Immobilienbranche: 375-Millionen-Deal in Düsseldorf: Staatsanwaltschaft nimmt Adler Group ins Visier
Eine Tochter von Adler verkaufte 75 Prozent des Entwicklungsareals an einen Investor aus Berlin – und zwar „innerhalb eines Wochenendes“.
Foto: imago images/Hans BlosseyDüsseldorf, Berlin. Auf die Brisanz des Termins deutete schon dessen Einstufung hin. In geheimer Sitzung kam der Finanzausschuss des Bundestags am Mittwoch vergangener Woche zusammen, um sich mit dem schwer angeschlagenen Immobilienkonzern Adler Group zu befassen. Als Gast empfingen die Parlamentarier den Chef der Bundesfinanzaufsicht, Mark Branson.
Fast zwei Stunden trug der Bafin-Präsident vor und stellte sich den Fragen. Seine Botschaft sei eindeutig gewesen, berichteten mehrere Teilnehmer der Runde: Die Bafin nehme die gegen Adler erhobenen Vorwürfe sehr ernst.
Strafrechtliche Ermittlungen gegen Adler Group aufgenommen
Was die Parlamentarier erfuhren, dürfte die Krise des Immobilienkonzerns mit seinen rund 30.000 Wohnungen in Deutschland auf eine neue Eskalationsstufe heben: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt habe strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen, bestätigten mehrere informierte Personen dem Handelsblatt. Abgeordnete, die noch mehr wissen wollten, mussten ins Marie-Elisabeth-Lüders-Haus gehen und dort in der Geheimschutzstelle des Bundestags ihr Handy abgeben. Selbst Notizen waren während der Lektüre des Bafin-Berichts nicht gestattet.
Die Behörden gaben sich dazu am Ende der Woche bedeckt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt mochte Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren: „Hierzu können derzeit leider keine Auskünfte erteilt werden“, hieß es von den Strafverfolgern.