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KfW 40 Run auf neue KfW-Förderung für energiesparende Häuser: Fördertopf schon leer, Anträge erneut gestoppt

Die Fördermittel für die Neubau-Förderung sind nach wenigen Stunden erschöpft. Fortan gelten noch strengere Bedingungen, um Geld von der KfW zu erhalten.
21.04.2022 - 12:35 Uhr 2 Kommentare
Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang April mitgeteilt, dass Hausbauer ab dem 20. April neue Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten stellen können. Quelle: dpa
Neubauten in Hannover

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang April mitgeteilt, dass Hausbauer ab dem 20. April neue Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten stellen können.

(Foto: dpa)

Frankfurt Nur wenige Stunden nach dem Start einer neuen staatlichen Förderung energiesparender Neubauten bei der KfW gibt es bereits einen erneuten Antragsstopp. Auf der Homepage der staatlichen Förderbank war am Mittwoch zu lesen, die Fördermittel für energieeffiziente Neubauten seien wegen der enorm hohen Nachfrage erschöpft. „Bitte stellen Sie keinen neuen Antrag mehr.“ Ein KfW-Sprecher bestätigte dies laut der Nachrichtenagentur dpa.

Allerdings kommt dieser Schritt nicht ganz überraschend: Schon Anfang April, als die Bundesregierung die künftigen Bedingungen für die Neubau-Förderung vorgestellt hatte, hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gewarnt, dass davon auszugehen sei, „dass die Mittel sehr schnell ausgeschöpft werden“. Denn obwohl die bisherigen Förderprogramme sehr populär gewesen waren, hatte die Bundesregierung für die Neuauflage des Programms zunächst nur eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt.

KfW-Förderung für EH40 bereits ausgeschöpft

Doch ab dem 20. April konnten nach der Neuregelung nur noch Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten nach dem Energieeffizienzstandard EH40 gestellt werden – das sah der erste Schritt des neuen Förderplans vor. EH40 bedeutet, dass ein Gebäude nur 40 Prozent der Energie verbraucht, die das Referenzhaus benötigt. Je kleiner die Kennzahl, umso geringer ist der Energiebedarf der Immobilie im Verhältnis zu einem vom Gebäudeenergiegesetz (GEG) definierten Standardhaus.

Das Förderprogramm, das die Bundesregierung Ende Januar überraschend gestoppt hatte, beendete die Unterstützung für den Energiestandard EH55. Dieser hatte sich in der Immobilienbranche beim Neubau nicht zuletzt dank der Förderungen mittlerweile als Standard durchgesetzt.

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    Bei der Wiedereinführung des KfW-Förderprogramms vor wenigen Wochen hatte die Bundesregierung deswegen den Standard EH55 nicht mehr als förderfähig erachtet – zum Entsetzen zahlreicher Bauherren und Immobilienunternehmen, die die Förderung fest einkalkuliert hatten. Sie müssen nun auf den strengeren Standard EH40 umschwenken.

    EH40 mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude entscheidend

    Nun, nachdem der erste Fördertopf bereits leer ist, müssen Interessenten noch strengere Kriterien erfüllen, um Geld vom Staat zu erhalten. Wer bis Mittwoch bereits einen Antrag auf die im April in Aussicht gestellte Förderung gestellt und eine Finanzierungszusage von der KfW erhalten hat, muss keine weiteren Schritte unternehmen: Dann ist die Förderung reserviert, versicherte die KfW. Der Kredit werde ausgezahlt, sobald der Finanzierungspartner den Kredit bei dem Institut abruft.

    Alle anderen können künftig nur noch auf eine Neubauförderung hoffen, wenn sie das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ vorweisen können, also den Standard „EH40 mit Nachhaltigkeits-Klasse“ erreichen. Anträge für die EH40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse (EE) und 40 Plus werden nicht mehr möglich sein.

    Neue Anträge dieser Art können ab Donnerstag gestellt werden, teilte die KfW am Mittwoch mit. Diese Stufe des Förderprogramms soll bis zum 31. Dezember 2022 gelten.

    Für Januar 2023 ist ein neues Programm namens „Klimafreundliches Bauen“ angekündigt worden, dessen Details jedoch noch unklar sind. Es soll das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen weiterentwickeln und werde insbesondere die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen, hieß es Anfang April lediglich.

    KfW 40-Förderung: Scharfe Kritik vom GdW

    In der Branche reagierte man mit Unmut auf den erneuten Förderstopp der KfW. Der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, Axel Gedaschko, bezeichnete ihn als „zweites Fiasko mit Ansage“. Es sei vollkommen klar gewesen, dass die vorgesehene Fördersumme angesichts des riesigen Bedarfs niemals ausreichen würde.

    „Planungssicherheit und Verlässlichkeit sind in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit wichtiger denn je. Leider ist das Gegenteil der Fall“, kritisierte Gedaschko. „Unter den aktuellen Bedingungen ist bezahlbares, klimaschonendes Bauen schlicht unmöglich.“

    mit Agenturmaterial

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    2 Kommentare zu "KfW 40: Run auf neue KfW-Förderung für energiesparende Häuser: Fördertopf schon leer, Anträge erneut gestoppt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Habeck verschenkt weltweit Milliarden - doch für das eigentliche Ziel: Ökologischer Umbau der Gesellschaft, ist kein Geld da.
      Geld für schwere Waffen, die einen horrenden CO2 -Ausstoß für die Vernichtung von Menschen und Gütern zur Folge haben, ist übermäßig vorhanden oder auch ein Sondervermögen für Militär von 100 Milliarden - keine Frage.
      Habeck und die Grünen stehen nicht zu ihren alten Werten - die Grünen sind überflüssig!

    • "Die Fördermittel für die Neubau-Förderung sind nach wenigen Stunden erschöpft."

      Der Zuschuss deckt die Mehrkosten für die Errichtung eines EH40 gegenüber dem Standardhaus bei weitem nicht ab. Das hat sich schon im letzten Jahr nicht gelohnt, und jetzt, nachdem die Zuschüsse halbiert wurden und die Baupreise explodierten erst recht nicht. Auch die Energieersparnis wiegt die Mehrkosten des Baus bei weitem nicht auf. Zumal ein EH 40 nicht ohne wartungsintensive Technik auskommt (Wärmerückgewinnungsanlagen etc.).
      Unabhängig davon ist es schon bemerkenswert, dass sich ein Bauherr nicht mehr auf die staatlichen Zuschüsse verlassen kann, so dass die Planung einer Lotterie gleicht. Das lief vorher für die Betroffenen eindeutig besser. So wird das nichts mit der Energiewende, wenn die Regierung glaubt, mit einer Milliarde Euro etwas Signifikantes zu bewirken. Da muss sie schon erheblich tiefer in die Tasche greifen.

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