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Zuschuss zum Eigenheim Auf diese Anforderungen und Termine kommt es beim Baukindergeld an

Die Bundesregierung fördert den Kauf oder Bau der eigenen vier Wände von Familien. Doch das Programm endet bald. Was man deswegen wissen sollte.
14.02.2021 Update: 17.02.2021 - 18:00 Uhr Kommentieren
Pro Jahr steht für das Baukindergeld insgesamt ein Fördervolumen von rund drei Milliarden Euro zur Verfügung. Quelle: dpa
Neubauten

Pro Jahr steht für das Baukindergeld insgesamt ein Fördervolumen von rund drei Milliarden Euro zur Verfügung.

(Foto: dpa)

Frankfurt Oft wird bemängelt, dass die Bundesregierung zu wenig unternimmt, um die Wohneigentumsquote in Deutschland zu erhöhen. Dabei gibt es seit Jahren eine Förderung, die beim Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie unterstützt – und bald ausläuft: das Baukindergeld.

Seit 2018 hilft der Staat beim Bau eines Hauses oder dem Kauf einer Immobilie mit einem jährlichen Zuschuss. Familien erhalten pro Kind zehn Jahre lang 1200 Euro pro Jahr, insgesamt also 12.000 Euro. Dafür legte die Bundesregierung zehn Milliarden Euro in den entsprechenden Fördertopf.

Doch das Förderprogramm läuft im März dieses Jahres aus. Wer die Unterstützung also noch in Anspruch nehmen will, sollte folgende Anforderungen und Termine im Blick behalten:

Wer hat Anspruch auf Baukindergeld?

Anspruch auf Baukindergeld haben Familien und Alleinerziehende mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 90.000 Euro im Jahr, wenn im Haushalt mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt. Bei Familien mit mehr Kindern verschiebt sich die Einkommensgrenze um 15.000 Euro pro Kind nach oben. Ausschlaggebend für die Berechnung dieser Grenze ist das Durchschnittseinkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor Antragstellung.

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    Eine weitere Voraussetzung für das Baukindergeld: Die Förderung gibt es nur für die erste und einzige Immobilie. Wer schon vorher ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, kann für die zweite Immobilie nicht auf Baukindergeld hoffen.

    Außerdem muss die Familie in der geförderten Immobilie selbst wohnen. Zieht die Familie aus, vermietet oder verkauft die Immobilie, wird die Zahlung eingestellt und läuft nicht über die gesamten zehn Jahre durch. Auch wenn das Eigenheim von Eltern oder Großeltern oder Kindern gekauft wird oder für ein Ferienhaus im Ausland, gibt es kein Geld.

    Welche zeitlichen Grenzen sind bei der Antragstellung zu beachten?

    Einen Antrag können alle Eltern oder Alleinerziehenden stellen, die zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.03.2021 einen Kaufvertrag unterzeichnet oder eine Baugenehmigung erhalten haben. Ursprünglich sollte das Förderprogramm bereits Ende vergangenen Jahres auslaufen, doch wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Verzögerungen beim Hauskauf und dem Erteilen von Baugenehmigungen wurde die Förderfrist vom 31. Dezember 2020 bis zum 31. März 2021 verlängert.

    Das bedeutet, dass das späteste Datum auf dem Kaufvertrag der Immobilie oder auf dem Bauantrag der 31. März 2021 sein muss. Das heißt aber nicht, dass man dann schon in den neuen vier Wänden wohnen muss.

    Wer erst nach dem 31. März 2021 in die Immobilie einzieht, hat ab dem Zeitpunkt des Einzugs sechs Monate Zeit, einen entsprechenden Antrag für Baukindergeld zu stellen.

    Und keine Sorge, wenn der Umzug noch in weiter Ferne liegt: Anträge können noch bis spätestens zum 31. Dezember 2023 bei der dafür zuständigen KfW eingereicht werden. Vorausgesetzt eben, dass Kaufvertrag oder Bauantrag auf den 31. März 2021 oder früher datiert sind.

    Gibt es Haken bei dem Zuschuss vom Staat?

    Aus Sicht von Experten gibt es nichts, was dagegen spräche, das Geld auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. „Wenn ich Geld geschenkt bekomme, warum sollte ich das auch ablehnen?“, sagt Professor Günter Vornholz von der EBZ Business School in Bochum.

    Verbraucherschützer Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg weist jedoch darauf hin, dass man das Geld nicht zur monatlichen Tilgung einkalkulieren solle. „Die Finanzierung sollte auch ohne Baukindergeld tragfähig sein, schließlich enden die Zahlungen aus dem Baukindergeld bereits nach zehn Jahren. Sonst besteht die Gefahr, dass man den späteren Ratensprung nicht bezahlen kann“, warnt er.

    Er empfiehlt, das Baukindergeld als Extra einzukalkulieren und mit der Bank dazu vertraglich jährlich ausreichende Sondertilgungsrechte zu vereinbaren.

    Wie sehen Experten das Förderprogramm?

    In der Regierung ist man mit dem Programm zufrieden. Und auch aus Sicht von Professor Vornholz ist das Baukindergeld ein Erfolgsmodell. Die Bundesregierung wollte einen Anreiz für mehr Wohneigentum schaffen, und das habe sie geschafft, sagt er. Gleichwohl müsse man sich fragen, ob nicht zumindest ein Teil derjenigen, die die Förderung erhalten haben, auch ohne sie eine Immobilie gekauft hätten: „Und diese Mitnahmeeffekte lassen sich so einfach nicht beziffern.“

    Vornholz gibt zu bedenken, dass es sinnvoller sein könnte, die Förderung nur für Neubauten zu vergeben, nicht für Bestandsimmobilien. Wenn man den Kauf und nicht den Bau fördere, gehe man das Risiko ein, dass die Preise für Wohnimmobilien weiter steigen. „Niedrige Zinsen, viel Liquidität und dann noch eine Förderung – da muss man sich dann vielleicht fragen, ob früher oder später eine Preisblase entsteht.“

    Forderungen nach Erweiterung und Verlängerung

    In der Immobilienbranche sieht man das Baukindergeld naturgemäß positiv. „Wohneigentum bedeutet Sicherheit, Altersvorsorge und ist letztendlich Entlastung des Sozialstaats, weil so gut wie kein Eigentümer später Sozialhilfemaßnahmen in Anspruch nimmt“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland IVD.

    Er spricht sich für eine Verlängerung des Baukindergelds aus, „zumal der Fördertopf noch gut gefüllt ist“. Auch eine Erweiterung des Baukindergelds würde man begrüßen. So könnte das Baukindergeld um eine energetische Komponente erweitert werden: Gerade zum Zeitpunkt des Erwerbs einer Bestandsimmobilie sei schließlich die Bereitschaft groß, entsprechende Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, aber das Geld dann meist knapp.

    Gibt es noch weitere Gelder im Fördertopf?

    Pro Jahr steht für das Baukindergeld insgesamt ein Fördervolumen von rund drei Milliarden Euro zur Verfügung. Unmittelbar nach Start des Programms 2018 war die Nachfrage groß, es flatterten pro Woche Tausende Anträge bei der für die Vergabe zuständigen KfW ein.

    Wenn es in diesem Tempo weitergeht, könnte das Geld 2019 knapp werden, hieß es damals, denn es gilt das ‚Windhund-Verfahren‘: Wenn das Geld für das Jahr weg ist, schießt der Bund nicht nach.

    Aber der Topf leerte sich doch nicht so schnell wie gedacht: Den Zahlen der KfW zufolge waren 2018 nach dem Start im September 1,2 Milliarden Euro ausgezahlt worden, 2019 und 2020 dann jeweils knapp 2,7 Milliarden Euro. Dementsprechend sieht es nicht so aus, als würde das Geld nicht reichen – aber sicher kann man natürlich nicht sein.

    Mehr: Was Deutschland in der Wohnungspolitik von den Briten lernen kann

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