Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Aktie schießt nach oben Infineon verdient weniger - die Anleger sind begeistert

Der Chiphersteller präsentiert schwache Zahlen. Dennoch schießt die Aktie nach oben. Das liegt an einem kleinen Kniff des Unternehmens.
31.07.2012 - 14:31 Uhr
Chip von Infineon. Die Aktie von Infineon ist bei Investoren wieder gefragt. Quelle: dpa

Chip von Infineon. Die Aktie von Infineon ist bei Investoren wieder gefragt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Infineon ist die nervöseste Aktie im Dax. Kein anderes Papier schwankt so stark – entweder geht es kräftig runter oder schnell nach oben. Heute ist für die Aktionäre einer von den guten Tagen, ein sehr guter Tag sogar. Der Kurs schießt um acht Prozent nach oben. Ein Anteilschein kostet aktuell sechs Euro.

Dabei hatte das Unternehmen eigentlich gar keine guten Nachrichten zu vermelden: Der Gewinn des Halbleiterkonzerns ist gegenüber dem Vorquartal um ein Viertel auf 82 Millionen Euro geschrumpft. Wegen der schwierigen Konjunktur liege der Umsatz unterhalb der Planung, ließ das Unternehmen am Dienstag mitteilen. Die Bestellungen großer Industriekunden gehen besonders stark zurück. Einer der wichtigsten Kunden für Infineon ist die Autoindustrie.

Jetzt muss gespart werden. „Wo wir sparen können, sparen wir jetzt. Die Kostensituation bleibt damit angesichts der aktuellen Marktlage beherrschbar“, sagte Noch-Vorstandschef Peter Bauer. Bauer wird aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten.

Die Akte Infineon – Einmal Hölle und zurück
hb_infineon
1 von 17

1999 gliedert Siemens sein Halbleitergeschäft aus; die Infineon Technologies AG entsteht. Das Unternehmen entwirft, entwickelt, fertigt und vermarktet eine breite Palette von Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen für ausgewählte Anwendungsbereiche. Das Produktspektrum umfasst Standardkomponenten, kundenspezifische Teil- oder Komplettlösungen und spezifische Bauelemente für Analog-, Digital- und Mixed-Signal-Anwendungen. Die Erwartungen an Infineon sind riesig, insbesondere an der Börse.

hb_infineon
2 von 17

Am 13. März geht Infineon an die Börse. Die Euphorie der Anleger ist riesig, die Aktie ist 33-fach überzeichnet. Per Losverfahren bestimmen die Konsortialbanken, welche Kunden Aktien bekommen. Nach dem Bookbuilding wird der Preis je Aktie auf 35 Euro fixiert; in den Handel kommt sie mit 70,20 Euro. Was niemand ahnt: Nach dem Infineon-IPO geht es an der Börse steil bergab. Die Technologieblase platzt und mit ihr der Traum vom schnellen Reichtum der Aktionäre.

hb_infineon
3 von 17

Die Geschäftssaussichten trüben sich schnell ein, die Preise für Speicherchips fallen rasant. Ist die Branche letzten Endes doch gar nicht so lukrativ wie gedacht. Zumindest ist sie anfällig, wenn es der Weltkonjunktur nicht gut geht. Und der geht es spätestens nach den Anschlägen vom 11. September 2001 immer schlechter.

hb_infineon
4 von 17

An der Börse rutscht der Infineon-Kurs immer und immer weiter ab. 2001 auf bis zu 11,52 Euro, ein Jahr später sogar unter sechs Euro. Die Euphorie der Anleger ist längst verflogen. Aus dem Börsen-Star ist einer der größten deutschen Wertvernichter geworden.

hb_infineon
5 von 17

Hinzu kommt, dass das Image leidet. Gleich mehreren Infineon-Managern wird 2005 vorgeworfen, in einen Schmiergeld-Skandal verwickelt zu sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung gegen Andreas von Zitzewitz, ehemals COO und Vorstand der Speicherchip-Sparte; Harald Eggers, früherer Infineon-Manager und Udo Schneider, Betreiber der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting. Andreas von Zitzewitz tritt im Juli 2005 zurück. Auch der ehemalige Vorstandschef Ulrich Schumacher (Foto), der bereits 2004 seinen Hut nehmen muss, soll dabei gewesen sein, 2009 wird er allerdings von den Vorwürfen freigesprochen.

hb_infineon
6 von 17

Der Aktienkurs kommt nicht mehr richtig auf die Beine. Während die Aktien in aller Welt immer weiter zulegen, hecheln die Papiere des Münchener Chipherstellers hinterher. Die Branche gilt als besonders anfällig. Der Preisdruck ist wegen der starken Konkurrenten, insbesondere der Asiaten, riesengroß.

hb_infineon
7 von 17

Siemens verkauft im März 2006 seine letzten Infineon-Anteile. Siemens-Vorstand Klaus Wucherer sitzt aber weiterhin im Aufsichtsrat. Auch Johannes Feldmayer, der wegen Bestechungsvorwürfen seinen Vorstandsposten bei Siemens verlor und zu einer Geldstrafe und einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, gehört zum Gremium. Der Aktienkurs liegt in dieser Zeit bei etwa acht Euro.

Jetzt weiterlesen

Erhalten Sie Zugriff zu diesem und jedem weiteren Artikel im

Web und in unserer App für 4 Wochen kostenlos.

Weiter

Sie sind bereits registriert? Jetzt einloggen

Jetzt weiterlesen

Erhalten Sie Zugriff zu diesem und jedem weiteren Artikel im

Web und in unserer App für 4 Wochen kostenlos.

Weiter

Sie sind bereits registriert? Jetzt einloggen

Mehr zu: Aktie schießt nach oben - Infineon verdient weniger - die Anleger sind begeistert
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%