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Wohnungsneubauten in Berlin

Experten rechnen mit einem Rückgang der Kaufpreise vor allem in Berlin, München und Stuttgart.

(Foto: dpa)

Wohnungspreise Immobilienkäufer können mit sinkenden Preisen rechnen

Die „Immobilienweisen“ erwarten ein Ende der Preisrally. Davon profitieren Käufer in drei Großstädten.
7 Kommentare

BerlinDer „Rat der Immobilienweisen“ geht in seinem Frühjahrsgutachten davon aus, dass in mancher deutschen Großstadt der nunmehr seit acht Jahren andauernde Kauf- und Mietpreisanstieg bald zu Ende sein dürfte.

Für München, Berlin und in Teilen auch Stuttgart „sehe ich meine letztjährigen Prognosen bestätigt, hier rechne ich weiterhin mit einem Kaufpreisrückgang“, erklärt Harald Simons, Vorstand des Forschungsinstituts Empirica. Simons analysiert im Gutachten die deutschen Wohnungsmärkte.

Für Hamburg, Köln und Düsseldorf seien die Aussichten bislang uneinheitlich, für Frankfurt werde der Brexit entscheidend sein. „Die Zeiten der stürmischen Entwicklung der Wohnungsnachfrage sind in München, Berlin und Stuttgart zu Ende gegangen“, sagt Simons, einer von vier Sachverständigen, die regelmäßig Anfang des Jahres eine Bestandsaufnahme und Prognose zum Zustand der deutschen Immobilienmärkte vorlegen.

Die Zuwanderung in diese Städte habe sich verlangsamt. Gleichzeitig wachse das Wohnungsangebot kräftig: Die vergleichsweise hohe Zahl an Baugenehmigungen, die in den vergangenen Jahren beantragt wurden, münde jetzt in höhere Fertigstellungen, argumentiert Simons.

2017 dürften mehr als 300.000 Wohnungen fertiggestellt worden sein, und 2018 dürften es nochmals mehr werden. Vor allem Berlin stehe, gemessen an den bisherigen Erfahrungen, „vor einer regelrechten Fertigstellungswelle“. Die Experten rechnen 2018 mit rund 18.700 neuen Wohnungen in der Hauptstadt, was in etwa der Nachfrage entsprechen dürfte. 2016 waren es erst 13.700, 2014 nur 8.700 Wohnungen.

Bundesweit dränge sich der Eindruck einer leichten Abschwächung der Kaufpreisentwicklung auf, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden, schreiben die Immobilienweisen in ihrem Frühjahrsgutachten.

Konkret rechnen sie mit einem Rückgang der Kaufpreise vor allem in München und Berlin und möglicherweise auch in Stuttgart um real ein Viertel bis ein Drittel innerhalb der nächsten fünf Jahre. Seit 2009 sind die Kaufpreise nach Angaben der Immobilienweisen bundesweit um 61 Prozent gestiegen. Real, also unter Berücksichtigung der Inflation, sind das zehn bis 15 Prozentpunkte weniger.

Die Bundesbank hatte erst am Montag erneut vor kräftigen Preisübertreibungen in deutschen Großstädten gewarnt. Die Überbewertungen hätten weiter zugenommen und lägen inzwischen bei rund 35 Prozent, teilte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für Februar mit. 

Insgesamt allerdings stiegen bundesweit auch 2017 die Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiter an. Mit 7,9 Prozent fiel das Plus im Vergleich zu 2016 jedoch weniger stark aus als zuvor. 2015 und 2016 hatten sich die Preise noch mit einer Jahresrate von 8,8 Prozent erhöht. Im bundesweiten Mittel kosten Eigentumswohnungen aus dem Bestand aktuell 2.120 Euro pro Quadratmeter.

Die Wohnungsmieten stiegen 2017 mit 4,3 Prozent etwas stärker als im Vorjahr (+ 3,1 Prozent). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Inflation, heißt es im Frühjahrsgutachten, entspreche dies einem realen Anstieg von 2,5 Prozent. Deutschlandweit lag der mittlere Mietpreis 2017 bei 7,46 Euro pro Quadratmeter und Monat.

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7 Kommentare zu "Wohnungspreise: Immobilienkäufer können mit sinkenden Preisen rechnen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Problem ist der Experte hat den Hebel nicht ganz begriffen...

    er hätte ja Recht, dass mit Angebot und Nachfrage das Preisniveau z.B. in München nicht zu erklären ist, und langfristig Mieten und Preise korrelieren müssen.

    Aber die deutschen Immobilienpreise (nicht die auf dem Land) werden viel eher von den Target 2 -Salden bestimmt. Da fließt das Geld beliebig rein und Draghi zusammen mit Trump (raus aus dem Dollar) sorgen für Nachschub. Weil für alle möglichen Investments der deutsche Immobilienmarkt dann trotzdem noch ein gutes Investment ist (vergleicht man es z.B. mit London (und dem kommendenBrexit-Absturz) oder anderen Ländern (z.B. Frankreich, etc.).

    Nachdem der Otto-Normalbürger das Geld so nicht bekommt, landet es bei anderen... großen Investmentbanken .... und die können wunderbar mit ein wenig von ihrem Spielgeld ihr Portfolio diversifizieren... da gibt gar nichts im Preis nach... im Gegenteil, die werden darauf achten, dass das nicht passiert....

  • Ich lese immer sehr gerne die Immobilienprognosen von Herrn Harald Simons von Empirica, da er ein hervorragender Kontraindikator ist. Im letzten Jahr überraschte er schon mit seiner wagemutigen Aussage das die Immobilienpreise in Städten wie Berlin 25 - 30% zu hoch sind. Seitdem sind sie weitere 10 - 15% gestiegen - und werden auch weiter steigen. Den Grund lernt man im 1. Semester VWL - mehr Nachfrage als Angebot. Wer heute mit der Generation bis 35 spricht weiss , das diese mehrheitlich in eine Grossstadt ziehen möchte. Die ältere Generation zieht ebenfalls vermehrt in die Grossstädte , da hier das Kulturprogramm , aber auch die Ärzteversorgung deutlich besser ist. Zusätzlich, und das ignoriert leider auch die Bundesbank, sind Immobilien in deutschen Grossstädten spottbillig - jeder der schon einmal in London, Genf, Zürich und Paris gewohnt hat sollte das auch wissen. Und Ausländer fangen gerade erst an den deutschen Immobilienmarkt zu entdecken .In Berlin ist die Arbeitslosenrate von 20% auf 8,6% gefallen - eine Tatsache die Herr Simons ignoriert. Und das die digitale Zukunft am ehesten in Berlin entsteht und damit dort auch die meisten Arbeitsplätze sollte auch kein Geheimnis sein. Ich bin sicher Herr Simons wird uns auch im nächsten Jahr, nachdem die Immobilienpreise in Berlin erneut zweistellig gestiegen sind, mit seiner Prognose auf fallende Immobilienpreise beglücken. Und ich bin ganz sicher , das Herr Simons auch irgendwann mal mit seiner Prognose recht haben wird - ob das im Jahr 2022 oder später sein wird muss man noch sehen - ich glaube aber das es bis dahin niemand mehr interessieren wird was Herr Simons prognostiziert.

  • Ich stimme im Prinzip allen vorherigen Kommentaren zu - was nicht ist, jedoch unbedingt sein soll, passiert halt nicht, auch wenn es noch so oft in der Presse zu lesen ist. Am Beispiel meines Heimatortes München ist die Nachfrage nach ETW ungebrochen hoch, weil allein BMW über die nächsten Jahre 10.000 neue Arbeitsplätze im FIZZ (Forschung) schaffen wird. Wo sollen die Arbeitnehmer alle wohnen? Zusätzlich ist die Nachfrage bei ausländischen (Einzel-) Investoren (Russland, China, Arabische Länder) aus verschiedenen Gründen sehr hoch (siehe Ex- Paulaner Gelände)....

  • So lange es nicht massenhaft Grundstücke vom Himmel regnet, die unter 10 km vom Arbeitsplatz entfernt liegen, bin ich nicht von signifikant sinkenden Preisen überzeugt. Woher kommt denn die zunehmende PKW-Fahrleistung der Bundesbürger? Bestimmt nicht vom Spaß am Autofahren, sondern daher, weil die Wege zur Arbeit immer weiter wurden - pro Dekade 10% im Schnitt. Außerdem steigen die Qualitätsansprüche und die Energieeffizienzauflagen und das sind keine Indikatoren für verbilligtes Bauen in Zukunft. Und wer sich aufgrund niedirger Zinsen für eine Immobilie entschieden hat, spielt mir dem Feuer. Wenn bei 90% Restschuld dann in 10 Jahren die Zinsen 2% Pkte höher sind, können sich viele eine Anschlussfinanzierung nicht mehr leisten. Dann hagelt es Zwangsversteigerungen, die sich vornehmlich die Institutionellen wieder unter den Nagel reißen werden. Ohne ausreichend Eigenkapital ist man immer auf der Verliererseite - so oder so! So funktioniert das Spiel.

  • "Immobilienkäufer können mit sinkenden Preisen rechnen"
    Das stimmt absolut und auch Immobilienkäufer können mit steigenden Preisen rechnen.
    Denn: In der Regel beherrschen Immobilienkäufer die Grundrechenarten.

    Auf fallende Preise zu setzen wäre ein "Blick in die Kugel" genauso wie auf steigende Preise zu setzen.
    Dem wachsenden Angebot stehen internationale Käufer gegenüber, die gerne sich mal eine Wohnung oder Haus rein aus spekulativen Gründen oder als Ferienwohnung leisten - siehe Tegernsee (viele Wohnungen werden nur ein paar Wochen im Jahr als Ferienwohnung genutzt).

    RICHTIG IST - SOLANGE DIE ZINSEN NIEDRIG SIND, WIRD FLEISSIG GEKAUFT (wird Zeit, dass die Zinsen steigen!)

  • Solange die Mieten steigen und die Zinsen niedrig bleiben, ist kein Ende der Preissteigerungen in Sicht, aber auch nur dort, wo die Mieten steigen und die Demographie anschiebt. Wahrscheinlich wird es sein wie immer: Wenn die Zinsen anfangen, wirklich zu steigen, gibt es nochmals einen richtigen Schub, weil alle noch von niedrigen Zinsen profitieren wollen und dann geht es bergab, zumal auch dann die Vergleichsrenditen zu Immobilien interessanter werden.

  • Hoffentlich ist den Preisen jetzt endlich klar, dass sie gefälligst sinken sollen.......

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