Aktie im Fokus Deutsche Post hebt ab

Von der grauen Börsenmaus zum rattenscharfen Himmelsstürmer: Die Deutsche Post entwickelt sich immer mehr zum Liebling der Anleger. Auch wenn viele Analysten an die Wachstumsziele glauben, bleiben manche skeptisch.
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Eine Drohne der Deutschen Post beim Testflug: Vorstandschef Frank Appel will mit seiner Strategie 2020 durchstarten. Quelle: AFP

Eine Drohne der Deutschen Post beim Testflug: Vorstandschef Frank Appel will mit seiner Strategie 2020 durchstarten.

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DüsseldorfDas Internet, der vermeintliche Sargbauer der Post – es hat sich für das ehemalige Staatsunternehmen zu einem gütigen Goldesel gemausert. Die Bonner profitieren durch wachsenden Internethandel und dem damit verbundenen Paketgeschäft wie kaum ein anderes Unternehmen von der Digitalisierung unserer Welt. Alleine im vergangenen Jahr gab es Kurssteigerungen von rund 60 Prozent zu bejubeln. Zudem gelang die Aufnahme in den EuroStoxx50. Das Papier entwickelt sich immer mehr zum Liebling der Aktionäre.

Damit das auch so bleibt und es nicht zu einem Abbruch der Rekordjagd kommt, präsentierte Vorstandschef Frank Appel unter dem verheißungsvoll-visionären Namen Strategie 2020 jüngst seine ambitionierten Wachstumspläne. Bis zum Jahr 2020 soll das operative Ergebnis jährlich im Schnitt um acht Prozent wachsen. Demnach erwartet man sich bei der Deutschen Post im Jahre 2020 einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von rund fünf Milliarden Euro. Ende des laufenden Jahres soll das EBIT bereits 3,1 Milliarden Euro betragen, wobei der Unternehmensbereich Brief rund 1,2 Milliarden Euro beitragen soll.

Hoffnungen werden insbesondere in die DHL-Sparte gesteckt, die 2014 insgesamt eine weitere Ergebnisverbesserung auf 2,1 bis 2,3 Milliarden erzielen könnte. In diesem Bereich rechnet Appel bis 2020 mit jährlichen Zuwachsraten von zehn Prozent. Eine wichtige Rolle zur Realisierung der Ziele wird den Schwellenländern zuteil kommen, die bis zum Ende des Jahrzehnts etwa 30 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen sollen.

Aktuell beläuft sich deren Anteil auf 22 Prozent. Von der Briefsparte, die künftig unter dem Kürzel PEP die Segmente Post, E-Commerce und Parcel umfasst, erwartet man sich im gleichen Zeitraum ein Anstieg des Ergebnisses von durchschnittlich drei Prozent pro Jahr, was nicht zuletzt an der erst kürzlich gerichtlich abgesegneten Portoerhöhung für Briefe liegt. Diese Ziele sind zweifelsohne sehr selbstbewusst, vielleicht sogar zu ehrgeizig.

Wenn man aber einen Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre wirft, ist der Deutschen Post einiges zuzutrauen. Noch im Herbst 2011 notierte die Aktie unter zehn Euro und hatte sich dabei binnen Jahresfrist fast halbiert. Ein Investment in das Papier galt als fantasielos, prosaisch, bieder. Das trockene Beamten-Image klebte an der Deutschen Post wie ein zäher Kaugummi an der Unterseite einer Schulbank. Doch dann entwickelte sich aus der grauen Börsenmaus ein rattenscharfer Himmelsstürmer.

Endlich zahlten sich die hohen Investitionen und Zukäufe der langen und mühsamen Phase der Konzernumstrukturierung nach dem Börsengang 2000 und der Privatisierung aus. Anfang 2012 setzte die Aktie zum Höhenflug an, durchbrach Ende vergangenen Jahres das Allzeithoch aus dem Jahr 2007 und überwand die Schallmauer von 25 Euro, über der sie seither stabil notiert.

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