die Bulwiengesa-Untersuchung bestätigt. Etwa 15 bis 20 Prozent der aktuellen Projekte seien in der Fertigstellung verschoben worden, heißt es darin.

„Vielfach wird auf weiter steigende Endverkaufspreise gewartet, um den sehr hohen Grundstückseinstand auch refinanzieren zu können.“ Maklerhäuser berichten, dass baureife Grundstücke die Besitzer wechseln, ohne dass mit dem Bau begonnen wurde.

Das Spekulieren mit Grundstücken könnte eine sogenannte Grundsteuer C ändern. Diese Steuer soll das Halten von unbebautem Land durch Höherbesteuerung unwirtschaftlich machen. Die Große Koalition aus CDU und SPD hat angekündigt, die Einführung der Grundsteuer C zu prüfen.

Doch die BFW-Mitglieder lehnen die Grundsteuer C ab. Darüber hinaus klagt die Wohnungswirtschaft auch über ständig steigende Preise für Bauleistungen. Die deutsche Bauwirtschaft arbeitet an der Kapazitätsgrenze, sodass es ihr leicht fällt, höhere Preise durchzusetzen. Am Montag meldete das Statistische Bundesamt, dass die Baupreise für Wohngebäude im Februar gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um vier Prozent gestiegen sind.

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21 Kommentare zu "Wohnungsmarkt : Warum Mieten und Wohnungspreise in Deutschland nicht sinken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "... klagt die Wohnungswirtschaft auch über ständig steigende Preise für Bauleistungen. Die deutsche Bauwirtschaft arbeitet an der Kapazitätsgrenze, sodass es ihr leicht fällt, höhere Preise durchzusetzen."

    Die Nachfrage regelt nun mal den Preis. Jedenfalls in einer funktionierenden Marktwirtschaft. Das kann man beklagen oder auch nicht, das ist einfach so.

  • Der Artikel blendet drei weitere Gründe für die Preisentwicklung aus: (1) starke Preisanstiege für Handwerksleistungen, (2) extremer Mangel an Fachkräften (betrifft alle Branchen: Reinigungsbranche, KFZ, Maler, Elektriker, Serivice, Köche, - aber besonders: Maurer, Landschaftsgärtner, Zimmerleute,...) und (3) nicht jeder Neubau schafft Wohnraum (altes Gebäude entspricht nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben an Brandschutz, Energieverbrauch bzw. den Anforderungen des Marktes nach Wohnungsgrößen, Wohnkomfort).

  • Herr G. Nampf,

    dass Wiedereinstellen gelöschter Kommentare macht die Zensur erst recht zum Verlierer.

    Meine Erfahrung ist, dass von mir wiedereingestellte Kommentare meist stehen bleiben. Man muss nur die Zensur auf den Grund der Wiedereinstellung hinweisen.

    Beispiel - mein gestriger Kommentar zu:

    "Türkei will sich noch nicht aus syrischem Afrin zurückziehen"

  • Noch etwas zur Zensurdebatte hier:

    Die HB-Redaktion ist mit dem Zensieren von Kommentaren in einem grundsätzlichen Dilemma:

    - Läßt sie nichtgenehme (nichtautorisierte?) Kommentare stehen, verbreiten sich deren Inhalte

    - werden die Kommentare zensiert, bestärken sie alle (den Kommentator/ diejenigen, die den Kommentar noch lesen konnten/ diejenigen, die nur den Löschvermerk lesen konnten/ diejenigen, denen auffällt, daß ein Kommentar "verschwunden" ist) darin, daß wir in einem Zensurstaat leben, der sich anders nicht mehr halten kann.

    In beiden Fällen ist die Redaktion der Verlierer.

  • @Andre Peter
    10.04.2018, 18:36 Uhr

    Es ist nicht nur der Zustrom von bis zu 200.000 "Flüchtlingen" pro Jahr (oder beliebig mehr, je nachdem wieviele gerade ankommen) - immerhin 2 Großstädte pro Jahr !!! - sondern auch :

    - die verzweifelten Rettungsversuche für eine Währung, die keine Zukunft hat durch die EZB

    - die Poliitik der Privatisierung von Hunderttausenden von Sozialwohnungen seit der Regierung Schröder

    die die Mietpreise nicht sinken lassen.


    All dies ist seit Jahren bekannt

  • Herr Andre Peter,

    Herr G. Nampf

    Richtig ist, dass immer mehr willkürlich gelöscht wird. Wobei Angst vor Bußgeldern auf Basis des maasschen Zensurgesetzes am wenigsten der Grund ist.

    Allerdings lässt sich das ganz pauschal nicht sagen. Meiner Beobachtung nach hat sich zum Beispiel Herr Neuerer, der vor nicht allzu langer Zeit hemmungslos löschte, was ihm nicht passte, mehr als sehr deutlich verbessert. Löschungen sind bei ihm jetzt fast ein Ausnahmetatbestand.

    Mir scheint, es hängt stark davon ab, wer an welchem Tag als Feuerlöscher Dienst hat. Auch das editieren spart man sich seit langer Zeit.

    Dieser Willkür lässt sich nur durch Sicherung der eigenen Kommentare und Wiedereinstellung gelöschter Kommentare bekämpfen.

  • @ Andre Peter
    11.04.2018, 09:02 Uhr

    "Mein Eindruck ist, dass die Meinungsfreiheit beim Handelsblatt massiv gelitten hat, seitdem Herr Gabor Steingart nicht mehr am Bord ist."

    Die Meinungsfreiheit war auch unter Herrn Steingart sehr willkührlich eingeschränkt.

    Daß si immer mehr eingeschränkt wird, ist allerdings eher ein Zeichen, daß das System am kippen ist und nur noch mit Methoden, die man von China oder Nordkorea kennt, zu halten ist.


    Benennt man die Ursachen für die Miseren diese ( z. B. den sehr Angespannten Wohnungsmarkt), ist ein Löschen schon fast garantiert.

  • @Herr Peer Kabus:
    Mein Eindruck ist, dass die Meinungsfreiheit beim Handelsblatt massiv gelitten hat, seitdem Herr Gabor Steingart nicht mehr am Bord ist.
    Herr Gabor Steingart äußerte sich kritisch über Schulz, hat eine klare und vernünftige Meinung vertreten, hat nur OFFEN SICHTLICHE, für jeden klare und einfache Argumente zusammen getragen - und musste gehen.
    DAS MACHT MIR ANGST: Warum nur wird bei den privaten Medien massiv Einfluss auf die Meinungsfreiheit genommen? Macht doch keinen Sinn, ist doch eh nur eine Minderheit, die die privaten Medien schätzen!

  • Herr Andre Peter,

    die Zensurpraktiken hier sind im wahrsten Sinn des Wortes unberechenbar. Es hat inzwischen Methode (so meine Meinung), einfach das zu löschen, was irgendwelchen Leuten nicht passt.

    Wer sich nicht wehrt, ist allerdings selbst schuld. Nur um Anderen die Möglichkeit zu geben, was Sie denn so fürchterlich Übles geschrieben haben:

    "Herr Andre Peter10.04.2018, 11:17 Uhr
    Wenn man in Deutschland massiv Flüchtlinge einlädt, die nicht wirklich schutzbedürf-tig sind, anstatt sie durch die UN-HCR zu versorgen,
    wenn man Spekulanten mit der Steuerfreiheit nach 10 Jahren in die Hände spielt,
    wenn man Bauvorschriften restriktiv hält, so dass wenig gebaut wird,
    DANN muss man sich über die extrem schlechte Situation für Mieter und zu wenige Wohnungen nicht wundern.
    Die AfD freut sich über zukünftige Wähler!"

    Wo fängt Willkür an und wo endet sie?

  • Der Zustrom von Flüchtlingen führt zu höheren Mietpreisen. Die Städte zahlen jeden Preis, weil sie sonst keine Wohnungen angeboten bekommen.
    Spekulanten kaufen gerne deutsche Immobilien, weil sie nach 10 Jahren steuerfrei Spekulationsgewinne realisieren können.
    Bauvorschriften, die staatliche Regulierung am Bau, verhindert den Bau günstiger Wohnungen.
    Diese Themen spielt der AfD in die Hände.
    Netter kann ich das nicht formulieren PUNKT. Wenn sich das Handelsblatt über meine klare Meinung beschwert, dann halte ich dies für Zensur.

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