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Absturz der Renditen macht Aktien attraktiv Dax-Ausblick: Kurse und Risiken steigen

Die deutschen Aktien werden nach Einschätzung von Analysten auch in der nächsten Woche zulegen. Der Aufwärtstrend sei ungebrochen. Allerdings bestehe angesichts der unsicheren weltwirtschaftlichen Lage auch ein nicht zu unterschätzendes Rückschlagspotenzial.

HB FRANKFURT. Am Freitag hatte der Deutsche Aktienindex (Dax) erstmals seit fast genau drei Jahren die psychologisch wichtige Marke von 4 600 Punkten überwunden und damit in dieser Woche ein Plus von rund zwei Prozent verbucht.

„Tendenziell wird der Markt weiter nach oben gehen“, sagt HSBC-Marktstratege Volker Borghoff voraus. Nach seiner Einschätzung ist der Dax-Anstieg vor allem auf die Entwicklung am Rentenmarkt zurückzuführen, wo die Renditen für Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit seit Wochen purzeln. „Verglichen mit den Rentenmärkten sind die europäischen Aktien so günstig wie seit März 2003 nicht mehr bewertet“, erklärt Borghoff.

Die weitere Tendenz der Aktien könnte Händlern zufolge verstärkt von der Entwicklung an den Rentenmärkten abhängen. Sollte sich der Verfall der Renditen im langen Bereich fortsetzen, dürfte dies den Dax in die Höhe treiben - daher stehen die US-Konjunkturdaten in der nächsten Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sollten die US-Daten eine Abschwächung der Konjunktur bestätigen, wird dies laut Analysten wieder die Spekulationen auf ein vorzeitiges Ende der Zinserhöhungsphase in den USA auslösen. Damit würden die Renditen auch in Europa unter Druck bleiben. Die Konjunktur hierzulande schwächelt ohnehin schon so stark, dass seit Kurzem eine Senkung der Zinsen in der Euro-Zone wieder diskutiert wird. In den USA stehen unter anderem die Einzelhandelsumsätze, die Verbraucherpreise und die vorläufige Schätzung zur Entwicklung des Verbrauchervertrauens durch die Experten der Universität von Michigan für Juni an.

Die schwache Konjunkturentwicklung birgt für den Aktienmarkt aber auch Risiken, da mit dem nachlassenden Wirtschaftswachstum die Gewinne der Unternehmen sinken können. Vor allem vom Ölmarkt droht den Aktienmärkten nach Einschätzung einiger Analysten zusätzliches Ungemach, „auch wenn dies im Moment von den meisten Anlegern ausgeblendet wird“.

Der Ölpreis hat sich in der vergangenen Woche wieder der 55-Dollar-Marke für einen Barrel (159 Liter) der US-Leichtölsorte WTI genähert. Sollte der Ölpreis sein Allzeithoch von knapp 60 Dollar wieder erreichen, könnte dies das Signal zumindest für eine Korrektur an den Aktienmärkten sein. Denn höhere Preise für Öl bedeuten für die Unternehmen höhere Kosten für Transport und Produktion.

„Die Risiken sollte der Markt zur Kenntnis nehmen“, warnt Steffen Neumann, Marktstratege der Landesbank Rheinland-Pfalz. „Ich denke der Markt ist reif für eine Konsolidierung. Auf diesem Niveau wird die Luft dünner.“

Bankensektor im Blick

Auf der Unternehmensseite dürften die Finanztitel wieder verstärkt in den Blickpunkt rücken. Sollten sich UniCredito und HVB wie an den Märkten erwartet am Wochenende auf eine Fusion einigen, dürfte dies Händlern zufolge die Spekulationen um eine Fortsetzung der Konsolidierung im europäischen Bankensektor anheizen. „Dann wird man sich nach weiteren Konsolidierungskandidaten umschauen“, sagte ein Händler.

Darüber hinaus stehen die Zwischenberichte der US-Investmentbanken Lehman Brothers und Goldman Sachs an. „Wenn die enttäuschen, könnte das die Euphorie nachhaltig bremsen“, warnte ein Händler.

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