Aktie im Fokus Obama verhilft Smith&Wesson zu Kursfeuerwerk

US-Präsident Barack Obama will die Waffengesetze verschärfen. Ausgerechnet die Aktien des Waffenherstellers Smith&Wesson steigen jetzt auf Rekordhöhe. Der Grund: Das amerikanische Volk deckt sich mit Waffen ein.
Update: 06.01.2016 - 01:51 Uhr
Die Smith&Wesson-Aktien erreichten den höchsten Stand seit 1999. Quelle: Reuters
Eine Ausstellung des Waffenherstellers

Die Smith&Wesson-Aktien erreichten den höchsten Stand seit 1999.

(Foto: Reuters)

WashingtonAusgerechnet strengere Waffengesetze haben für eine Kursrally beim amerikanischen Traditionswaffenhersteller Smith&Wesson gesorgt. Was zuerst paradox klingt, erscheint auf den zweiten Blick nachvollziehbar. Angesichts einer härteren Gangart des Gesetzgebers, rechnen die Waffenschmiede mit höheren Absätzen ihrer Produkte. Waffennarren sehen sich genötigt, den geplanten Waffenkauf vorzuziehen, bevor es die Rechtslage später erschwert.

Der größte Schmied von Handfeuerwaffen in den USA rechnet nach den im Dezember eingesetzten Diskussionen um schärfere Hintergrundkontrollen beim Waffenerwerb mit einem Absatzanstieg von 16 Prozent für das im Januar endende Quartal. An den Börsen griffen Anleger deshalb gerne bei Papieren des Waffenproduzenten zu.

Am Montag stieg die Aktie um sechs Prozent, am Dienstag kletterte sie weiter. Damit gehörten die W&S-Papiere zu den besten an der Wall Street und ließen den schwächelnden Gesamtmarkt deutlich hinter sich.

Smith&Wesson-Papiere schlossen elf Prozent im Plus auf 25,86 Dollar, zuvor erreichten sie zeitweise sogar ein Rekordhoch von 26,54 Dollar - den höchsten Stand seit 1999. Die Dividendenpapiere des Konkurrenten Sturm Ruger sprangen knapp sieben Prozent in die Höhe.

Wer etwa nach den Anschlägen im kalifornischen San Bernardino auf Waffenaktien setzte, konnte nun die Kurzfristgewinne einfahren. Es ist nicht das erste Mal, dass sich dieses Muster an den Börsen abspielte. Inzwischen kennen Anleger die Dynamik nach Schießereien in den Vereinigten Staaten.

Das wurde 2015 aus 100.000 Euro
Platz 25: Ukrainische Aktien
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Der Konflikt mit den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes, aber auch Misswirtschaft hat die Ukraine an den Rand des Staatsbankrotts getrieben. Der Internationale Währungsfonds hält Kiew mit Hilfskrediten über Wasser und fordert im Gegenzug Wirtschafts- und Sozialreformen. Der Leitindex PFTS verlor 2015 mehr als 35 Prozent, gleichzeitig brach die ukrainische Währung Hrywnja ein. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in die Aktien des Leitindex investierte, hat jetzt nur noch 44.950 Euro - also mehr als die Hälfte seines Geldes verloren, so viel wie mit keiner anderen Anlage.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 24: Brasilianische Aktien
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Das südamerikanische Land durchlebt eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Inflation ist bereits zweistellig und Volkswirte fürchten, dass Brasiliens Wirtschaft bis 2017 um acht Prozent schrumpfen wird. Die Politik ist durch einen Korruptionsskandal gelähmt. Das belastete auch die Börse deutlich. Der Index Ibovespa verlor zwölf Prozent. Da gleichzeitig der Real gegenüber dem Dollar und dem Euro einbrach, vergrößert sich der Verlust für Euro-Anleger: Von 100.000 Euro bleiben nur 66.200 Euro übrig.

Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 23: Brentöl
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Der Verfall der Ölpreise – bedingt durch die Wachstumssorgen in den Schwellenländern und die unverändert hohen Fördermengen der Opec – hielt das ganze Jahr an. Kurz vor Weihnachten fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar auf das Elf-Jahrestief von 35,98 Dollar und ist seither nur leicht gestiegen. In Dollar gerechnet liegt der Jahresverlust bei gut 35 Prozent, in Euro sind es 28,16 Prozent. Das heißt: Aus 100.000 Euro wurden 71.850 Euro.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 22: Aktien Griechenland
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Anders als für die nur noch wenigen Besitzer griechischer Anleihen war für die Besitzer griechischer Aktien ein schlechtes Jahr: Fünf Wochen lang war im Sommer die griechische Börse wegen des drohenden Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro-Raum geschlossen. Als die Börsen im August wieder öffneten, ging es weiter bergab: Der Leitindex ASE brach in diesem Jahr um 25,37 Prozent ein – von 100.000 Euro blieben Anlegern nur 74.630 Euro übrig.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 21: Magere Schweine
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Nicht nur Öl, Industrierohstoffe und Metalle sind 2015 unter die Räder gekommen, sondern auch die Preise für landwirtschaftliche Produkte. Dazu gehören auch an der Chicago Mercantile Exchange gehandelte Terminkontrakte auf Nutztiere: Der Preis für magere Schweine zum Beispiel fiel hier um 27 Prozent. In Euro gerechnet liegt der Verlust bei 19,34 Prozent. Somit bleiben von 100.000 investierten Euro noch 80.660 Euro übrig.

Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 20: Kaffee
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Auf dem Preis für die schwarzen Bohnen lastet unter anderem der heftige Verlust des brasilianischen Real zum Dollar, da Brasilien das mit Abstand wichtigste Kaffee produzierende und exportierende Land ist. Gleichzeitig sind die Ernteaussichten gut, das erwartete hohe Angebot drückt zusätzlich auf den Preis. In Euro gerechnet fiel der Terminkontrakt für am Chicago Board of Trade gehandelten Kaffee um 19,28 Prozent. Das entspricht bei einer Anlage von 100.000 Euro einem Verlust von 19.280 Euro.

Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 19: US-Junk-Bonds der Energiebranche
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Der Verfall der Öl- und Gaspreise ließ die Ausfälle bei amerikanischen Energieunternehmen mit schwacher Bonität nach oben schnellen. Die Folge: Die Kurse der Junk-Bonds (Schrottanleihen) dieser Unternehmen fielen rasant. In Dollar gerechnet ist ein Verlust von 23,9 Prozent aufgelaufen, in Euro sind es mehr als 15 Prozent. Aus 100.000 Euro sind so bei dieser Anlage nur noch 84.440 Euro geworden.

Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Ausgelöst hatte die Diskussion um eine Verschärfung der Waffengesetze eine Schießerei in San Bernardino im Dezember, bei der 14 Menschen getötet wurden. US-Präsident Obama hatte im Anschluss einen Maßnahmenplan angekündigt, der nun am Montag veröffentlicht wurde und für den Kurssprung sorgte.

Demnach sollen neben einem ausführlicheren Hintergrundcheck beim Erwerb von Waffen auch strengere Regeln für das Online-Bestellen und für Waffenshows gelten.

So will Obama die Waffengesetze verschärfen


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