Aktie im Fokus Ein Konzern kann auf Dax-Aufstieg hoffen

Für einen deutschen Immobilienkonzern rückt eine Aufnahme in den deutschen Leitindex näher – sofern die kanadische Potash den deutschen Düngemittelproduzenten K+S übernimmt. Auch ein zweiter Konzern könnte aufsteigen.
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Die Deutsche Annington ist Deutschlands größter Wohnungsvermieter. Quelle: dpa
Deutsche Annington

Die Deutsche Annington ist Deutschlands größter Wohnungsvermieter.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Übernahmekampf zwischen Potash und K+S ist noch nicht vorbei. Der Konzern aus Kassel hatte am Freitag das erste Angebot abgelehnt – Posh gibt indes noch lange nicht auf. Sollte den Kanadiern die Übernahme gelingen, ist der Dax-Aufstieg für die Deutsche Annington zum Greifen nah. Der Bochumer Immobilienkonzern, Deutschlands größter börsennotierter Wohnungsvermieter, ist der heißeste Anwärter, um K+S im Leitindex der Frankfurter Börse zu ersetzen. Nach Reuters-Daten liegt die Annington derzeit bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes auf Rang 24 und beim Aktienumsatz auf Rang 31. Damit erfüllt das Unternehmen beide Kriterien der Deutschen Börse für eine Mitgliedschaft in der ersten deutschen Börsenliga.

Ebenfalls qualifiziert ist Pro Sieben Sat 1. Die Medienfirma mit Hauptsitz in Unterföhring bei München rangiert bei der Marktkapitalisierung auf Platz 29 und beim Umsatz auf Platz 33. Sollte K+S von den Kanadiern geschluckt werden, kann es schnell gehen mit dem Dax-Aufstieg von Annington: Fällt der Streubesitz eines Unternehmens unter zehn Prozent, wird die Aktie binnen drei Handelstagen aus sämtlichen Auswahl-Indizes herausgenommen. Zieht sich die Übernahme hin oder platzt gar, müssen Annington und ProSieben aber wohl dennoch nicht allzu lange mit der Reservebank Vorlieb nehmen.

Anfang September trifft sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse zu seiner jährlichen regulären Sitzung, um die Zusammensetzung des deutschen Leitindex zu überprüfen. Dann wird Lanxess voraussichtlich den Auswahlindex verlassen müssen. Der durch Abspaltung von Bayer entstandene Chemiekonzern liegt nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters derzeit bei der Marktkapitalisierung auf dem Abstiegsplatz 42.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

Annington und Pro Sieben könnten sogar zusammen aufsteigen, wenn ihr Aktienumsatz in den kommenden Wochen anzieht. Sobald ein potenzieller Aufsteiger in beiden Kriterien Platz 30 oder besser erreicht und gleichzeitig ein Dax-Wert bei Marktkapitalisierung oder Aktienumsatz auf Platz 35 oder niedriger abrutscht, ist ein Wechsel möglich. In die Relegation muss neben Lanxess auch die Lufthansa. Die größte deutsche Airline liegt bei der Marktkapitalisierung auf Tabellenplatz 39 und steht damit auf der Kippe.

Der Arbeitskreis Aktienindizes trifft seine Entscheidung auf Grundlage der offiziellen Index-Rangliste der Deutschen Börse für August. Ihm bleibt allerdings ein Ermessensspielraum. In der Vergangenheit haben die Experten meist zugunsten der Kontinuität im Leitindex entschieden und Kandidaten den Aufstieg verwehrt.

  • rtr
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  • Ich hoffe es wird bald etwas kühler.

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