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Aktie unter der Lupe Adidas-Aktie trotzt negativem Dax-Trend

Im Vergleich zur schwachen Entwicklung des Dax im vergangenen Jahr sticht Adidas positiv heraus. Analysten sehen für 2019 weiteres Kurspotenzial.
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Nur wenige andere Dax-Werte waren dieses Jahr an der Börse ähnlich gut unterwegs wie Adidas. Quelle: Unsplash
Fußball der Marke Adidas

Nur wenige andere Dax-Werte waren dieses Jahr an der Börse ähnlich gut unterwegs wie Adidas.

(Foto: Unsplash)

MünchenEin Festival der drei Streifen, so hatte sich Adidas-Chef Kasper Rorsted die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland vorgestellt. Letztlich wurde das Turnier für die Marke aber ein echter Flop. Erstmals seit Jahrzehnten stand im vergangenen Sommer kein Team im Endspiel, das vom größten europäischen Sportkonzern ausgerüstet wird.

Die Investoren allerdings hakten die Schmach von Moskau schnell ab. Schon lange vor der WM hatte Rorsted darauf hingewiesen, dass das Event zwar gut fürs Image, aber vom Umsatz her eher zu vernachlässigen sei – ganz gleich, wie gut oder schlecht die eigenen Teams abschneiden würden.

Verglichen mit den wichtigsten Konkurrenten ist die Performance von Adidas auf dem Börsenparkett auf den ersten Blick eher mäßig. Adidas-Aktien verteuerten sich im Jahr 2018 immerhin um rund zehn Prozent.

Der Lokalrivale Puma ist wesentlich kleiner und lange nicht so profitabel. Doch Puma wächst sehr dynamisch. An der Börse hängte die Marke mit dem Raubtierlogo den großen Konkurrenten mit einem Kursplus von 15 Prozent dann auch deutlich ab.

Branchenführer Nike sowie US-Verfolger Under Armour verbuchten 2018 ebenfalls ein Plus von etwa 15 Prozent. Gemeinsam haben die einzelnen Branchengrößen, dass sie zum Jahreswechsel von ihren erreichten Jahreshöchstständen weit entfernt sind.

Vergleicht man Adidas allerdings mit dem deutschen Markt, dann sticht der Konzern positiv heraus. Unterm Strich macht Adidas also eine gute Figur an der Börse – ein Kursplus von zehn Prozent, während der Dax fast ein Fünftel an Wert einbüßte. Auch langfristig ist der Dax dem Sportartikelhersteller deutlich unterlegen.

Nur wenige andere Dax-Werte waren dieses Jahr an der Börse ähnlich gut unterwegs. Mit weitem Abstand vorn liegt mit einem Zugewinn von annähernd 40 Prozent der Zahlungsdienstleister Wirecard. Dahinter folgt RWE, dann Adidas.

Ein profitableres Geschäft

Das liegt nicht zuletzt an Vorstandschef Kasper Rorsted. Unter ihm entwickelt sich das Label prächtig. Seit der Däne vor gut zwei Jahren auf dem Adidas-Chefsessel Platz nahm, ist der Konzern deutlich profitabler geworden.

Mehr noch: Bislang sieht alles danach aus, als würde der 56-Jährige sein oberstes Langfristziel trotz der weltwirtschaftlichen Turbulenzen erreichen. Rorsted hat den Investoren versprochen, die operative Marge 2020 auf 11,5 Prozent zu steigern, fast vier Prozentpunkte mehr als im Jahr seines Amtsantritts. Vorgänger Herbert Hainer versuchte 15 Jahre lang, so profitabel zu wirtschaften – vergebens.

Allerdings läuft auch unter Rorsted nicht alles nach Plan. Im Herbst musste der ehemalige Henkel-Chef seine Umsatzprognose für 2018 wegen des schwachen Geschäftsverlaufs in Westeuropa leicht nach unten korrigieren. Bis dahin hatte er bei konstanten Wechselkursen ein Plus von bis zu zehn Prozent in Aussicht gestellt. Nun rechnet er mit maximal neun Prozent.

Die Investoren allerdings hat das nicht weiter gestört. Denn es bleibt unterm Strich mehr übrig als zunächst von Rorsted angekündigt. Der Gewinn sollte 2018 nun um 16 bis 20 Prozent klettern, zuvor hatte Rorsted von maximal 17 Prozent gesprochen. Die operative Marge sollte jetzt auf 10,8 Prozent klettern. Davor hatte der Konzernlenker 10,3 bis 10,5 Prozent anvisiert.

Für Gewissheit werden sich Anleger noch gut zwei Monate gedulden müssen. Erst Mitte März wird Rorsted die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorlegen und seine Prognose für 2019 präsentieren.

Experten scheinen von der langfristigen Strategie überzeugt zu sein. Die meisten Analysten rechnen für 2019 mit einem weiteren Kursanstieg. Im Schnitt prognostizieren die Banker auf Jahressicht einen Kurs von knapp 232 Euro – ein Plus von etwa einem Viertel gegenüber dem derzeitigen Niveau.

Die Risiken

Doch manche Risiken bleiben. So gestalte sich in Europa seit September die Preisentwicklung bei Sportschuhen schwach, urteilt Analyst Fred Speirs von der Schweizer Bank UBS in einer aktuellen Studie. Die Umsatzdynamik des Sportartikelkonzerns dürfte sich abschwächen, prognostiziert er. Trotzdem geht Speirs von einem Kursplus von etwa 30 Prozent im Jahr 2019 aus.

Adidas verliere in Westeuropa weiterhin Marktanteile, meint Warburg-Analyst Jörg Frey. Darauf würden die Zahlen hindeuten, die Weltmarktführer Nike zuletzt vorgelegt hat. Das Umsatzwachstum der Herzogenauracher dürfte damit 2019 etwas gedämpfter ausfallen. Frey rechnet dennoch mit einem Kursanstieg der Adidas-Aktie auf 220 Euro in den nächsten zwölf Monaten.

Andere Analysten interpretieren die guten Ergebnisse des Erzrivalen allerdings auf ganz andere Weise. Sie zeugten von einem weiterhin robusten Sportartikelmarkt und ließen daher positive Rückschlüsse auf das Adidas-Geschäft zu, sagt Analyst Volker Bosse von der Baader Bank. Der Aufwärtstrend von Nike dämpfe zudem die von der Under-Armour-Gewinnwarnung verursachten Sorgen um das Verbrauchervertrauen. Analyst Bosse prognostiziert ebenfalls einen Kurs von 220 Euro binnen Jahresfrist.

Aktuell verkauft Adidas noch wesentlich mehr Shirts, Shorts und Sneaker für Männer als für Damen. Für die Damenmode von Adidas gibt es also noch reichlich Potenzial im Markt. Da kommt es gerade recht, dass im Sommer in Frankreich die Fußball-WM der Frauen stattfindet. Schließlich kann es dort für Adidas nicht schlechter laufen als beim Turnier der Herren in Russland.

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