Keine „reine Show-Veranstaltung“

Kommenden Freitag lädt das Kanzleramt zum Wohngipfel.

(Foto: dpa)

Wohnungsnot IG Bau fordert von der Regierung mehr Engagement beim Wohnungsbau

Das Ziel von 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 liege in weiter Ferne. Vor allem der soziale Wohnungsbau erfordert aber schnelles Handeln.
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BerlinDie Bundesregierung läuft nach Einschätzung der IG Bau Gefahr, ihr selbst gestecktes Ziel zur Schaffung von 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 zu verfehlen. „Ihr erstes Regierungsjahr wird diese GroKo schon mit einem Defizit von mindestens 75.000 Wohnungen abschließen“, sagte der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Robert Feiger, der Deutschen Presse-Agentur. Im laufenden Jahr dürften wohl nicht einmal 300.000 Neubauwohnungen entstehen.

Feiger verwies bei seiner Prognose auf Branchenindikatoren wie Baugenehmigungen oder Absatzzahlen der Baustoffindustrie. Besonders relevant sind dabei laut IG Bau die Marktzahlen der Mauerwerksindustrie, also der Steinhersteller. Da drei von vier neu gebauten Wohnhäusern aus Stein sind, erlaubten sie einen Blick auf die geplante Bautätigkeit der kommenden Monate.

„Der Wohnungsbau ist kein „Saisonmotor“, den man beliebig an- und ausschalten kann. Produktionskapazitäten müssen aufgebaut und dabei auch Fachkräfte ausgebildet werden“, erklärte Feiger. Zeitlich begrenzte Fördermaßnahmen wie das Baukindergeld oder eine geplante Sonderabschreibung böten keine ausreichende Perspektive.

Der „Wohngipfel“ am Freitag im Kanzleramt dürfe zu keiner „reinen Show-Veranstaltung“ werden, forderte Feiger. Bei dem Treffen wolle er eine massive Erhöhung der Gelder für den sozialen Wohnungsbau fordern.

„Um pro Jahr 80.000 Sozialwohnungen, die mindestens gebraucht werden, zu schaffen, müssen Bund und Länder zusammen über 6 Milliarden Euro investieren“, sagte Feiger. „Mit der bisherigen Fördersumme von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr vom Bund ist der enorme Schwund an Sozialmietwohnungen nicht aufzuhalten.“

  • dpa
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  • Es ist nicht das Problem, der zu geringen Wohnungen. Es ist das Komfortdenken vieler. Wenn ich alleine eine 60m² zur Miete hatte zu einem komfortablen Preis, ich mit meiner Partnerin zusammenziehe Kinder plane und die weitere Zukunft. dann sollten es schon 80-100m². Berlin hatte, lt. Wikipedia "Bis 1942 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,478 Millionen.". Da frage ich mich schon, wie war das möglich ? Derzeit haben wir noch nicht einmal diese Einwohnerzahl erreicht. Was war damals anders ? Genau das, dass in einer 80-100m² Wohnung u.U. bis zw. 6 - 10Pers. gewohnt haben. Eine 45-55m² Wohnung kann sich jeder leisten, nur mit 4 Ps. möchte ich da nicht wohnen, weil zu klein.

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